Ringvorlesungen

Ringvorlesung WS 09/10 des Exzellenzclusters

Recht ohne Staat?
Zur Normativität nichtstaatlicher Rechtsetzung

Goethe-Universität Frankfurt a.M. / Campus Westend / Hörsaalzentrum / HZ3

Thema der Ringvorlesung:

Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ veranstaltet im Wintersemester 09/10 zum ersten Mal eine Ringvorlesung zu einem zentralen Aspekt seiner Forschungen. Hierzu möchten wir Sie herzlich einladen!

Uns geht es bei den Ringvorlesungen darum, Studierende, Kollegen und Interessierte an Forschungsständen teilhaben zu lassen und zur Diskussion einzuladen. Unsere erste Ringvorlesung trägt den Titel „Recht ohne Staat? Zur Normativität nichtstaatlicher Rechtsetzung“.

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Programm

Mittwoch, 21. Oktober 2009, ab 18 Uhr c.t.
Professor Dr. Klaus Dieter Wolf, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
Unternehmen als Normunternehmer

Die Einbindung privater Akteure in grenzüberschreitende politische Steuerungsprozesse

weitere Informationen: hier

Mittwoch, 18. November 2009, ab 18 Uhr c.t.
Professor Dr. Franz von Benda-Beckmann, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (Halle)
Recht ohne Staat im Staat
Eine rechtsethnologische Betrachtung

weitere Informationen: hier

Mittwoch, 16. Dezember 2009, ab 18 Uhr c.t.
Professor Dr. Dr. Rainer Hofmann, Johann Wolfgang Goethe-Universität
Modernes Investitionsschutzrecht
Ein Beispiel für entstaatlichte Setzung und Durchsetzung von Recht?

weitere Informationen: hier

Mittwoch, 20. Januar 2010, ab 18 Uhr c.t.
Professor Dr. Dr. h.c. mult. Gunther Teubner, Goethe-Universität und London School of Economics
Verfassungen ohne Staat?
Zur Konstitutionalisierung transnationaler Regimes

weitere Informationen: hier

Mittwoch, 3. Februar 2010, ab 18 Uhr c.t.
Professor Dr. Thomas Duve, Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte
Recht ohne Staat
Ein Blick auf die Rechtsgeschichte

weitere Informationen: hier

Vollständiges Programm zum Download: hier (pdf)

Ringvorlesung SoSe 2010 des Exzellenzclusters

Non-Western Approaches to Justice and Peace

Goethe-Universität Frankfurt a.M. / Campus Westend / Hörsaalzentrum / HZ3

Plakat Ringvorlesung 2010Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ veranstaltet im Sommersemester 2010 zum zweiten Mal eine Ringvorlesung zu einem zentralen Aspekt seiner Forschungen. Hierzu möchten wir Sie herzlich einladen!

Uns geht es bei den Ringvorlesungen darum, Studierende, Kollegen und Interessierte an Forschungsständen teilhaben zu lassen und zur Diskussion einzuladen. Die zweite Ringvorlesung des Clusters trägt den Titel „Non-Western Approaches to Justice and Peace“

Einführung zur Ringvorlesung lesen (englisch)...

Programm

Mittwoch, 5. Mai 2010, ab 18 Uhr c.t.
Professor Nikita Dhawan (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Gendering Justice in a Postcolonial World
weitere Informationen: hier

Mittwoch, 12. Mai 2010, ab 18 Uhr c.t.
Professor Ramesh Thakur (Centre for International Governance Innovation, University of Waterloo)
International Criminal Justice
At the Intersection of Power, Norms and a Shifting Global Order

weitere Informationen: hier

Mittwoch, 19. Mai 2010, ab 18 Uhr c.t.
Professor Mohammed Ayoob (Michigan State University)
Subaltern Approach(es) to Order and Justice
A Preliminary Exploration

weitere Informationen: hier

Mittwoch, 2. Juni 2010, ab 18 Uhr c.t.
Professor Siba N’Zatioula Grovogui (Johns Hopkins University, Baltimore)
Can You Hear Me Now?
‘The Last Normative Order’ and Why it Collapsed

weitere Informationen: hier

Mittwoch, 16. Juni 2010, ab 18 Uhr c.t.
Professor Emad Shahin (Kroc Institute for Peace Studies, University of Notre Dame)
Jihad, Combat, and Peace in Islam

weitere Informationen: hier

Mittwoch, 30. Juni 2010, ab 18 Uhr c.t.
Professor Yasuaki Onuma (University of Tokyo)
An “Intercivilizational” Approach to Peace and Justice
weitere Informationen: hier

Vollständiges Programm zum Download: hier (pdf)

Mittwoch, 21. Oktober 2009, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Dr. Klaus Dieter Wolf, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

Unternehmen als Normunternehmer

Die Einbindung privater Akteure in grenzüberschreitende politische Steuerungsprozesse

Zur Person

Klaus Dieter WolfKlaus Dieter Wolf ist seit 1992 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen am Institut für Politikwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt und einer der Principal Investigators des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Seine Forschungsschwerpunkte bilden Fragen der Effektivität und Legitimität des grenzüberschreitenden Regierens unter besonderer Berücksichtigung der Rolle privater Akteure. Professor Wolf ist seit 2005 Programmbereichsleiter und seit 2007 stellvertretender Direktor an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Neuere Veröffentlichungen: Die UNO. Geschichte, Aufgaben, Perspektiven 2005, Die neuen Internationalen Beziehungen. Forschungsstand und Perspektiven in Deutschland (Hrsg. zusammen mit Gunther Hellmann und Michael Zürn) 2003.

Zum Vortrag

Die verstärkte Einbindung privater Akteure in grenzüberschreitende politische Steuerungsprozesse ist ein wesentliches Postulat der Global Governance-Debatte. Unter dem Label Corporate Social Responsibility (CSR) sind in den vergangenen Jahren unternehmensinterne, verstärkt aber auch unternehmens- und branchenübergreifende Initiativen entstanden, durch die auf freiwilliger Basis ein Beitrag zum Schutz der Umwelt, der Durchsetzung von Menschenrechts- und Sozialstandards und der Korruptionsbekämpfung geleistet werden soll. Der Vortrag stellt die Ergebnisse eines Forschungsprojekts vor, in dem durch einen systematischen Vergleich unterschiedlicher privater Selbstregulierungsansätze untersucht wurde, unter welchen Bedingungen privatwirtschaftliche Normsetzung und Normdurchsetzung als ein Komplement oder gar Substitut zur (zwischen-) staatlichen politischen Steuerung in Betracht kommt. Aus der übergreifenden Perspektive der Wahrnehmung öffentlicher Funktionen im postnational entgrenzten Zeitalter wird nach einem Design für das funktionale und institutionelle Ineinandergreifen von privater Selbstregulierung und öffentlicher Regulierung im Raum jenseits des Staates gesucht, das sowohl Effektivitäts- als auch demokratischen Legitimitätsanforderungen genügt.

Mittwoch, 18. November 2009, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Dr. Franz von Benda-Beckmann, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (Halle)

Recht ohne Staat im Staat

Eine rechtsethnologische Betrachtung

Zur Person
Franz von Benda-BeckmannFranz von Benda-Beckmann ist Professor (seit 2006 em.) und seit Juli 2000 (zusammen mit K. von Benda-Beckmann) Leiter der Projektgruppe “Rechtspluralismus” am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle. Er ist Honorarprofessor der Universität Leipzig für Ethnologie (2002) und der Universität Halle-Wittenberg für Rechtspluralismus (2004). Neben der empirischen Forschung gilt sein Interesse theoretischen und methodologischen Fragen der Rechtsethnologie. Neuere Veröffentlichungen: The power of law in a transnational world (Hrsg. zusammen mit Keebet von Benda-Beckmann und Anne Griffiths) 2009, Rules of law and laws of ruling. On the governance of law (Hrsg. zusammen mit Keebet von Benda-Beckmann und J. Eckert) 2009, Gesellschaftliche Wirkung von Recht: Rechtsethnologische Perspektiven (Hrsg. zusammen mit Keebet von Benda-Beckmann) 2007.

Zum Vortrag
Es gibt weitgehende Übereinstimmung darüber, dass der Begriff des Rechts nicht eine definitorische Bindung an die politische Organisation eines Staates voraussetzt. Zumindest im rechtsethnologischen Verständnis von Recht und Rechtspluralismus kann es Recht geben, das durch nicht-staatliche Akteure gemacht und gehandhabt wird, selbst wenn es in der staatlichen oder internationalen Rechtsordnung nicht als „geltendes Recht“ anerkannt wird. Das kann aber nicht heißen, dass der Staat und staatliches Recht die Entstehung und Handhabung eines derartigen Rechts nicht in hohem Maße beeinflussten. Der Vortrag möchte deutlich machen, dass Aussagen über „Recht ohne Staat“ in den gegenwärtigen komplexen Rechtsordnungen deshalb eine differenzierte Betrachtungsweise verlangen, und wie diese aus ethnologischer Sicht aussehen könnte.

Mittwoch, 16. Dezember 2009, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Dr. Dr. Rainer Hofmann, Johann Wolfgang Goethe-Universität

Modernes Investitionsschutzrecht.

Ein Beispiel für entstaatlichte Setzung und Durchsetzung von Recht?

Zur Person
Rainer HofmannNach Professuren in Köln (1994-1997) und Kiel (1997-2005) seit 2005 Professor für öffentliches Recht, Völker- und Europarecht in Frankfurt. Schwerpunkte der wissenschaftlichen Tätigkeit sind Menschenrechte, einschließlich Flüchtlings- und Minderheitenrecht, Internationales Wirtschaftsrecht und Fragen der europäischen Integration. Aktive Mitgliedschaft in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien und Vereinigungen. Neuere Veröffentlichungen: The European Union and WTO Doha Round (mit G. Tondl) 2007, The International Convention on the Settlement of Investment Disputes (mit C. Tams) 2007, Europäisches Flüchtlings- und Einwanderungsrecht. Eine kritische Zwischenbilanz (mit T. Löhr) 2008.

Zum Vortrag
Das traditionelle Investitionsschutzrecht beruhte auf gewohnheitsrechtlichen Normen des Fremdenrechts und bilateralen Verträgen, die in Streitfällen auf der Grundlage des Rechts der Ausübung diplomatischen Schutzes zwischenstaatliche Streitbeilegungsverfahren vorsahen. Dies ist im modernen Investitionsschutzrecht grundlegend anders: Es beruht auf ca. 2600 Bilateral Investment Treaties (BITs), die den privaten Investoren das Recht geben, bei Streitigkeiten aus dem Investitionsvertrag selbst Verfahren gegen den Gaststaat vor internationalen Schiedsinstanzen einzuleiten. Gegenwärtig sind rund 300 solcher Verfahren anhängig. Moderne BITs verleihen privaten Investoren materielle und prozedurale Rechte, machen sie so zu partiellen Völkerrechtssubjekten und tragen zu einer Änderung des Völkerrechts bei. Internationale Investitionsstreitigkeiten werden von Schiedsinstanzen entschieden, die sich aus privaten, von den Parteien des Verfahrens - also auch privaten Investoren - bestimmten Schiedsrichtern zusammensetzen. Dies bedeutet, dass solche Streitigkeiten nicht mehr durch rein zwischenstaatliche Streitbeilegungsmechanismen oder von staatlichen Gerichten entschieden werden, sondern von internationalen Schiedsinstanzen mit ausschlaggebender privater Beteiligung. Es ist also zu fragen, ob der beschriebene Prozess tatsächlich als ein Indiz für eine teilweise Entstaatlichung des Völkerrechts bzw. eine Änderung des primär staatsorientierten Völkerrechts angesehen werden kann.

Mittwoch, 20. Januar 2010, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Gunther Teubner, Johann Wolfgang Goethe-Universität und London School of Economics

Verfassungen ohne Staat?

Zur Konstitutionalisierung transnationaler Regimes

Zur Person
Gunther TeubnerGunther Teubner, Professor für Privatrecht und Rechtssoziologie und Principal Investigator am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt und Centennial Professor, London School of Economics. Gastprofessuren in Berkeley, Stanford, Ann Arbor, Toronto, Wissenschaftskolleg Berlin, Den Haag. Ehrendoktor der Universitäten Luzern, Neapel, Tiflis, Macerata. Forschungsschwerpunkte: Theoretische Rechtssoziologie, Privatrechtstheorie, Vertragsrecht. Neuere Veröffentlichungen: Nach Jacques Derrida und Niklas Luhmann: Zur (Un-)Möglichkeit einer Gesellschaftstheorie der Gerechtigkeit 2008, Regime-Kollisionen: Zur Fragmentierung des Weltrechts 2006, Transnational Governance and Constitutionalism 2004.

Zum Vortrag
Eine Reihe von politischen Skandalen hat in den letzten Jahren Probleme eines Konstitutionalismus jenseits des Nationalstaats aufgeworfen. Menschenrechtsverletzungen durch multinationale Unter-nehmen, umstrittene Entscheidungen der Welthandelsorganisation, die im Namen der globalen Handelsfreiheit den Schutz von Umwelt oder Gesundheit gefährdeten, Bedrohung der Meinungsfreiheit durch private Intermediäre im Internet und neuerdings mit besonderer Wucht die Entfesselung katastrophaler Risiken auf den weltweiten Kapitalmärkten – sie alle werfen nicht nur politische und rechtliche Probleme der Regulierung auf, sondern Verfassungsprobleme im strengen Sinne. Transnationaler Konstitutionalismus bedeutet zweierlei: die Verfassungsfrage stellt sich außerhalb der Grenzen des Nationalstaates in transnationalen Politikprozessen und zugleich außerhalb des institutionalisierten Politiksektors in den „privaten“ Sektoren der Weltgesellschaft.

Mittwoch, 3. Februar 2010, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Dr. Thomas Duve, Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte

Recht ohne Staat

Ein Blick auf die Rechtsgeschichte

Zur Person
Thomas DuveThomas Duve ist Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte. Nach seiner Habilitation für die Fächer Bürgerliches Recht, Deutsche Rechtsgeschichte, Historische Rechtsver-gleichung, Kirchenrecht und Rechtsphilosophie war er von 2005 bis 2009 Professor für Rechtsgeschichte mit sog. dedicación especial en investigación an der Juristischen Fakultät und für Geschichte des Kirchenrechts an der Fakultät für Kirchenrecht der Pontificia Universidad Católica Argentina (UCA); seit August 2009 ist er apl. Professor für Geschichte des Kirchenrechts an der Fakultät für Kirchenrecht der UCA. Neuere Veröffentlichung: Sonderrecht in der Frühen Neuzeit. Das frühneuzeit-liche ius singulare, untersucht anhand der privilegia miserabilium personarum, senum und indorum in Alter und Neuer Welt 2008.

Zum Vortrag
Die Rechtsgeschichte blickt auf Jahrtausende, der „moderne Staat“ ist eine vergleichsweise junge Erscheinung: Das, was man unter „Recht“ und „Staat“ verstand, wurde offenbar nicht immer als notwendigerweise miteinander verbunden gesehen. In der Vorlesung sollen historische Erfahrungen vorgestellt werden, wie „Recht“ auch ohne oder neben dem „Staat“ bestehen kann.

Ringvorlesung: Recht ohne Staat?

Entwickelt sich das Recht im Zeitalter der Globalisierung unabhängig von staatlicher Einflussnahme? Schaffen sich globale Systeme wie die Wirtschaft ihre eigenen rechtlichen Strukturen? Wie weit reicht die demokratische Gesetzgebung heute noch? Unter welchen Voraussetzungen wird nichtstaatliches Recht durch eine Staatsgewalt überhaupt als ‚Recht‘ anerkannt und als solches angewandt? Inwiefern beeinflusst wiederum der Staat die Entstehung nichtstaatlichen Rechts? Und wie sind mögliche Geltungskonflikte zwischen beiden Systemen zu lösen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der ersten Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Die insgesamt fünf Vorträge im Wintersemester 2009/2010 finden im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend statt. Unter dem Titel ‚Recht ohne Staat? Zur Normativität nichtstaatlicher Rechtsetzung‘ beleuchtet die Reihe ein Thema, das weit über die Rechtswissenschaften hinaus von Bedeutung ist. Verantwortlich für die Durchführung dieser ersten Ringvorlesung des Exzellenzclusters ist das vierte Cluster-Forschungsfeld „Die Herausbildung von Rechtsnormen zwischen den Nationen“.

Der Begriff des Rechts scheint auf den ersten Blick mit der politischen Organisationsform des Staates in enger Verbindung zu stehen. Aus historischer Perspektive ist das Phänomen des ‚Rechts ohne Staat‘ jedoch eher die Regel als die Ausnahme. Die Rechtsgeschichte blickt auf Jahrtausende, der ‚moderne Staat‘ ist eine vergleichsweise junge Erscheinung. Es wäre jedoch verkürzt, die Institution des nichtstaatlichen gesetzten Rechts mit dem Beginn des Nationalstaates als beendet anzusehen. Staatliche Rechtssetzung, vornehmlich durch die demokratisch legitimierte Gesetzgebung, soll und kann niemals soweit reichen, Rechtsetzung nichtstaatlicher Akteure zu verhindern. Gerade heutzutage sind in den unterschiedlichsten Lebensbereichen Rechtsbildungs- und Rechtsanwendungsprozesse zu konstatieren, an denen Akteure beteiligt sind, deren Regelungsbedarf von staatlichen Institutionen nicht gedeckt werden kann.

Im grenzüberschreitenden Bereich hat sich hierfür der Begriff des ‚transnationalen Rechts‘ eingebürgert. Aber auch im innerstaatlichen Bereich gibt es nichtstaatliche Rechtssetzung von Initiatoren aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen – von Wirtschaftsunternehmen über Sportverbände bis zu Verbraucherschutzvereinen und Religionsgemeinschaften. Dieses Phänomen eröffnet die Frage nach der Wechselwirkung zwischen staatlicher Gewalt und nichtstaatlicher Rechtsetzung.

Eine historische Perspektive wird mit dem Vortrag ‚Recht ohne Staat. Ein Blick auf die Rechtsgeschichte‘ aufgezeigt. Referent ist Prof. Thomas Duve vom Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte. Vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle kommt Prof. Franz von Benda-Beckmann. Er setzt sich unter dem Titel ‚Recht ohne Staat im Staat‘ mit der ethnologischen Perspektive eines nichtstaatlichen Rechtspluralismus auseinander. Was den grenzüberschreitenden Bereich eines Rechts ohne Staat anbelangt, nimmt Prof. Klaus Dieter Wolf (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) Stellung zur Frage der Einbindung privater Akteure in grenzüberschreitende politische Steuerungsprozesse (‚Unternehmen als Normunternehmer‘). Prof. Gunther Teubner (Goethe-Universität und London School of Economics) beleuchtet die Idee eines transnationalen Konstitutionalismus in seinem Vortrag ‚Verfassungen ohne Staat? Zur Konstitutionalisierung transnationaler Regimes‘. Ein modernes Beispiel nichtstaatlichen Rechts analysiert Prof. Rainer Hofmann (Goethe-Universität) in seinem Beitrag zum Thema ‚Modernes Investitionsschutzrecht - ein Beispiel für entstaatlichte Setzung und Durchsetzung von Recht?‘

Wir wünschen interessante Vorträge und anregende Debatten!

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Übersicht Ringvorlesungen

In den Ringvorlesungen des Exzellenzclusters werden, jeweils aus der Perspektive einer der am Cluster beteiligten Disziplinen, zentrale Aspekte der Forschungsarbeit behandelt. Dabei geht es in erster Linie darum, Studierende, Kollegen und Interessierte an Forschungsständen teilhaben zu lassen und zur Diskussion einzuladen.

Vergangene Veranstaltungen:

Ringvorlesung Sommersemester 2017
Criminal Justice between Purity and Pluralism - Strafrechtspflege zwischen Purismus und Pluralität

Ringvorlesung Sommersemester 2016
Modelling Transformation

Ringvorlesung, Wintersemester 2015/2016
Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften

Ringvorlesung, Sommersemester 2015
Theorizing Global Order

Ringvorlesung, Wintersemester 2014/2015
Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers

Ringvorlesung, erstes Halbjahr 2014
Rechtswissenschaft in Frankfurt vor den Herausforderungen der nächsten 100 Jahre - Erfahrungen und Erwartungen

Ringvorlesung Wintersemester 2013/14
Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System

Ringvorlesung Sommersemster 2012
Normativität und Geschichtlichkeit: Frankfurter Perspektiven II

Ringvorlesung Wintersemester 2011/12
Normativität: Frankfurter Perspektiven

Ringvorlesung Sommersemester 2011
Postsäkularismus

Ringvorlesung Wintersemenster 2010/11
The Nature of Normativity

Ringvorlesung Sommersemester 2010
"Non-Western Approaches to Justice and Peace"

Ringvorlesung Wintersemester 2009/10
Recht ohne Staat? Zur Normativität nichtstaatlicher Rechtsetzung

How are Justice and Peace Understood around the World?

You are kindly invited to participate in the lecture series on “Non-Western Approaches to Justice and Peace” organized by the Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders”. We are looking forward to insightful contributions by leading experts from a variety of academic disciplines on how central normative concepts are understood around the world. We are especially interested in how the interpretation of “justice” and “peace” in non-dominant and non-privileged parts of the globe affects the evolution of a global normative order.

The political discourse on the normative evolution of international society still suffers from Eurocentrism. Concepts like “the state”, “sovereignty”, and “intervention” are rooted in the unique history of European state building and are not easily transferrable to other regions of the world. Ideas and values like “freedom”, “individuality”, and “human rights” have their origin in the Enlightenment and are not accepted as universal throughout the world. This is why Western ideas about promoting international law, creating a liberal economic world order, or establishing a global “responsibility to protect” are often met with reservation and are sometimes viewed as expressions of neo-colonialism.

Non-Western approaches, on the other hand, are often disregarded, accepted only with reservations as theoretically backward, or discredited as reflections of power or ideology. Even speaking in terms of “non-Western” approaches tacitly accepts the “Western” approach as the standard against which alternative accounts should be measured. But if globalization is to be something more than a hegemonic Western project and the transformation of the normative basis of the international system is to win global acceptance, an inter-cultural discourse about normative concepts and ideas is needed. For different historical experiences, cultural developments, and socio-economic conditions have led to diverse notions of justice and peace which need to be brought into harmony with one another.

The aim of this lecture series is to initiate a trans-cultural and inter-civilizational dialogue concerning justice and peace by providing an opportunity to listen and learn about alternative perspectives. We have invited six internationally renowned scholars to address different aspects of the emerging international normative order. Professor Ramesh Thakur, former Assistant Secretary-General of the United Nations, will commence proceedings with a talk on “International Criminal Justice” and the ways in which universal jurisdiction can be embedded in a broader system of democratic policy-making in order to make it acceptable to all of the communities involved. Nikita Dhawan, Professor at Frankfurt University and Director of its Center for Postcolonial Studies, will follow with a lecture on “Gendering Justice in a Postcolonial World”. Dhawan points to the Eurocentric and androcentric bias of traditional concepts of justice arguing that the “Western” intellectual tradition is at once inadequate and indispensible.

Professor Mohamed Ayoob from the University of Michigan will broaden this perspective. In his talk he will outline a “Subaltern Vision of Order and Justice” and call for more inclusionary modes of international policy-making. Siba N’Zatioula Grovogui, Professor at Johns Hopkins University, will provide a thorough theoretical basis for this vision. Drawing on the writings of four African intellectuals and their ideas concerning a just post-colonial system, he establishes the foundation for an alternative account of a universal normative order. Emad Shahin, Professor of Religion, Conflict and Peacebuilding at the University of Notre Dame, starts from a similar angle. By examining the ideas of major contemporary Islamic thinkers, he sheds new light on the concepts of peace, war, and, especially, Jihad in Islam. Jihad, he argues, is a seriously misunderstood concept and should also be interpreted in connection with the ethics of peace in Islam. Yasuaki Onuma, Professor of International Law at the University of Tokyo, will round off the lecture series by presenting an “Intercivilizational Approach to Justice and Peace”. Onuma argues that standards for assessing good governance and human rights often lack objectivity and are insensitive and inappropriate to non-Western realities. He therefore argues for the development of an “intercivilizational” approach to human rights and other normative principles.

A common theme of all presentations will be the similarities and differences between Western and Non-Western concepts and ideas and how divergent notions of justice and peace can be reconciled in order to enhance the well-being of all humankind.

We look forward to interesting lectures and exciting debates!

Professor Christopher Daase

 

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Mittwoch, 12. Mai 2010, ab 18 Uhr c.t.

 

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Ramesh Thakur (Centre for International Governance Innovation, University of Waterloo)

International Criminal Justice
At the Intersection of Power, Norms and a Shifting Global Order

CV

Thakur RameshIn May 2007 Ramesh Thakur took up a new position as Distinguished Fellow at the Centre for International Governance Innovation and Professor of Political Science at the University of Waterloo in Canada. Previously, he was Vice Rector and Senior Vice Rector of the United Nations University (and Assistant Secretary-General of the United Nations) from 1998–2007. Educated in India and Canada, he was a Pro-fessor of International Relations at the University of Otago in New Zealand and Professor and Head of the Peace Research Centre at the Australian National University, during which time he was also a consul-tant/adviser to the Australian and New Zealand governments on arms control, disarmament and interna-tional security issues. He was a Commissioner and one of the principal authors of The Responsibility to Protect (2001), and Senior Adviser on Reforms and Principal Writer of the United Nations Secretary-General’s second reform report (2002). As author or editor of over thirty books and 300 articles and book chapters, he also writes regularly for quality newspapers around the world.

Abstract

As power and influence shift North to South, what are the implications for the normative architecture of global governance? The ICC is the culmination of the search for universal jurisdiction and emblematic of the difficulties in achieving it. In stable polities, the constitution articulates the agreed political vision for the whole community and underpins the separation of the judicial from the legislative and executive branches, enhancing the credibility of all. Such first-order questions are not settled for the international community where law and politics intersect. By not being embedded in a broader system of democratic policymaking and with no political check on it, the ICC could widen the democratic deficit in international governance. Its advancement of universal justice may prove an optical illusion if Westerners enjoy de facto impunity. Judicial romanticism and colonialism can undercut due process, the peace process, and alternative justice mechanisms. Should international justice structures, reflecting past power equations, take away agency from African societies in deciding how to balance peace, justice and reconciliation?

Mittwoch, 5. Mai 2010, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Nikita Dhawan (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Gendering Justice in a Postcolonial World

CV

Nikita DhawanNikita Dhawan is a junior professor for gender and postcolonial studies within the Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders” and Director of the Frankfurt Research Center for Postcolonial Stu-dies (FRCPS). Her research interest is in political philosophy, transnational gender studies and postco-lonial theory at the Cluster of Excellence of the University of Frankfurt. Born in India, she studied philoso-phy and German language and literature at the University of Mumbai as well as gender studies at the Research Centre for Women's Studies (RCWS) at SNDT Women's University Mumbai/India. Professor Dhawan received her doctorate in 2006 from Ruhr-Universität Bochum. Her books are „Impossible Speech. On the Politics of Silence and Violence” (Academia, 2007) und “Postkoloniale Theorie: Eine kri-tische Einführung“ (Transcript, 2005 mit María do Mar Castro Varela). The most recent article is „Zwischen Empire und Empower: Dekolonisierung und Demokratisierung“ (Femina Politica - die Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft 2/2009).

Abstract

One of the most important insights offered by postcolonial theory is that ‘the Western’ intellectual tradition is simultaneously indispensible and inadequate in understanding the realities of a postcolonial world. On the one hand, most theories of justice not only reproduce a Eurocentric but also an androcentric bias. On the other hand, when gender injustice is addressed, it is reduced to justice between the sexes, which overlooks other intersecting categories like race, class, caste, religion from a transnational perspective. The aim of this talk is to approach the question of gender justice with regard to the postcolonial world by exploring how postcolonial contexts offer important lessons for theory building on global justice as they challenge universal blueprints for implementing of norms. Drawing on discourses and experiences from the global south and third world feminism, while circumventing the dualism of universalism and cultural relativism, the attempt will be to address the following issues: How do notions of justice travel among the asymmetrical spaces of postcoloniality? How is injustice experienced in different contexts? Which gender norms are produced by theories of global justice? How are theories of (gender) justice transformed when perspectives from the global south are taken seriously?

Mittwoch, 19. Mai 2010, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Mohammed Ayoob (Michigan State University)

Subaltern Approach(es) to Order and Justice
A Preliminary Exploration

CV

Mohammed AyoobMohammed Ayoob is Distinguished Professor of International Relations at the Michigan State University. He holds a joint appointment in James Madison College and the Department of Political Science. Previously he held faculty appointments at the Australian National University and Jawaharlal Nehru University in India, as well as visiting appointments at Columbia, Sydney, Princeton, Oxford, and Brown Universities and at Bilkent University in Ankara, Turkey. A specialist on conflict and security in the Third World, he also works on the intersection of religion and politics in the Muslim world. He has acted as a consultant to the International Commission on Intervention and State Sovereignty, the High Level Panel on Threats, Challenges and Change appointed by the UN Secretary General. His books include „The Third World Security Predicament: State Making, Regional Conflict, and the International System“ (Lynne Rienner, 1995), „and Southeast Asia: Indian Perceptions and Policies“ (Routledge, 1990) and „The Politics of Is-lamic Reassertion“ (St. Martins, 1981). His latest book is titled „The Many Faces of Political Islam: Reli-gion and Politics in the Muslim World“ (University of Michigan Press, 2008).

Abstract

The importance of the subaltern vision of order and justice lies in the fact that the large majority of states in the international system can be categorized as subaltern for they are weak, vulnerable, and, therefore, open to external penetration. While this is a function of the early stage of state-making in which they find themselves, their vulnerabilities owe substantially to their colonial experience and the workings of an in-ternational system that concentrates power in the hands of a small number of states that form a de facto concert that controls the international security and economic agendas. According to the subaltern pers-pective, international order must be acceptable to the large majority of (subaltern) states otherwise it will continue to remain precarious and unstable. While the hegemonic standpoint emphasizes order among states and justice within them, the subaltern perspective stresses order within states and justice among them. This tension has manifested itself, although not always very neatly, in such diverse arenas of inter-national politics as humanitarian intervention, nuclear proliferation, and the emergence of political Islam as the principal ideology of resistance against global hegemony.

Mittwoch, 2. Juni 2010, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Siba N’Zatioula Grovogui (Johns Hopkins University, Baltimore)

Can You Hear Me Now?
‘The Last Normative Order’ and Why it Collapsed

CV

Siba N. GrovoguiSiba N. Grovogui, born in Guinea, is Professor of International Relations and Political Theory at Johns Hopkins University’s Department of Political Science since July 2005. 2001-2005 he was Associate Pro-fessor, 1995–2001 Assistant Professor at Johns Hopkins University. From 1993- 1995 he was Assistant Professor at Eastern Michigan University. 1989 –1990 he was DuBois-Mandela-Rodney Postdoctoral fellow at the University of Michigan. His latest books are „Beyond Eurocentrism and Anarchy: Memories of International Order and Institutions“ (Palgrave, 2006) and „Sovereigns, Quasi-Sovereigns, and Africans: Race and Self-Determination in International Law“ (University of Minnesota Press, 1996). His articles include: ‘Counterpoints and the Imaginaries Behind Them: Thinking Beyond North American and European Traditions,’ International Political Sociology. ‘No Bridges to Swamps: A Postcolonial Perspective On Disciplinary Dialogue,’ in International Relations. ‘The New Cosmopolitanisms: Contexts, Subtexts, and Pretexts,’ International Relations. ‘Regimes of Sovereignty: Rethinking International Morality and the African Condition,’ The European Journal of International Relations. ‘Come to Africa: A Hermeneutic of Race in International Theory,’ Alternatives.

Abstract

This presentation is a commentary on the processes of constitution and implementation of the postwar global normative order.  It is based on the interventions of four African intellectuals pertaining to an inci-pient ‘order of justification’ for postcolonial – and therefore global – justice, freedom, and democracy. These individuals predicted with near-atomic accuracy the coming dysfunctions and crises of governance of the postwar liberal international order. Secondly, they envisaged an alternative ‘universal’ moral (or normative) order from multiple orders of justification and diverse political and moral concerns. Thirdly, they claimed the likes of Hugo, Voltaire, Kant, Diderot, and Rousseau as their own ‘inheritance’ in equal measure with African traditions in order to legitimize their own claims to the world. The path that they outlined is one to which I subscribe and that I wish to explore further.

Mittwoch, 16. Juni 2010, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Emad Shahin (Kroc Institute for Peace Studies, University of Notre Dame)

Jihad, Combat, and Peace in Islam

CV

Emad ShahinEmad Shahin is Henry Luce Associate Professor of Religion, Conflict and Peacebuilding at the Kroc Institute, University of Notre Dame (USA). Before coming to Notre Dame, Shahin was associate professor of political science at the American University in Cairo, visiting associate professor in the department of government at Harvard University (2006-2009), and visiting scholar in the Islamic Legal Studies Program at Harvard Law School (2006). Shahin is a comparativist who examines the foundation for democracy and political reform within Islamic law, philosophy, and political practices. His recent work includes „Political Ascent: Contemporary Islamic Movements in North Africa“ (Westview 1997), co-editorship of „Struggling over Democracy in the Middle East and North Africa“ and co-authorship of "Islam and Democracy," published in Arabic. He is the editor-in-chief of The Oxford Encyclopedia of Islam and Politics (Oxford University Press, forthcoming in 2011), and he is co-editing The Oxford Handbook of Islam and Politics (Oxford University Press, forthcoming in 2011) with John L. Esposito of Georgetown University.

Abstract

For centuries, the concept of jihad has been misunderstood and equated with “Holy War” and violence. In a post-September 11 world, Islam itself has increasingly become associated with intolerance, violence and terrorism. Pundits have coined the terms Jihadism and jihadists as a new ideological counterforce to the West, globalization, and democratic values. In his lecture, Professor Emad Shahin makes distinctions between jihad and fighting/war in Islam. He will examine the different theories of jihad in Islam, the theo-ries of war and combat, and the conditions and manner under which violence is conducted. He will ana-lyze the ideas of major contemporary Islamic thinkers who have influenced the perception and the use of jihad in modern times, how the concept has been applied by certain movements, and the structural caus-es behind violence.  Shahin will also address the ethics of peace in Islam and the major theories that focus on the principles of peace in Islam. He will analyze the factors that impede the spread and imple-mentation of these peaceful values.

Mittwoch, 30. Juni 2010, ab 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Professor Yasuaki Onuma (University of Tokyo)

An “Intercivilizational” Approach to Peace and Justice

CV

Yasuaki  OnumaYasuaki Onuma is professor for International Law at the faculty of law of the University of Tokyo. He was a visiting scholar at Harvard Law School, in Princeton, Yale and at the Max-Planck-Institute for Foreign and International Criminal Law in Freiburg i. Br.. Being a leading expert on the history of International Law and Human Rights, he has published inter alia “An Intercivilizational Approach to Human Rights“ (in press); “Human Rights, States and Civilizations“ (Chikuma Shobo, 1998); “A Normative Approach to War: Peace, War, and Justice in Hugo Grotius“ (ed., Clarendon Press, 1993); “From the Tokyo War Crimes Trial to the Philosophy of Japanese Postwar Responsibilities for War“ (2nd edition) (Toshindo, 1987); “Beyond the Myth of a Monoethnic Society“ (Toshindo, 1986); “The Tokyo War Crimes Trial: An International Symposium“ (Kodansha International, 1986). “The Need for an Intercivilizational Approach to Evaluating Human Rights” (in: Human Rights Dialogue).

Abstract

International peace and justice are usually discussed with reference to Western standards. These stan-dards are not objective however, and are often insensitive and inappropriate to non-Western realities. 
Therefore, Yasuaki Onuma argues for the development of an “intercivilizational” approach. A Western “universalist” approach assumes that a common value system based on Western philosophy will be achieved through legalistic mechanisms; an intercivilizational approach instead assumes the existence of plural value systems and seeks their integration. The notion that what is universal is something Western must be dispelled. Over and over again, the “Asian way,” Islam, the social customs of Hinduism, and the ethics of Confucianism are cited as examples of particularity, while the “European way” or Christianity are not. Unless an intercivilizational approach is adopted, it seems unlikely that a non-Western value could gain universal acceptance. That said, the major human rights instruments and declarations, to which the overwhelming majority of nations are committed, can provide a first cut at identifying intercivilizational human rights. The intercivilizational validity of existing provisions can then be measured by the degree to which their formulation is inclusive.

Ringvorlesungen

In den Ringvorlesungen werden, jeweils aus der Perspektive einer der am Forschungsverbund beteiligten Disziplinen, zentrale Aspekte der Forschungsarbeit behandelt. Dabei geht es in erster Linie darum, Studierende, Kollegen und Interessierte an Forschungsständen teilhaben zu lassen und zur Diskussion einzuladen.

Ringvorlesung Winterssemester 2021/2022
Algorithmen und demokratische Systeme
Weitere Informationen folgen

 

Vergangene Veranstaltungen:

Ringvorlesung Sommersemester 2021
Algorithms - Between Trust and Control

Ringvorlesung Wintersemester 2020/2021
Machtverschiebung durch Algorithmen und KI

Ringvorlesung Wintersemester 2019/2020
Haftungsrecht und Künstliche Intelligenz

Ringvorlesung Sommersemester 2019
Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz

Ringvorlesung Wintersemester 2018/2019
The End of Pacification? The Transformation of Political Violence in the 21st Century

Ringvorlesung Sommersemester 2017
Criminal Justice between Purity and Pluralism - Strafrechtspflege zwischen Purismus und Pluralität

Ringvorlesung Sommersemester 2016
Modelling Transformation

Ringvorlesung, Wintersemester 2015/2016
Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften

Ringvorlesung, Sommersemester 2015
Theorizing Global Order

Ringvorlesung, Wintersemester 2014/2015
Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers

Ringvorlesung, erstes Halbjahr 2014
Rechtswissenschaft in Frankfurt vor den Herausforderungen der nächsten 100 Jahre - Erfahrungen und Erwartungen

Ringvorlesung Wintersemester 2013/14
Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System

Ringvorlesung Sommersemster 2012
Normativität und Geschichtlichkeit: Frankfurter Perspektiven II

Ringvorlesung Wintersemester 2011/12
Normativität: Frankfurter Perspektiven

Ringvorlesung Sommersemester 2011
Postsäkularismus

Ringvorlesung Wintersemenster 2010/11
The Nature of Normativity

Ringvorlesung Sommersemester 2010
"Non-Western Approaches to Justice and Peace"

Ringvorlesung Wintersemester 2009/10
Recht ohne Staat? Zur Normativität nichtstaatlicher Rechtsetzung

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Prof. Christine Korsgaard (Harvard University)

The Normative Constitution of Agency

CV

Chaltristine M. Korsgaard (BA University of Illinois, 1974; PhD Harvard, 1981; LHD, University of Illinois, 2004) is Arthur Kingsley Porter Professor of Philosophy at Harvard University. She works on moral philosophy and its history, the theory of practical reason, the philosophy of action, personal identity, and the relations between human beings and the other animals. She is the author of four books: Self-Constitution: Agency, Identity, and Integrity (Oxford 2009), The Constitution of Agency (Oxford 2008), The Sources of Normativity (Cambridge 1996), and Creating the Kingdom of Ends (Cambridge 1996). She is also one of the editors of Reclaiming the History of Ethics: Essays for John Rawls (Cambridge 1997). She is currently working on Moral Animals, a book about the place of rationality and value in nature. She has held positions at Yale, the University of California at Santa Barbara, and the University of Chicago. She won a Mellon Distinguished Achievement Award in 2004 and has served as President of the Eastern Division of the
American Philosophical Association.

Abstract

The philosophical tradition affords us two different there are naturalistic conceptions, according to which an action is essentially a movement caused by a certain kind of mental state. Second, there are normative conceptions, familiar from the tradition of political philosophy, according to which the agency of some unit is constituted by the normative relations among its parts, and an action is just a movement produced by a properly constituted agent. For example, something done by the members of a political state counts as an action of the state only if it was enacted in the proper way by the right authorities. Some philosophers in the tradition, most notably Plato and Kant, have appealed to the idea of normative constitution to explain individual agency. These accounts may seem fanciful to modern ears, but I argue that they embody an important point: the kind of unity that is essential to agency must be normatively constituted.

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Prof. Robert Pippin (University of Chicago)

Reason’s Form

CV

Robert altB. Pippin is the Evelyn Stefansson Nef Distinguished Service Professor in the Committee on Social Thought, the Department of Philosophy, and the College at the University of Chicago. He is the author of several books on German idealism, including Kant’s Theory of Form; Hegel’s Idealism: The Satisfactions of Self-Consciousness; and Modernism as a Philosophical Problem. His latest books are The Persistence of Subjectivity (Cambridge 2007), Hegel’s Practical Philosophy (Cambridge 2008), Nietzsche, Psychology and First Philosophy (Chicago 2010), and Hollywood Westerns and American Myth (Yale 2010). An expanded version of his 2009 Spinoza lectures, Hegel on Self-Consciousness: Desire and Death in Hegel’s Phenomenology of Spirit, will be published this fall. He is a winner of the Mellon Distinguished Achievement Award in the Humanities, and is a fellow of the American Academy of Arts and Sciences, and the American Philosophical Society.

 

Abstract

 

Kant’s theory of moral obligation is at the same time a theory of autonomy. According to Kant, true autonomy requires an agent’s subjection to the “form of pure practical reason”, and this subjection involves an unconditional obligation to obey what such a “form”, also famously called the Categorical Imperative, demands. Critics have long argued that such a subjection bears little relation to our moral experience, and that it leads to a rigoristic and empty, formalist morality. I argue here that everything depends on how we understand what Kant means by the “form” of pure practical reason, and I attempt to explain Kantian formality by attention to how he understands the notion in his theoretical philosophy. The result is a picture of Kantian morality not as subject to these traditional objections.

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Prof. Joseph Raz (Columbia University, New York)

Normativity: What Is It and How Can It Be Explained?


CV

Joseph Raz is Professor of Law at Columbia University of Arts and Sciences. 1972-85 he was professor of the philosophy of Law at Oxford University, and fellow of Balliol College, 1985-2006 Research Professor at Oxford University. He was visiting professor at Rockefeller University, Australian National University, UCLA at Berkeley, University of Toronto, Yale Law School, U. of Southern California, UC Irvine, Princeton University, U. of Michigan at Ann Arbor, Complutensa U. Madrid, and was invited to distinguished lectures (e.g., Kobe Lecture, Tokyo and Kyoto 1994; Tanner Lectures, Berkeley 2001; Storrs Lectures, Yale 2003; Minerva Lecture in Human Rights, Tel Aviv U. 2006). Honorary Doctor, Katholieke Universiteit, Brussels 1993; King´s College, London 2009. Publications include: The Authority of Law (1979, 2nd expanded ed. 2009); The Concept of a Legal System (1970, 2nd. Ed., 1980); The Morality of Freedom (1986); Practical Reasons and Norms (1975, 2nd. ed., 1980, dt. Übers. Praktische Gründe und Normen, 2006); Ethics in the Public Domain (rev. paperback ed. 1995), Engaging Reason (2000); Value, Respect, and Attachment (2001); The Practice of Value (2003); Between Authority and Interpretation (2009).

Abstract

All normative phenomena are normative in as much as, and because, they provide reasons or are partly constituted by reasons. This makes the concept of a reason key to an understanding of normativity. I will present some thoughts about the nature of normative reasons, of rationality, and of the place of normativity in our life, and the connections between sociality (i.e. the fact that people are social animals), culture and normativity.

Mittwoch, 12. Januar 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Prof. Thomas M. Scanlon (Harvard University)

Metaphysical Objections to Normative Truth

CV

Thaltomas M. Scanlon is Alford Professor of Natural Religion, Moral Philosophy, and Civil Polity at Harvard University. He received his B.A. from Princeton in 1962 and his Ph.D. from Harvard. In between, he studied for a year at Oxford as a Fulbright Fellow. He taught at Princeton from 1966 before coming to Harvard in 1984. Professor Scanlon’s dissertation and some of his first papers were in mathematical logic, but the bulk of his teaching and writing has been in moral and political philosophy. He has published papers on freedom of expression, the nature of rights, conceptions of welfare, and theories of justice, as well as on foundational questions in moral theory. His teaching in the department has included courses on theories of justice, equality, ethical theory, and practical reasoning. His  book, What We Owe to Each Other, was published by Harvard University Press in 1998; a collection of papers on political theory, The Difficulty of Tolerance, was published by Cambridge University Press in 2003. His most recent book is Moral Dimensions Permissibility, Meaning, Blame, published by Harvard University Press in 2008. Professor Scanlon gave the John Locke Lectures, Being Realistic about Reasons, in Oxford in 2009.

Abstract

The idea that there are irreducibly normative truths about reasons for action, which we can discover by thinking carefully about reasons in the usual way, has been thought to be subject to three kinds of objections: metaphysical, epistemological, and motivational or, as I would prefer to say, practical. Metaphysical objections claim that a belief in irreducibly normative truths would commit us to facts or entities that would be metaphysically odd, incompatible, it is sometimes said, with a scientific view of the world. In this essay I argue that the idea that there are irreducibly normative truths has no problematic metaphysical implications. Explaining why this is so requires an explanation of what „ontological commitment“ comes to. It also requires an explanation of the relation between normative facts and non-normative facts, and how normative facts can depend on („supervene on“) non-normative facts without being reducible to them.

Mittwoch, 19. Januar 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Prof. Robert B. Brandom (University of Pittsburgh)

From German Idealism to American Pragmatism – and Back

CV

Robert Boyce Brandom is Distinguished Professor of Philosophy and Fellow of the Center for the Philosophy of Science at the University of Pittsburgh, Felloaltw of the American Academy of Arts and Sciences, and Recipient of the A.W. Mellon Foundation Distinguished Achievement in the Humanities Award. His Ph.D. is from Princeton (1977) and his B.A. is from Yale (1972). He has held visiting fellowships at the Center for Advanced Studies in the Behavioral Sciences at Stanford and at All Souls College, Oxford, and was Leibniz Professor at the University of Leipzig. He delivered the John Locke lectures at Oxford, the Woodbridge lectures at Columbia, the Hempel lectures at Princeton, the Townsend lectures at Berkeley, and the Nelson lectures at the University of Michigan. His books include Making It Explicit (Harvard 1994), Between Saying and Doing (Oxford 2008), Tales of the Mighty Dead (Harvard 2002 ), Articulating Reasons (Harvard 2000), Reason in Philosophy (Harvard 2009), and Perspectives on Pragmatism (Harvard 2011). He has edited In the Space of Reasons: Selected Papers of Wilfrid Sellars (with Kevin Scharp) (Harvard 2007), and Empiricism and the
Philosophy of Mind (Harvard 1997). His longtime philosophical interests include the philosophy of language, of mind, and of logic, German Idealism, pragmatism, and Wilfrid Sellars.

Abstract

Kant’s revolutionary normative turn presented judgments and intentional actions as commitments subjects are responsible for, so as subject to distinctive kinds of normative assessment. The American Pragmatists continued Hegel’s naturalizing and historicizing of this normative criterion of demarcation of sapience. This essay distinguishes what is most progressive in the pragmatists’ thought about sapience – their fundamental pragmatism (understanding knowing-that in terms of knowing-how), methodological pragmatism (semantics answers to pragmatics) and semantic pragmatism (functionalism about the relations between meaning and use) – from the instrumental pragmatism (understanding language and thought as tools) that is often identified as their characteristic doctrine. A weakness of the pragmatist tradition concerns its treatment of language, specifically, to answer the demarcation question (what distinguishes discursive practice?), which is the hinge linking the emergence question (how could and did discursive practices arise from nondiscursive ones?) and the leverage question (how is it that the transition to discursive practices brings with it so many other new capacities?). As a response to this difficulty, a return to something like the rationalist pragmatism of Hegel is recommended.

Bildergalerie:

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Mittwoch, 16. Februar 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Dr. Sabina Lovibond, (Worcester College, Oxford University)

Practical Reason and Character-Formation


CV

Sabina Lovibond is a Fellow and Tutor in Philosophyat Worcester College, Oxford (since 1984) and a member of the Faculty of Philosophy of Oxford University. Her publications include Realism and
Imagination in Ethaltics (Basil Blackwell and University of Minnesota Press, 1983); Ethics: A Feminist Reader (edited with Elizabeth Frazer and Jennifer Hornsby: Blackwell, 1992); Essays for David Wiggins: Identity, Truth and Value (edited with S. G. Williams: Blackwell, 1996; reissued in paperback, 2000, under the title Identity, Truth and Value: Essays for David Wiggins); Ethical Formation (Harvard University Press, 2002); Iris Murdoch, Gender and Philosophy (Routledge, forthcoming 2011); and a number of articles, mainly in ethics and feminist theory, such as ‘Feminism and Postmodernism’ in New Left Review 178 (1989).

Abstract

Anglophone ethical theory in the second half of the twentieth century found much to admire in the Aristotelian conception of phronesis - a complex mode of sensitivity to objective practical reasons, developed through initiation into a pre-existing form of social life. However, over the same period any such conception had to face the challenge of powerful sceptical considerations issuing not only from the neo-Humian ‘non-cognitivist’ tradition, but also from theoretical anti-humanism in the continental) European style. This lecture takes its cue more from the latter type of scepticism about practical reason, and will acknowledge the essential incompleteness of the process of characterformation; but I will nevertheless suggest that a contemporary reading of ‘Platonic-Aristotelian’ ethics (to use the unitarian term favoured by H.-G. Gadamer) is as well placed as any current philosophy to show that adherence to the ethical standpoint need not be either naive or dogmatic.

Ringvorlesung WiSe 10/11

The Nature of Normativity

Wintersemester 2010/2011 des Exzellenzclusters

Goethe-Universität Frankfurt a.M. / Campus Westend / Hörsaalzentrum / HZ5

Plakat Ringvorlesung10-11Normativität ist das alltäglichste, und doch ein philosophisch nur schwer aufzuklärendes Phänomen. Das alltäglichste, weil wir uns in unserem Denken und Handeln an eine Reihe von Normen, Werten und Regeln gebunden sehen, ohne dass wir unmittelbar dazu gezwungen sind - etwa soziale Konventionen der Höflichkeit, ein Ethos der Professionalität, Bindungen der Freundschaft, Versprechen, die zu halten sind, bis hin zu allgemeinen moralischen Normen. Auch bei rechtlich bindenden Normen werden unterschiedliche Erklärungen ihrer Geltungsgründe gegeben. Die zentrale Frage der Normativität lautet, woraus sich die Bindekraft solcher Normen, Werte und Regeln speist: aus instrumentellen Überlegungen, aus sozialen Erwartungen, aus autonomer Selbstbindung oder aus einer normativen, vielleicht nur metaphysisch zu erklärenden Realität jenseits der empirischen Welt?

Die Philosophinnen und Philosophen, die im Rahmen dieser für die Thematik des Exzellenzclusters zentralen Ringvorlesung vortragen werden, sind die auf diesem Feld international renommiertesten ExpertInnen. Sie werden das Wesen der Normativität aus unterschiedlichen Perspektiven heraus diskutieren, und so entsteht ein Panorama des state of the art der zeitgenössischen Philosophie. Die Vorlesungen werden jeweils von einem der Sprecher des Clusters eingeleitet

Programm

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 18 Uhr
Professor Robert Pippin (University of Chicago)
Reason's Form
weitere Informationen: hier

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 18 Uhr
Professor Christine Korsgaard (Harvard University)
The Normative Constitution of Agency
weitere Informationen: hier

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 18 Uhr
Professor Joseph Raz (Columbia University)
Normativity: what is it and how can it be explained?
weitere Informationen: hier

Mittwoch, 12. Januar 2011, 18 Uhr
Professor Thomas M. Scanlon (Harvard University)
Metaphysical Objections to Normative Truth
weitere Informationen: hier

Mittwoch, 19. Januar 2011, 18 Uhr
Professor Robert Brandom (University of Pittsburgh)
From German Idealism to American Pragmatism – and Back
weitere Informationen: hier

Mittwoch, 16. Februar 2011, 18 Uhr
Dr. Sabina Lovibond (University of Oxford)
Practical Reason and Character-Formation
weitere Informationen: hier

Ringvorlesung SoSe 11

Postsäkularismus

Sommersemester 2011 des Exzellenzclusters

Goethe-Universität Frankfurt a.M. / Campus Westend / Hörsaalzentrum

altWer heute über die Herausbildung normativer Ordnungen nachdenkt, kommt an der sogenannten „Rückkehr der Religion“ in den gegenwärtigen Gesellschaften, nicht nur den westlichen, nicht vorbei. Nicht dass die Religionen jemals verschwunden waren, wie das Wort der „Rückkehr“ nahezulegen scheint, aber die religiöse Dimension sozialer Konflikte hat in nationalen Kontexten wie auch global betrachtet in den letzten Jahrzehnten sehr an Bedeutung gewonnen. Denkt man an die diversen Diskussionen über Fundamentalismus und Gewalt, über das angebliche Ende oder vielmehr den Anfang multikultureller Gesellschaften und an Fragen der interkulturellen Verbindlichkeit universaler Normen wie der Menschenrechte, so sehen nicht wenige eine Wiederkehr vergangen geglaubter Zeiten religiös motivierter Kämpfe. Diese Fragen beschäftigen uns in diversen Forschungsprojekten wie auch in zentralen Veranstaltungen. Und so gehen in dieser Ringvorlesung ausgewiesene Experten der Frage nach, ob bzw. in welchem Sinne wir in einem „postsäkularen“ Zeitalter leben. Mit diesem Begriff, den Jürgen Habermas in die Debatte eingebracht hat, wird die Frage gestellt, welche Rolle die Religion in freiheitlichen und demokratischen, religiös pluralistischen Gemeinwesen spielt und spielen soll; insbesondere geht es darum, wie es möglich ist, zwischen verschiedenen religiösen, areligiösen und antireligiösen Überzeugungen, die in einer Gesellschaft aufeinanderprallen, eine gemeinsame politische Sprache zu finden – und welche Lernprozesse dazu jeweils nötig sind.

Programm

Mittwoch, 4. Mai 2011, 18 Uhr
Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Wilhelm Graf (LMU München)

Kreationismus. Ein Kapitel aus der Religionsgeschichte der Moderne
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 11. Mai 2011, 18 Uhr
Dr. Bart Barendregt (Leiden University)
Funky but Shariah. Sonic Discourse on Muslim Malay Modernity
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 1. Juni 2011, 18 Uhr
Prof. Dr. Volkhard Krech (Ruhr-Universität Bochum)

Wiederkehr der Religion? Beobachtungen zur religiösen Lage im 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 15. Juni 2011, 18 Uhr
Prof. Dr. Charles Taylor (McGill University Montreal)

The Meaning of ,Post-Secular'
weitere Informationen: hier...

Donnerstag, 16. Juni 2011, 18 Uhr
Prof. Dr. José Casanova (Georgetown University Washington (D.C.))
Can religions be ranked hierarchically? Stadial consciousness and religious diversity in our global post-secular age
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 22. Juni 2011, 18 Uhr
Prof. em. Dr. Dr. h.c. Karl Gabriel (Exzellenzcluster Religion und Politik der Universität Münster)

Der lange Abschied von der Säkularisierungsthese - und was kommt danach?
weitere Informationen: hier...

 

Mittwoch, 4. Mai 2011, 18 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Wilhelm Graf (LMU München)

Kreationismus. Ein Kapitel aus der Religionsgeschichte der Moderne

Abstract

Im frühen 20. Jahrhundert entsteht in den USA eine neue Form religiösen Schöpfungsglaubens, der sogenannte Kreationismus. Einst nur ein protestantisch-evangelikales Phänome, finden sich kreationistische Weltbilder inzwischen auch im Katholizismus, Judentum und Islam. Im Vortrag werden Genese, theologische Programme und die
neuen religionsübergreifenden kreationistischen Netzwerke analysiert und zugleich danach gefragt, wie sich die Erfolgsgeschichten des modernen Kreationismus deuten lassen.

CV

altFriedrich Wilhelm Graf, geboren 1948, ist seit 1999 Ordinarius für Systematische Theologie und Ethik an der Universität München. Zuvor hatte er an der Universität Augsburg (1988 bis 1992 und 1996 bis 1999) und der Universität der Bundeswehr in Hamburg gelehrt (1992 bis 1996) und war Fellow am Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt (1998 bis 1999). Als erster Theologe wurde er 1999 mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Er ist Visiting Professor der Seigakuin University in Tokyo (seit 2000), Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (seit 2001), Research Fellow der University of Pretoria (seit 2001), war 2003/2004 Stipendiat des Historischen Kollegs München und ist Elected Permanent Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin (seit 2005). Von 2006 bis 2007 forschte er als Fellow ebenda. – Aktuelle Publikationen (Auswahl): (Hg.) Ernst Troeltschs „Historismus“, Gütersloh 2000, 2. Auflage 2003 [Troeltsch-Studien 11]; (Hg.) Klassiker der Theologie, München 2005; Moses Vermächtnis. Über göttliche und menschliche Gesetze, München 2006; Der  Protestantismus. Geschichte und Gegenwart, München 2006.

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Mittwoch, 11. Mai 2011, 18 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Dr. Bart Barendregt (Leiden University)

Funky but Shariah. Sonic Discourse on Muslim Malay Modernity



Abstract

In this presentation Barendregt focuses on nasyid, a popular music genre that since the mid-1990s has been popular across Muslim Southeast Asia, but is especially  produced and consumed in cities and towns with a large student population and a Muslim activist tradition. The mix of pop, politics and piety will be used here to tackle the increasing complexity of post secular majority Muslim societies. Nasyid is the auditory component of a newly styled Islamic popular culture that has been successful in not only addressing questions about what it is to be a modern Muslim youth in Southeast Asia, reconciling piety with a consumerist lifestyle, but also had been expressive of their political aspirations. In Malaysia nasyid has been instrumental in propagating the ideals of the now banned Darul Arqam movement, whereas Indonesian nasyid musicians and their audiences are explicitly linked to the aspirations of the Islamist Justice Party (PKS). Both organizations have been successful in addressing the needs of young well-educated Muslims, at the same time offering them a perspective of a more righteous, utopian style communal society.

CV

altBart Barendregt is an anthropologist who lectures at the Institute of Social and Cultural Studies, Leiden University in the Netherlands. He is now as a senior researcher part time affiliated to the Royal Institute for Southeast Asian and Caribbean Studies (KITLV-KNAW), where he is coordinating a four year project funded by the Netherlands Organization for Scientific Research (NWO). Within the framework of this project, he is currently working on his book about nasyid: Islamic boy band music and the mixing of religion, youth culture and politics that has become so popular among Malaysian and Indonesian student-activists. Barendregt is as a senior researcher also affiliated to another NWO project, The Future is Elsewhere: Towards a Comparative History of Digital Futurities. At present Barendregt lectures on Southeast Asian culture and society, popular and digital culture and media anthropology. – Selected publications: Films: 2007, Generasi Jempol / The Finger Top Generation: Mobile Modernities in Contemporary Java. DVD Documentary (32 minutes). Leiden University in collaboration with Sorot Media: Leiden, Yogyakarta;
Chapters and articles: 2011 ‘Pop, Politics and Piety: Nasyid Boy band Music in Muslim Southeast Asia’, in Weintraub, A. N. (ed.) Islam and popular culture in Indonesia and Malaysia, pp. 235-256. London: Routledge; 2011, ‘Tropical Spa Cultures, Eco-chic, and the Complexities of New Asianism’, in Van Dijk, C. and J. Gelman Taylor (eds) Cleanliness in Southeast Asia. Leiden: KITLV Press.

Mittwoch, 1. Juni 2011, 18 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Prof. Dr. Volkhard Krech (Ruhr-Universität Bochum)

Wiederkehr der Religion? Beobachtungen zur religiösen Lage im 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Abstract

Der Vortrag erörtert die Fragen, ob die Annahme einer Säkularisierung im Sinne der abnehmenden Wichtigkeit von Religion empirischen Befunden stand hält und ob derzeit eine Bedeutungszunahme zu verzeichnen ist. Im Einzelnen wird ein Überblick über die gegenwärtige religiöse Lage im internationalen Maßstab gegeben und Entwicklungen auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen am Beispiel Deutschlands im 20. Jahrhundert nachgezeichnet. Dabei wird die These begründet, dass – jedenfalls in westlichen Gesellschaften – nicht religiöse Überzeugungen und Praktiken selbst zunehmen, sondern die Kommunikation über Religion, und sie zu einem Marker innerhalb von „Identitätspolitiken“ wird. Prof. Dr. Volkhard Krech, Ruhr-Universität Bochum

CV

altVolkhard Krech, geb. 1962, ist seit 2004 Professor für Religionswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. In den Jahren 1995 bis 2004 war er Referent für Religionssoziologie an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Sozialwissenschaftliche Religionstheorie, religiöser Pluralismus und Globalisierung, Religion und Gewalt, Religion und Kunst, Wissenschaftsgeschichte der Religionsforschung. – Wichtigste
Veröffentlichungen: Religion und Kunst, in: Birgit Weyel und Wilhelm Gräb (Hgg.), Religion in der modernen Lebenswelt, Göttingen 2006, 101-117; Götterdämmerung. Auf der Suche nach Religion, Bielefeld 2003; Sacrifice and Holy War: A Study of Religion and Violence. P. 1005-1021 in W. Heitmeyer and J. Hagan (eds.): International Handbook of Violence Research, Dordrecht/Boston/London 2003; Wissenschaft und Religion. Studien zur Geschichte der Religionsforschung
in Deutschland 1871 bis 1933, Tübingen 2002; Religionssoziologie, Bielefeld 1999; Georg Simmels Religionstheorie, Tübingen 1998.

 

Mittwoch, 15. Juni 2011, 18 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ2

Prof. Dr. Charles Taylor (McGill University Montreal)

The Meaning of ,Post-Secular'



Abstract

The advaltance of secularity, in the three dimensions which are discussed in Taylor’s book “A Secular Age”, has not been reversed. There is no “postsecular age” in this sense. But what has decisively changed is that the earlier “secularization” narrative, to the effect that modernity must lead to a decline of religion, to the point even possibly of disappearance, has been discredited. The “postsecular” doesn’t refer to a new social condition, but to a changed understanding of our present condition, and even a changed understanding mainly on the part of academics and intellectuals. This changed understanding, however, makes us aware that we need new policies in many areas. So the interesting topic is the changed understanding we need of our secularist regimes which are just as clearly necessary as they always were, but we have
to see them in a new light.

CV

Charles Taylor is Emealtritus Professor of Philosophy at McGill University, Montreal. Born in 1931 in Canada, he studied at McGill University in Montreal and at Oxford University, where he acquired his Ph.D. in 1961. Charles Taylor taught political philosophy at McGill University from 1961 to 1997. During his academic career, he held several guest professorships, among others at the universities in Oxford and Princeton and at the Goethe University Frankfurt and the Hebrew University Jerusalem.
– Selected recent publications: Dilemmas and Connections: Selected Essays (Harvard University Press, 2011); A Secular Age (Harvard University Press, 2007); Modern Social Imaginaries (Duke University Press, 2004); Varieties of Religion Today: William James Revisited (Harvard University Press, 2002).

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Mittwoch, 16. Juni 2011, 18 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Prof. Dr. José Casanova (Georgetown University Washington (D.C.))

Can religions be ranked hierarchically? Stadial consciousness and religious diversity in our global post-secular age


Abstract

The lecture will explore the tension between our stadial theories of religious evolution which link processes of religious rationalization to genealogical explanations of our modern secular age and therefore need to establish hierarchic asymmetries between lower and higher forms of religion and our phenomenological post-secular  consciousness which can experience all human religious forms, from the most “primitive” to the most “postmodern”, as formally equal and symmetrical within the immanent frame of our post-secular global age.

 

CV

José Casanova is Professor of Sociology and Senior Fellow at the Berkley Center for Religion, Peace, and World Affairs at Georgetown University, where he heads the Program on Religion, Globalization, and the Secular. Previously he served as Professor of Sociology at the New School for Social Research in New York from 1987 to 2007 and has held visiting appointments at New York University, at Columbia University, at Vienna's Institut für die Wissenschaften vom Menschen, at the Central European University in Budapest, at the Wissenschaftskolleg zu Berlin, at the Freie Universität Berlin, at the University of Uppsala, and at the Lichtenberg-Kolleg in Göttingen. He has published widely in the areas of sociological theory, religion and politics, transnational migration, and globalization. His best-known work, Public Religions in the Modern World (Chicago, 1994) has become a modern classic in the field and has been translated into six languages, including Japanese and Arabic, and is forthcoming in Indonesian, Farsi, and Chinese. He is also the author of Europa's Angst vor der Religion (Berlin U.P., 2009).

Mittwoch, 22. Juni 2011, 18 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ5

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Karl Gabriel (Exzellenzcluster Religion und Politik der Universität Münster)

Der lange Abschied von der Säkularisierungsthese - und was kommt danach?



Abstract

Die Vorlesung geht im ersten Schritt dem Ursprung der Säkularisierungsthese und ihrer Bedeutung für das Selbstverständnis der europäischen Intellektuellen nach. Der lange Abschied von der Säkularisierungsthese, um den es im zweiten Punkt geht, bekommt vor diesem Hintergrund besonders scharfe Konturen. Im dritten Anlauf geht es um die Frage, was nach der Säkularisierungsthese kommt. Als direkte Gegenthese hat die Vorstellung einer Revitalisierung der Religion, ihrer Rückkehr bzw. Wiederkehr Interesse auf sich gezogen. Wie ich zu zeigen versuche, bleibt aber auch diese These unbefriedigend. Deshalb möchte ich mich im vierten Schritt auf die Suche nach einem Deutungsrahmen machen, der an die Konzeption der multiplen Modernen anknüpft. Es soll gezeigt werden, dass die These der Vielfalt religiöser Modernisierung die gegenwärtige Lage von Religion und Christentum besser dem Verständnis zu erschließen vermag als die beiden konkurrierenden Positionen.

CV

altKarl Gabriel, geboren 1943, ist seit 2009 Senior Professor am Exzellenzcluster Religion und Politik der Universität Münster. Von 1980 bis 1998 war er Professor für Soziologie, Pastoralsoziologie und Caritaswissenschaft an der Katholischen Fachhochschule Norddeutschland Osnabrück/Vechta. In der Zeit von 1998 bis 2009 war er Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Direktor des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften. Im Jahre 2010 erhielt er die Ehrenpromotion der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. –Neuere Veröffentlichungen (Auswahl): Ambulante Pflege zwischen Familie, Staat und Markt. Freiburg im Breisgau 2004 (zusammen mit H. Geller); Evaluierung Exposure- und Dialogprogramme (EDP) e.V. von 1996 bis 2004. Bonn 2004 (zusammen mit Heribert Weiland, Helmut Geller, Carina Sarstedt); Caritas und Sozialstaat unter Veränderungsdruck.
Analysen und Perspektiven, Münster 2006: Lit (Reihe Diakonik Band 1); Die Situation ausländischer Priester in Deutschland. Studie im Auftrag der Wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für weltkirchliche Aufgaben (zusammen mit Rainer Achtermann und Stefan Leibold) (im Erscheinen); Religionsfreiheit und Pluralismus. Entwicklungslinien
eines katholischen Lernprozesses. Band 1 der Reihe Katholizismus zwischen Religionsfreiheit und Gewalt, Paderborn 2010 (zusammen mit Christian Spieß und Katja Winkler).

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Mittwoch, 26. Oktober 2011, 18.15 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Nikita Dhawan

Negotiating Normativity: Challenges and Prospects

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Zum Vortrag

Norms emerge historically in specific cultural and political contexts to provide evaluative criteria to critically assess our socio-cultural, legal and economic practices. They are action-guiding and operate as an ideal against which practices and subjects are rendered legible and recognizable within a specific framework. Normative intelligibility is deeply linked to survival, whereby subjects that fall outside hegemonic norms of recognition are vulnerable to normative violence. This indicates the aspirational and orchestrating effects of norms as well as their regulative and coercive dimensions. Normative orders are justified insofar as those subject to them have the possibility of intervening and transforming these orders. The capacity to challenge hegemonic norms presupposes an ability to negotiate one’s relation to norms. A critical engagement with hegemonic framings entails a debate regarding the terms of recognition and contents of normative judgements. This is not a call for undermining all normative claims; rather the emphasis is on the need to devise new constellations of normativity, which would enable subjects struggling for enfranchisement. Normativity is a site of political agency, even as the vulnerability of the subject is closely related to normative regulations. Thus, political contest entails exceeding and reworking hegemonic norms; it rests on negotiating normativity. The talk will address the challenges and prospects in attempting to make possible new claims and articulations of normativity.

Zur Person

altNikita Dhawan is Junior Professor of Political Science with a focus on Gender/Postcolonial Studies and Director of the Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies (FRCPS), Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders” at the Goethe-University Frankfurt a.M. She has held short-term Visiting Professorships at University of La Laguna/Spain, University of Kassel, Pusan National University/South Korea, Maria-Goeppert-Mayer Guest Professor at University of Oldenburg In Spring 2008 she was Visiting Scholar at Columbia University, New York. She received her doctorate in Philosophy from Ruhr-University Bochum and holds a double M.A. in German Studies and Philosophy from Mumbai University/India.
Recent publications include: Soziale (Un)Gerechtigkeit: Kritische Perspektiven auf Diversität, Intersektionalität und Anti-Diskriminierung (ed.) (forthcoming), “Hegemony and  Heteronormativity: Rethinking ‘the Political’ in Queer Politics” (ed.) (2011), “Impossible Speech: On the Politics of Silence and Violence” (2007) and “Postkoloniale Theorie: Eine kritische Einführung” (2005).

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Mittwoch, 2. November 2011, 18.15 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Thomas Schmidt

Die „Heiligkeit des Rechts“
Autonomie und Autorität normativer Geltung

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Zum Vortrag

Mit der Rede von der „Heiligkeit des Rechts“ haben Kant und Hegel den besonderen Charakter der unbedingten Geltung von Rechtsnormen zum Ausdruck gebracht. Kant zufolge „ist in
der ganzen Welt nichts so heilig, als das Recht anderer Menschen“, Hegel bestimmt das Recht „als etwas Heiliges überhaupt, weil es das Dasein der selbstbewussten Freiheit ist“. Beide wollen mit der Formel von der Heiligkeit des Rechts gerade die Autonomie normativer Geltung betonen, die ihre Autorität ausschließlich vernünftiger Selbstbestimmung
verdankt und nicht von vorreflexiven sakralen Voraussetzungen abhängt. Die Säkularisierung des Rechts wird also gerade von einer rhetorischen Sakralisierung der Autorität autonomer Vernunft begleitet und gestützt. Eine Interpretation der Rede von der Heiligkeit des Rechts ist daher nicht nur geeignet, die in der Moralphilosophie und politischen Theorie immer wieder neu aufbrechende Kontroverse zwischen kantianischen und hegelianischen Strategien der Normbegründung in einer bestimmten Perspektive zu belichten, sondern auch die systematische Frage zu adressieren, wie unter postsäkularen Bedingungen die Autonomie und Autorität von Normativität verstanden und begründet werden kann.

Zur Person

altThomas M. Schmidt, Professor für Religionsphilosophie am Fachbereich Katholische Theologie und kooptierter Professor am Institut für Philosophie, Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaften der Goethe-Universität; Principal Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Hauptantragsteller des DFG-Graduiertenkollegs 1728 „Theologie als Wissenschaft“. Zur Zeit Fellow am Max-Weber-Kolleg und kooptierter Gastwissenschaftler der Kolleg-Forschergruppe „Religiöse Individualisierung in historischer Perspektive“ der Universität Erfurt. Arbeitsbereiche: Religionsphilosophie, Politische Philosophie, Deutscher Idealismus, Pragmatismus, Diskurstheorie. Wichtigste Publikationen: Moderne Religion? Theologische und religionsphilosophische Reaktionen auf Jürgen Habermas (hg. gem. mit Knut Wenzel), Freiburg-Basel-Wien: Herder 2009; Discorso Religioso e Religione Discorsiva nella Societá Postsecolare, Torino: Trauben 2009; Religion in der pluralistischen Öffentlichkeit (hg. gem. mit Michael Parker), Würzburg: Echter 2008; Anerkennung und absolute Religion. Formierung der Gesellschaftstheorie und Genese der spekulativen Religionsphilosophie in Hegels Frühschriften, Stuttgart/Bad Cannstatt: frommann-holzboog 1997.

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Mittwoch, 9. November 2011, 18.15 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Stefan Gosepath

Die soziale Natur der Normativität

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Die von Gosepath vertretene Konzeption von Normativität versteht Vernunft als die Fähigkeit zur Erkenntnis des Verpflichtetseins, Gründe zu geben. Der eigentümliche  Verpflichtungscharakter normativer Vernunftansprüche wird in dem Ansatz auf die Sozialisation in eine der menschlichen Existenzweise eigentümlichen, zweiten, nämlich sozialen Natur zurückgeführt. Durch die Übernahme und Internalisierung sozialer Bewertungen in einer Praxis nehmen wir ein Bewertungsschema an, das für uns normative Autorität erhält. Gründe können so mit Wünschen gekoppelt sein, die die notwendige kausale Motivation zum Handeln erzeugen. Als reflexives Vermögen ist die Vernunft jedoch auch zur kritisch-reflexiven Überprüfung ihrer eigenen sozialen Wurzeln in der gelebten Praxis und damit der erlernten Gründe fähig.

Zur Person

altStefan Gosepath ist Professor für Internationale Politische Theorie und Philosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main im Rahmen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und zugleich Direktor der Kolleg-Forschergruppe Justitia Amplificata: Erweiterte Gerechtigkeit – konkret und global. Er lehrt, forscht und publiziert vor allem zu Themen der praktischen Vernunft und Normativität, der Gerechtigkeit, der Menschenrechte und globalen Gerechtigkeit sowie Moral.

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Mittwoch, 23. November 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Peter Niesen

Zwei Modelle kosmopolitischer Normativität

Video:

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Der Streit über den Kosmopolitismus in der politischen Philosophie der Gegenwart wird beherrscht von der Idee einheitlicher globaler Institutionen. Ihr entspricht die Vorstellung vom Weltbürgertum als Mitgliedschaft in einem (zu schaffenden) globalen Gemeinwesen. Eine konkurrierende Vorstellung, die ebenfalls auf institutionelle Reform zielt, geht auf die politische Philosophie der Aufklärung (Rousseau, Kant, Bentham) zurück. In dieser Tradition werden Weltbürger als Aktivbürger beliebiger Einzelstaaten verstanden, und kosmopolitische Staaten sind solche, die sich für universelle Partizipation öffnen. An Beispielen soll gezeigt werden, dass das ältere Modell auch heute noch eine wichtige Rolle spielen kann: bei der Interpretation
grenzüberschreitender politischer Mobilisierung ebenso wie bei dem Versuch, Republikanismus und Kosmopolitismus miteinander zu vermitteln.

Zur Person

altPeter Niesen ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Technischen Universität Darmstadt. Arbeitsschwerpunkte: Politische Freiheit, Demokratie, Kant, Bentham. Wichtigste Publikationen: Colonialism and Hospitality, in: Politics and Ethics Review 3, 2007; Kants Theorie der Redefreiheit, Baden-Baden 2. Aufl. 2008; Kommentarband zu Immanuel Kant, Zum ewigen Frieden (mit Oliver Eberl), Berlin 2011; Banning the Former Ruling Party, in: Constellations 2011 (im Erscheinen).

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Mittwoch, 30. November 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Nicole Deitelhoff

Genese und Scheitern - Normativität im Streit

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Zum Vortrag

In der politischen Ordnung jenseits des Nationalstaats ist die Frage von Normativität von besonderer Bedeutung, denn in einer Ordnung, die nahezu ohne hierarchische Sanktionsmechanismen oder substanzielle gemeinsame Wertbestände auskommen muss, scheint die Grundlage von Normativität immer prekär zu sein. Daher eignet sich diese Ordnung auch in besonderer Weise, der Quelle von Normativität als Bindung ohne Fessel nachzuspüren. Welche Kraft kann diese Bindung erschaffen und was lässt sie zerfallen? Jenseits von externen Sanktionen und gemeinsamen Wertvorstellungen rückt dabei das Verfahren von Normgenese und -anwendung ins Zentrum der Analyse.

Zur Person

altNicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnung im Exzellenzcluster. Arbeitsschwerpunkte: Internationale Institutionen, transnationale Formen von Herrschaft und Opposition. Ausgewählte Publikationen: Überzeugung in der Politik (2006), The Discursive Process of Legalization. Charting Islands of Persuasion in the ICC Case (International Organization 2009); Grenzen der Verständigung. Zu den Voraussetzungen der Einhegung kultureller Fragmentierung im internationalen Regieren in: Staatlichkeit ohne Staat. Chancen und Aporien von Recht, Verfassung und Demokratie jenseits des Nationalstaats, hrsg. mit Jens Steffek, 2009.

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Mittwoch, 7. Dezember 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Marcus Willaschek

Soziale Geltung und normative Gültigkeit
Eine sozial-pragmatische Konzeption von Normativität

Video:

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Zum Vortrag

Eine Norm hat „soziale Geltung“ in einer Gemeinschaft, wenn sie in dieser Gemeinschaft weitestgehend befolgt und faktisch anerkannt wird. Soziale Geltung ist ein historisch und sozial
wandelbares Phänomen. Eine sozial geltende Norm lässt sich jedoch wiederum an einem normativen Maßstab messen: Ist es richtig (gerecht, angemessen), dass diese Norm soziale Geltung hat? Eine Norm, die diesem Maßstab genügt, ist „normativ gültig“. Offenbar gibt es viele Beispiele für sozial geltende Normen, die in diesem Sinn keine normative Gültigkeit besitzen. Doch worauf gründet sich der Maßstab normativer Gültigkeit und in welchem Verhältnis steht er zur sozialen Geltung von Normen? Es wird untersucht, inwieweit sich ein „objektiver“ (d.h. nicht historisch und sozial relativierter) Maßstab normativer Gültigkeit aus dem Phänomen sozialer Geltung heraus entwickeln lässt, ohne auf metaphysische oder transzendentale Voraussetzungen zu rekurrieren.

Zur Person

altMarcus Willaschek ist Professor für Philosophie der Neuzeit an der Universität Frankfurt am Main. Veröffentlichungen (Auswahl): Praktische Vernunft. Handlungstheorie und  Moralbegründung bei Kant, Stuttgart/Weimar 1992; Der mentale Zugang zur Welt. Realismus, Skeptizismus und Intentionalität, Frankfurt 2003; Kant: Kritik der reinen Vernunft (hg. mit G. Mohr), Berlin 1998; Hilary Putnam und die Tradition des Pragmatismus (hg. mit M.-L. Raters), Frankfurt 2002. In Vorbereitung: Kant-Lexikon (hg. mit G. Mohr, J. Stolzenberg und St. Bacin), Berlin/New York. Zahlreiche Aufsätze u.a. zur Philosophie Kants und zu Fragen der Handlungstheorie, Erkenntnistheorie und Metaphysik.

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Mittwoch, 14. Dezember 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Christoph Menke

Gesetz und Freiheit
Überlegungen im Anschluss an Hegel

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Zum Vortrag

Hegels Grundthese zur Normativität lautet, dass Sollen in Sein gründet: Gesetze müssen als „seiende“ verstanden werden, um uns ein Sollen vorschreiben zu können. Gesetze müssen als
konstitutiv für dasjenige Subjekt (und die Praxis, deren Teilnehmer es ist) verstanden werden, dessen Vollzüge sie regulieren sollen oder wollen. Im Gegensatz zu neoaristotelischen Artikulationen dieses Gedankens (Korsgaard, McDowell) ist damit die Frage nach der Freiheit des Subjekts aber nicht schon beantwortet, sondern stellt sich, im Gegenteil, in neuer, verschärfter Form. Hegels kritische Diagnose lautet, dass die Konstitution des Subjekts durch Gesetze Herrschaft impliziert. Die paradoxe Aufgabe lautet daher, die Konstitution des Subjekts
durch Gesetze mit der Befreiung des Subjekts von Gesetzen zusammen zu denken.

Zur Person

altChristoph Menke, Professor für Praktische Philosophie im Exzellenzcluster. Arbeitsschwerpunkte: Politische und Rechtsphilosophie; Ästhetik. Buchveröffentlichungen (Auswahl): Die Souveränität der Kunst (1988); Tragödie im Sittlichen (1996); Spiegelungen der Gleichheit (2000, 2004); Die Gegenwart der Tragödie. Versuch über Urteil und Spiel (2005); Kraft. Ein Grundbegriff ästhetischer Anthropologie (2008); Recht und Gewalt (2011).

 

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Mittwoch, 21. Dezember 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann

Praktische Vernunft, Diskurs und Gewissen

Video:

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Zum Vortrag

Die Diskurstheorie hat an die Stelle des von Kant als Überprüfung der Richtigkeit von moralischen Normen eingeführten Kategorischen Imperativs die argumentative Rechtfertigung im ethischen Diskurs und die zwanglose Zustimmung aller potenziellen Teilnehmer gerückt. Im Rekurs auf eine klassische Theorie des moralischen Gewissens möchte ich der Frage nachgehen, ob diese, von der Diskurstheorie vorgeschlagene Argumentation überzeugt. Dabei wird es darum gehen, den Zusammenhang von praktischer Vernunft und Gewissen, allgemein überzeugenden Argumenten und individueller Einsicht herauszuarbeiten, um das Prinzip der ethischen Normativität im Bezug auf und in Unterscheidung von der Normativität des Rechts schärfer herauszuarbeiten.

Zur Person

altProf. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann ist seit 1994 Professor für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main; seit 2002 „Adjunct Professor“ für Philosophie der Saint Louis University, USA; seit 2007 Mitglied des Direktoriums des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“; seit 2009 Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Forschungsschwerpunkte: Praktische Philosophie, Geschichte der Philosophie und Wissenschaften des Mittelalters, Politische Philosophie Internationaler Beziehungen, Religionsphilosophie. Wichtigste Publikationen (Auswahl): M. Kühnlein/M. Lutz-Bachmann (Hgg.), Unerfüllte Moderne? Neue Perspektiven auf das Werk von Charles Taylor, Berlin 2011; M. Lutz-Bachmann/A. Niederberger/P. Schink (Hgg.), Kosmopolitanismus. Zur Geschichte und Zukunft eines umstrittenen Ideals, Weilerswist 2010; A. Fidora/M. Lutz-Bachmann/A. Wagner (Hgg.), Lex und Ius. Beiträge zur Begründung des Rechts in der Philosophie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Stuttgart-Bad Cannstatt 2010; M. Lutz-Bachmann, Wissenskultur im Aufbruch: Zur Neuformierung der ‚Politischen Theorie’ im Mittelalter, in: Johannes Fried/Michael Stolleis (Hgg.), Wissenskulturen. Über die Erzeugung und Weitergabe von Wissen, Frankfurt am Main 2009. S. 43-57; M. Lutz-Bachmann/A. Niederberger (Hgg.), Krieg und Frieden im Prozess der Globalisierung, Weilerswist 2009; M. Lutz-Bachmann/A. Fidora (Hgg.), Handlung und Wissenschaft: Die Epistemologie der praktischen Wissenschaften im 13. und 14. Jahrhundert, Berlin 2008.

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Mittwoch, 11. Januar 2012, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Martin Seel

Ein Dialog zwischen Aristoteles und Kant über die Grundlagen der Moral

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Zum Vortrag

Auf den ersten Blick vertreten Aristoteles und Kant höchst kontroverse Auffassungen über die Einheit des individuell guten und des sozial gerechten Lebens. Auf einen zweiten Blick aber erweisen sich ihre Positionen gerade in dieser Frage als durchaus kompatibel. Der Vortrag wird einen fiktiven Gedankenaustausch zwischen Aristoteles und Kant inszenieren, der, wie es bei produktiven Gesprächen zu sein pflegt, eine Annäherung der beiden mit diesen Autoren verbundenen Traditionen der Ethik möglich erscheinen lässt.

Zur Person

altMartin Seel ist Professor für Philosophie an der Goethe-Universität. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie, der Ethik sowie der Ästhetik. Zu seinen Veröffentlichungen zählen: Versuch über die Form des Glücks, Frankfurt/M. 1996; Ästhetik des Erscheinens, München 2000; Sich bestimmen lassen. Studien zur theoretischen und praktischen Philosophie, Frankfurt/M. 2002; In der Welt der Sprache. Konsequenzen des semantischen Holismus, Frankfurt/M. 2008 (zus. m. Georg Bertram, David Lauer und Jasper Liptow); Theorien, Frankfurt/M. 2009; 111 Tugenden, 111 Laster. Eine philosophische Revue, Frankfurt/M. 2011.

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Mittwoch, 18. Januar 2012, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Axel Honneth

Die Normativität der Sittlichkeit Institutionelle Grundlagen von Autonomie

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Zum Vortrag

In meinem Vortrag möchte ich im Anschluss an Hegel die Bindungskraft von (moralischen) Normen aus dem Umstand erklären, dass sie als jeweils bereits institutionalisierte Handlungsregeln das sind, was uns überhaupt erst zu selbstbewussten Akteuren in sozialen Interaktionen werden lässt; insofern geht der moralischen Autonomie des Einzelnen
die „Sittichkeit“ gesellschaftlich eingeübter und bewährter Praktiken immer schon voraus. Weil mit einem solchem Begriff der „Normativität“ allerdings die Gefahr entsteht, moralische Geltung mit sozialer Gültigkeit gleichzusetzen, soll in einem zweiten Schritt gezeigt werden, dass die sittliche Gewohnheit hier nach dem Muster des „Schreibens“ oder „Lesens“ mit einer gewissen reflexiven Beweglichkeit und Korrigierbarkeit versehen werden muss; nur diejenige institutinalisierte Handlungspraxis, die Raum für solche Arten von sittlicher Orientierung bietet, besitzt über soziale Gültigkeit hinaus auch moralische Geltungskraft.

Zur Person

altAxel Honneth ist Professor für Sozialphilosophie am Institut für Philosophie der Goethe-Universität und Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt am Main; seit 2011 außerdem Jack C. Weinstein Professor of the Humanities am Department of Philosophy an der Columbia University in New York. Forschungsschwerpunkte: Sozialphilosophie, Moralphilosophie und politische Philosophie; Kritische Theorie; philosophische Anthropologie; systematische Grundlagen einer Theorie der Anerkennung: Rekonstruktion der Moralität interpersoneller Beziehungen, Entwicklung einer pluralen Theorie der Anerkennung; im Bereich der Logik der Sozialwissenschaften: Fortentwicklung einer kritischen Gesellschaftstheorie durch Auseinandersetzung mit neueren Ansätzen der Sozialontologie und der Systemtheorie. Ausgewählte Publikationen: Kampf um Anerkennung. Zur moralischen Grammatik sozialer Konflikte, Frankfurt/M.: Suhrkamp 1992; erw. Auflage 2003; (zus. mit Nancy Fraser): Umverteilung oder Anerkennung? Eine politisch-philosophische Kontroverse, Frankfurt/M: Suhrkamp 2003; Verdinglichung. Eine anerkennungstheoretische Studie, Frankfurt/M: Suhrkamp 2005; Patholo-gien der Vernunft. Geschichte und Gegenwart der kritischen Theorie, Frankfurt/M.: Suhrkamp 2007; Das Ich im Wir. Studien zur Anerkennungstheorie (Aufsatzband), Berlin: Suhrkamp 2010; Das Recht der Freiheit. Grundriß einer demokratischen Sittlichkeit, Berlin: Suhrkamp 2011.

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Mittwoch, 25. Januar 2012, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Rainer Forst

Zu einer Kritik der rechtfertigenden Vernunft

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Zum Vortrag

Die Vernunft ist das Vermögen, die aktiven Weltbezüge des Menschen auf begründete Weise zu ordnen und damit zu rechtfertigen – ob es um das Erkennen, das Urteilen oder das Handeln geht. Die das Handeln rechtfertigende, praktische Vernunft ist immer schon in praktischen Kontexten verortet und muss begründbare Antworten auf normative Fragen finden, die sich in diesen Kontexten stellen – solche des guten Lebens, des Rechts, der politischen und sozialen Gerechtigkeit und der Moral. Eine Kritik der rechtfertigenden Vernunft hat die Aufgabe, die Geltungskriterien dieser Kontexte zu rekonstruieren – auch so, dass sie reflexiv ebenfalls kritisiert werden können. Sie stößt dabei freilich auf Fragen, die ihre eigene Praxis betreffen: Muss
die Rechtfertigung selbst eine soziale, diskursive Praxis sein, und in welchem Sinne? Dies führt zu einer „Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse“ als Aufgabe kritischer Theorie. Aber  daneben: Welchen normativen Status hat das Vernunftprinzip der gebotenen, reziprok-allgemein nicht zurückweisbaren Rechtfertigung im Kontext der Moral: Ist es nicht selbst ein moralisches Prinzip? Wie ist der Grundsatz der Rechtfertigung letztlich gerechtfertigt?

Zur Person

altRainer Forst ist Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe Universität, Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, stellv. Sprecher der Kollegforschergruppe „Justitia Amplificata“ und Permanent Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften in Bad Homburg. Zuvor lehrte er an der FU Berlin, der New School for Social Research in New York und am Dartmouth College (New Hampshire). Er arbeitet zu Grundfragen der Moralphilosophie und der politischen Theorie. Wichtigste Veröffentlichungen: Kontexte der Gerechtigkeit (Suhrkamp 1994, engl. Univ. of California Press 2002), Toleranz im Konflikt (Suhrkamp 2003, Cambridge UP i.E.), Das Recht auf Rechtfertigung (Suhrkamp 2007, Columbia UP 2011), Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse (Suhrkamp 2011, Polity Press in Vorb.). Er ist Mitglied des Herausgeberkreises von Ethics, Political Theory sowie des European Journal of Political Theory und einer Reihe weiterer internationaler Zeitschriften; zudem gibt er die Reihen „Theorie und Gesellschaft“ und „Normative Orders“ bei Campus heraus.

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Mittwoch, 8. Februar 2012, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Klaus Günther

Die Normativität des Rechts

Video:

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Zum Vortrag

Gegenwärtig wird der Normativität des Rechts überwiegend eine dienende oder instrumentelle Bedeutung für normative Ordnungen anderer Art zugeschrieben. Das Recht setzt durch und organisiert – vorzugsweise mit Mitteln der Zwangsandrohung – was in den Ordnungen der Moral, der Politik oder, im Zuge der funktional sich differenzierenden Weltgesellschaft, in anderen sozialen Systemen (vor allem: der Ökonomie) an normativ verbindlichen Handlungsgründen entstanden und gerechtfertigt worden ist. So werden die Menschenrechte als moralisch  begründete Rechte betrachtet, deren rechtsförmige Positivierung und Durchsetzung ebenfalls moralisch gefordert ist. Oder die Funktionsbedingungen einer globalisierten Ökonomie werden als hinreichender Grund für eine bestimmte normative Ordnung behauptet, die vom Recht auszugestalten und durchzusetzen sei. Die Vorlesung will der Frage nachgehen, ob der Normativität des Rechts neben seiner Service-Funktion auch eine eigenständige Bedeutung (und Begründung) zukommt, ob vielleicht sogar diese Serviceleistungen gar nicht möglich sind, ohne dass Recht zugleich konstituierend ist. Wenn diese Hypothese zutrifft, dann wäre weiter zu fragen, ob und inwiefern die konstitutive Normativität des Rechts ihrerseits die Normativität anderer normativer Ordnungen strukturiert.

Zur Person

altKlaus Günther ist Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozeßrecht an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ sowie Fellow und Mitglied des Direktoriums am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg v.d.H. Veröffentlichungen (Auswahl): Falscher Friede durch repressives Völkerstrafrecht?, in: W. Beulke, K. Lüderssen, A. Popp & P. Wittig (eds.), Das Dilemma des rechtsstaatlichen Strafrechts. Symposium für Bernhard Haffke zum 65. Geburtstag, Berlin: BWV, 2009, pp. 79–100; Die naturalistische Herausforderung des Schuldstrafrechts, in: S. Schleim, T. M. Spranger & H. Walter (eds.), Von der Neuroethik zum Neurorecht?, Göttingen: Vandenhoek, 2009, pp. 214-242; Liberale und diskurstheoretische Deutungen der Menschenrechte, in: W. Brugger, U. Neumann & S.Kirste (eds.), Rechtsphilosophie im 21. Jahrhundert, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 2008, pp. 338-359; Schuld und kommunikative Freiheit. Studien zur individuellen Zurechnung strafbaren Unrechts im demokratischen Rechtsstaat, Frankfurt/M.: Vittorio Klostermann, 2005.

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Dhawan RV

Video der Ringvorlesung Dhawan:

 

 

Ringvorlesung Wintersemester 2011/12 des Exzellenzclusters

Normativität: Frankfurter Perspektiven


Normativität ist der Begriff für ein alltägliches und zugleich schwer zu erklärendes Phänomen, das eine Frage aufwirft: Woraus besteht die Kraft, die uns dazu bringt, uns an Grundsätze, Normen und Regeln verschiedenster Art zu halten? Normativität ist eine Art Bindung ohne Fessel, und die Erklärungen, woher sie rührt, reichen von selbstbezogenen Überlegungen über soziale Erklärungen bis zu der Annahme objektiver Werte jenseits der empirischen Welt. In dem interdisziplinären Forschungscluster „Herausbildung normativer Ordnungen“ spielen diese Fragen eine zentrale Rolle. Die Veranstaltung setzt die Vorlesungsreihe „The Nature of Normativity“ des Wintersemesters 2010/11 mit Perspektiven Frankfurter ForscherInnen fort.

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Broschüre (pdf): Hier...

Plakat (pdf): Hier...

Programm:

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 18.15 Uhr
Prof. Nikita Dhawan
Negotiating Normativity: Challenges and Prospects
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 2. November 2011, 18.15 Uhr
Prof. Thomas M. Schmidt
Die „Heiligkeit des Rechts“. Autonomie und Autorität normativer Geltung
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 9. November 2011, 18.15 Uhr
Prof. Stefan Gosepath
Die soziale Natur der Normativität
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 23. November 2011, 18.15 Uhr
Prof. Peter Niesen
Zwei Modelle kosmopolitischer Normativität
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 30.11. 2011, 18.15 Uhr
Prof. Nicole Deitelhoff
Genese und Scheitern
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 7. Dezember 2011, 18.15 Uhr
Prof. Marcus Willaschek
Soziale Geltung und normative Gültigkeit. Eine sozial-pragmatische Konzeption von Normativität
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 14. Dezember 2011, 18.15 Uhr
Prof. Christoph Menke
Gesetz und Freiheit. Überlegungen im Anschluss an Hegel
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 21. Dezember 2011, 18.15 Uhr
Prof. Matthias Lutz-Bachmann
Praktische Vernunft, Diskurs und Gewissen
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 11. Januar 2012, 18.15 Uhr
Prof. Martin Seel
Ein Dialog zwischen Aristoteles und Kant über die Grundlagen der Moral
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 18. Januar 2012, 18.15 Uhr
Prof. Axel Honneth
Die Normativität der Sittlichkeit. Institutionelle Grundlagen von Autonomie
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 25. Januar 2012, 18.15 Uhr
Prof. Rainer Forst
Zu einer Kritik der rechtfertigenden Vernunft
weitere Informationen: hier...

Mittwoch, 8. Februar 2012, 18.15 Uhr
Prof. Klaus Günther
Die Normativität des Rechts
weitere Informationen: hier...

Vorangegangene Ringvorlesungen des Exzellenzclusters: Hier...

Mittwoch, 11. April 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Mamadou Diawara, Dr. Ute Röschenthaler

Normwandel und die schillernde Macht der Medien im subsaharischen Afrika

Campus Westend, Casino 1.811

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Zur Person

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Mamadou Diawara ist Professor für Historische Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Zuvor lehrte er an der Universität von Georgia in Athens/USA und war Gastprofessor für Geschichte und Ethnologie Afrikas an der Yale Universität. Seit 2004 ist er Stellvertretender Direktor des Frobenius-Instituts, dem ältesten ethnologischen Forschungsinstitut Deutschlands. Zudem ist er Direktor von Point Sud, Forschungszentrum für lokales Wissen in Bamako, Mali, und Principal Investigator in diesem Exzellenzcluster. Publikationen u.a.: L’empire du verbe - L’éloquence du silence. Vers une anthropologie du discours dans les groupes dits dominés au Sahel (Cologne: Rüdiger Köppe, 2003), und mit Ute Röschenthaler, Im Blick der Anderen (Brandes & Apsel, 2008).


Zur Person

alt
Ute Röschenthaler ist Privatdozentin für Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Medien in Afrika“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt. Seit 2009 übernahm sie Gastprofessuren in Berlin, Frankfurt und Bayreuth. Sie forscht seit 1987 in Kamerun und Nigeria und seit 2005 in Mali. Sie ist Autorin zahlreicher Aufsätze und mehrerer Bücher, darunter „Purchasing Culture: The Dissemination of Associations in the Cross River Region“ (2011, Africa World Press), Im Blick der Anderen (Hg. mit Mamadou Diawara, 2008, Brandes & Apsel) und „Fotofi eber: Bilder aus West- und Zentralafrika“ (Hg. mit Jürg Schneider und Bernhard Gardi, 2005, Christian Merian Verlag).

Zum Vortrag

Der Vortrag untersucht die Veränderung der Rolle von Medien und Werbung anhand ausgewählter Beispiele aus dem
subsaharischen Afrika von der vorkolonialen Zeit bis heute. Dabei zeigt sich, dass die Wirkung der Medien von den
jeweiligen Akteuren und ihren Interessen abhängt. Medien lassen sich zur Beförderung bestehender Machtverhältnisse
nutzen oder können diese unterwandern, zur Demokratisierung und Entwicklung oder zu deren Gegenteil verhelfen,
authentifi zierte Botschaften übermitteln oder als reine Propagandamaschine aufgefasst werden. Veränderungen im
Umgang mit Medien äußern sich in einem lokal wahrgenommenen Verlust etablierter Wortmacht und dem Auftreten einer
qualitativ neuen Dimension des Umgangs mit Sprache, des Anpreisens und der Performance mit dem menschlichen Körper.
Sie lassen sich auch durch den Wandel der gesellschaftlichen Ordnung erkennen, insbesondere dadurch, dass andere
Personen als zuvor – neue Politiker, neue Werber, neue Mediensprecher – nun die Medienarbeit ausführen, was dazu führen
kann, dass ihre Produkte, vor allem in Übergangsphasen, nicht mehr in derselben Weise als authentifi ziert wahrgenommen
werden.

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Mittwoch, 18. April 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Annette Warner

Herausbildung einer normativen Ordnung der Lebenswelt der altägyptischen Experten (ca. 2500 – 1000 v. Chr.)

Campus Westend, Casino 1.811

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Die aus dem pharaonischen Ägypten erhaltenen Expertentexte (z.B. mathematische und medizinische, aber auch rituelle Werke) wurden von den sogenannten „Schreibern“ verfasst, einer Personengruppe, die sich durch die Fähigkeit lesen und schreiben zu können (was auch den Umgang mit Zahlen beinhaltete), auszeichnete. Diese Schreiber standen zu allen Zeiten im Dienste des ägyptischen Königs, der zunächst auch den normativen Rahmen ihres Selbstverständnisses bildete. Anhand der Texte aus der kulturellen Welt der Schreiber (wie zum Beispiel der Lebenslehren oder Autobiographien) soll in dieser Vorlesung ein möglicher Wandel dieser normativen Ordnung der Schreiber nachgezeichnet werden.

Zur Person

alt
Annette Warner ist seit 2009 Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt an der Goethe-Universität Frankfurt. In den Jahren 2006 bis 2008 war sie Juniorprofessorin an der Universität Mainz. Zuvor forschte sie an der Cambridge University (Trinity Hall) und war dort Instructor für Wissenschaftsgeschichte und Ägyptologie. Sie ist seit 2007 Mitherausgeberin von Historia Mathematica und Assistant Editor von Brill´s New Pauly Encyclopedia of the Ancient World (Band 8,9). Veröffentlichungen: Ägyptische Algorithmen. Eine Untersuchung zu den mittelägyptischen mathematischen Aufgabentexten, Wiesbaden: Otto Harrassowitz, 2003; A History of Egyptian Mathematics, in Vorbereitung für Princeton University Press (Manuskript eingereicht).

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Mittwoch, 2. Mai 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Hartmut Leppin

Das christliche Kaisertum - Ein europäisches Paradox

Campus Westend, Casino 1.811

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Im Christentum war das Kaisertum nicht vorgesehen, ja, die kaiserliche Stellung galt als unvereinbar mit dem Christentum. Und dennoch bekannte sich mit Konstantin dem Großen vor 1.600 Jahren ein römischer Kaiser zum Christentum. Der Vortrag geht der Frage nach, wie die paradoxe Verbindung von Kaisertum und Christentum zustande kommen und sich auf Dauer etablieren konnte. Dabei soll deutlich werden, dass es lange dauern sollte, bis Christentum und Kaisertum eine Verbindung  eingehen konnten, die scheinbar unlösbar war.

Zur Person

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Hartmut Leppin (*1963) wurde nach Studium der Geschichte und Klassischen Philologie in Marburg, Heidelberg, Pavia und Rom 1992 in Marburg mit einer  Dissertation über die soziale Stellung römischer Bühnenkünstler promoviert. 1995 erfolgte die Habilitation an der FU Berlin mit einer Arbeit über politische Vorstellungen in der spätantiken Geschichtsschreibung. Nach Stationen in Greifswald, Nottingham und Göttingen seit 2001 in Frankfurt am Main. Er ist Principal Investigator des Exzellenzclusters. Seine gegenwärtigen Forschungsschwerpunkte liegen auf der politischen Ideengeschichte der Antike sowie auf Christianisierungsprozessen in der spätantiken Gesellschaft. Neuere Publikationen: Theodosius der Große. Auf dem Weg zu einem christlichen Imperium, 2003 (it. und sp. Übersetzung 2008); The Church Historians I. Socrates, Sozomenus, and Theodoretus, in: G. Marasco (Hg.), Greek and Roman Historiography. Fourth to Sixth Century, 2003, 219-254; Power from Humility: Justinian and the Religious Authority of Monks, in: N. Lenski (Hg.), Shifting Frontiers (im Druck).

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Mittwoch, 16. Mai 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, Dr. Verena Steller

Wirtschaftstheorie, Normsetzung und Herrschaft: Freihandel, „Rule of Law“ und das Recht des Kanonenboots

Campus Westend, Casino 1.811

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Das britische Empire des 19. Jahrhunderts ruhte auf drei Säulen: Freihandel, Rechtsstaatlichkeit und einer weltweit einsatzbereiten Marine. Was so problemlos klingt, dass es manchen wieder als Rezept für moderne Imperien zu taugen scheint, bezeichnet ein komplexes Wechselverhältnis zwischen Normen und Praktiken. Beide konnten ihre Herkunft aus spezifi sch britischen Erfahrungen nicht verleugnen, galten jedoch als universal anwendbar. Der Vortrag beschäftigt sich anhand verschiedener Beispiele mit den Aushandlungsprozessen, die aus dieser strukturellen Konfrontation zwischen universalen Ordnungsvorstellungen und lokalen Traditionen erwuchsen.

Zur Person
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Andreas Fahrmeir ist Inhaber der Professur für Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des 19. Jahrhunderts am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt. 1997 wurde er in Cambridge promoviert und arbeitete im Anschluss am Deutschen Historischen Institut London. 2002 habilitierte sich Prof. Fahrmeir an der Goethe-Universität und war dort bis 2004 Heisenberg-Stipendiat der DFG. Von 2004 bis 2006 hatte er die Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität zu Köln inne. Jüngste Veröffentlichungen: Revolutionen und Reformen: Europa 1789-1850. München 2010; Citizenship: The Rise and Fall of a Modern Concept. New Haven/London 2007.

Zur Person

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Verena Steller ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt zur „Herausbildung normativer Wirtschaftsordnungen“ im Exzellenzcluster. Nach dem Studium der Geschichte, Romanistik und Kommunikationswissenschaft in Bochum und Paris (Maîtrise, Paris IV-Sorbonne) wurde sie 2009 mit einer Arbeit zur Kulturgeschichte der Diplomatie an der Ruhr-Universität Bochum promoviert. Zu ihren Publikationen
gehören: Diplomatie von Angesicht zu Angesicht. Diplomatische Handlungsformen in den deutsch-französischen Beziehungen 1870-1919. Paderborn 2011; The Power of Protocole: On the Mechanisms of Symbolic Action in Diplomacy in Franco-German Relations,  1871-1914, in: Mößlang, Markus; Riotte, Torsten (Hrsg.), The Diplomats‘ World: The Cultural History of Diplomacy 1815-1914. Oxford (u.a.) 2008, 195-228.

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Mittwoch, 23. Mai 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Bernhard Jussen

Plädoyer für eine Ikonologie der Geschichtswissenschaft - Beobachtungen zur bildlichen Formierung historischen Denkens

Campus Westend, Casino 1.811

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Die Geschichtswissenschaft bedient das historische Wissen ihrer Leser nicht nur mit Texten, sondern auch mit Bildern. Seit den Anfängen der Disziplin sind viele  Geschichtsbücher – vom Handbuch bis zum Schulbuch – bebildert. Der Umgang mit Bildern und Texten ist allerdings sehr verschieden. Während der Text streng methodisch kontrolliert ist, ist die Bebilderung eher eine Angelegenheit des Erfahrungswissens oder der Intuition, liegt oft sogar weitgehend oder ganz in der Hand der Verlage. Diese eingespielte Praxis ist mehr als fahrlässig, denn gerade die Bebilderung eines Geschichtsbuches hat besonders starken Einfluss auf die historische Vorstellungskraft des Publikums. Die kaum je diskutierten Bebilderungsreservoirs der Geschichtswissenschaft schleppen über Jahrzehnte Altlasten weiter, die oft in den Texten längst beseitigt sind, und sie sind stark abhängig von nationalen politischen Kulturen. Der Vortrag diskutiert die Probleme eines kaum kontrollierten geschichtswissenschaftlichen Bildgebrauchs. Er plädiert für eine umfassende methodische Kontrolle und für eine disziplingeschichtliche Aufarbeitung des Bildgebrauchs – eine Ikonologie der eigenen Disziplingeschichte.

Zur Person

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Bernhard Jussen ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt. Er war zuvor Professor in Bielefeld und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen, nahm Gastprofessuren wahr an der University of Michigan, Ann Arbor, und an der École Normale Supérieure in Paris, war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und Visiting Scholar am Art History Department der Harvard University. Im Jahr 2007 erhielt er den Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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Mittwoch, 30. Mai 2012, 18 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte

Was ist Wandel „normativer Ordnungen“ im Europa des 16. / 17. Jahrhunderts?

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ15

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Die Entstehung und der Wandel von Normen sind in einer historischen Analyse unter Verwendung des methodischen Instruments des „Rechtfertigungsnarrativs“ erfassbar. Dabei lässt sich für die europäische Frühe Neuzeit feststellen, dass unter der Fülle auch gegensätzlicher Varianten bestimmte argumentative Grundmuster eine gemeinsame Rekursmöglichkeit boten. Eine wichtige Rolle nimmt hierbei die intensivierte „Verzahnung“ von Religion und Politik durch die Reformation ein. Ausgewählte Fallbeispiele zeigen, dass der Streit um Normen oft als Streit um Begriffe ausgeführt wurde, Normwandel und Begriffswandel hängen somit eng zusammen. Von zentraler Bedeutung war aber auch die Stellung der jeweils beteiligten Institutionen. Für beide Aspekte bietet die Perspektive auf den gesamteuropäischen Horizont aufschlussreiche Erkenntnisse.

Zur Person

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Luise Schorn-Schütte ist Professorin für Neuere Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Frühen Neuzeit an der Goethe-Universität Frankfurt. Mitgliedschaften in einer Vielzahl von Vereinigungen, in der Zeit von 2004 bis 2010 Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Jüngste Veröffentlichungen:
Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit. Studienhandbuch 1500-1789, Paderborn 2009; Konfessionskriege und europäische Expansion. Europa 1500-1648, München 2010; (als Herausgeberin), Intellektuelle in der Frühen Neuzeit, Berlin 2010.

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Mittwoch, 6. Juni 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Susanne Schröter

Frauenrechte, religiöseWiedererweckung und postkoloniale Identitäten Herausbildung moderner Geschlechterordnungen in der islamischen Welt

Campus Westend, Casino 1.811

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Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Geschlechterordnungen weltweit in Bewegung geraten, haben sich national und transnational Bewegungen herausgebildet, die die Gleichheit zwischen Männern und Frauen anstreben, aber auch Gegenbewegungen, die Geschlechterdifferenz als Ausdruck einer natürlichen oder göttlichen Ordnung verteidigen und Frauen primär auf die Rolle von Müttern und Ehefrauen beschränken möchten. Während die Idee der Geschlechtergleichheit mittlerweile von den Vereinten Nationen festgeschrieben wurde und eine Konvention gegen die Eliminierung jeglicher Art von Diskriminierung gegen Frauen von fast allen Staaten unterzeichnet wurde, haben vor allem in islamischen Gesellschaften Stimmen an Einfl uss gewonnen, die Geschlechtergleichheit als unislamisch ablehnen. Mehr noch, sie glauben, der Westen nutze den Gleichheitsdiskurs als Waffe gegen die islamischen Gesellschaften, zerstöre ihre Kultur und re-kolonisiere sie gewissermaßen. Am Beispiel Indonesiens, Ägyptens und des Irans sollen die Debatten um Gender, Islam und die Formierung postkolonialer Ordnungen nachvollzogen werden.

Zur Person

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Susanne Schröter ist Professorin für „Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt und leitet die Doktorandengruppe „Kulturelle und politische Transformationen in der islamischen Welt“. Bis 2008 war sie Inhaberin des Lehrstuhls für Südostasienkunde an der Universität Passau. Sie ist u.a. Präsidentin der „European Association for Southeast Asian Studies”, Vorstandsmitglied des „Deutschen Orient Instituts“ und des „International Centre for Aceh and Indian Ocean Studies“. Ihre Forschungsinteressen sind: Säkularismus und Postsäkularismus, Konstruktionen kollektiver Identitäten, Gender und Sexualität sowie Integration und Diversität in pluralen Gesellschaften. Jüngste Publikationen enthalten folgende Herausgeberschaften: Gender and Islam in Southeast Asia. Cultural dynamics between religious revivalism and women’s rights movements. Leiden: Brill, 2012;  Geschlechtergerechtigkeit durch Demokratisierung? Transformationen und Restaurationen von Genderverhältnissen in der islamischen
Welt. Bielefeld: Transcript, 2012.

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3. Februar 2011, 16.15 Uhr

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Moritz Epple

Die Moral der Gleichheit: Jean d‘Alembert zwischen moderater und radikaler Aufklärung

Campus Westend, Casino 1.811

Zum Vortrag

Jean d‘Alembert – bis 1759 mit Denis Diderot zusammen Hauptherausgeber der französischen Encyclopédie und einer der führenden mathematischen Wissenschaftler des 18. Jahrhunderts – skizzierte in seinen philosophischen Schriften unter dem Titel der „Morale“ eine genealogisch aufgebaute Konzeption gesellschaftlicher Normen, in deren Zentrum die Spannung zwischen Erfahrungen der Ungleichheit und der Norm der Gleichheit steht. D‘Alembert, dessen schriftstellerisches Handeln offene politische Radikalität in aller Regel vermied, gab damit – zumal mit Blick auf ökonomische Gleichheit – Stichworte für eine Kritik der Gesellschaft des Ancien Régime, die deren Rahmen sprengte. Der Vortrag sucht d‘Alemberts im deutschsprachigen Raum wenig rezipierte Position zu rekonstruieren und im Spektrum der Philosophie der Aufklärung zu verorten.

Zur Person


Prof. Dr. Moritz EppleMoritz Epple ist Leiter der Arbeitsgruppe Wissenschaftsgeschichte am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Prof. Epples Forschungsinteressen gelten der Geschichte der mathematischen Wissenschaften des 18. bis 20. Jahrhunderts im wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Zusammenhang, u. a. der Rolle der mathematischen Wissenschaften in der europäischen Aufklärung, den Mathematisierungsprozessen in modernen Gesellschaften, und den Beziehungen zwischen Naturwissenschaft und Krieg. Neuere Publikationen: Jüdische Mathematiker in der deutschsprachigen akademischen Kultur (Hrsg. zusammen mit Birgit Bergmann), 2008; Science as Cultural Practice. Vol. 1: Cultures and Politics of Research from the Early Modern Period to the Age of Extremes (Hrsg. zusammen mit Claus Zittel), im Erscheinen; Science as Cultural Practice. Vol. 2: Modernism in the Sciences (Hrsg. zusammen mit Falk Müller), im Erscheinen.

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Mittwoch, 13. Juni 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Moritz Epple

Die Moral der Gleichheit: Jean d‘Alembert zwischen moderater und radikaler Aufklärung

Campus Westend, Casino 1.811

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Zum Vortrag

Jean d‘Alembert – bis 1759 mit Denis Diderot zusammen Hauptherausgeber der französischen Encyclopédie und einer der führenden mathematischen Wissenschaftler des 18. Jahrhunderts – skizzierte in seinen philosophischen Schriften unter dem Titel der „Morale“ eine genealogisch aufgebaute Konzeption gesellschaftlicher Normen, in deren Zentrum die Spannung zwischen Erfahrungen der Ungleichheit und der Norm der Gleichheit steht. D‘Alembert, dessen schriftstellerisches Handeln offene politische Radikalität in aller Regel vermied, gab damit – zumal mit Blick auf ökonomische Gleichheit – Stichworte für eine Kritik der Gesellschaft des Ancien Régime, die deren Rahmen sprengte. Der Vortrag sucht d‘Alemberts im deutschsprachigen Raum wenig rezipierte Position zu rekonstruieren und im Spektrum der Philosophie der Aufklärung
zu verorten.

Zur Person

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Moritz Epple ist Leiter der Arbeitsgruppe Wissenschaftsgeschichte am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Prof. Epples  Forschungsinteressen gelten der Geschichte der mathematischen Wissenschaften des 18. bis 20. Jahrhunderts im wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Zusammenhang, u. a. der Rolle der mathematischen Wissenschaften in der europäischen Aufklärung, den Mathematisierungsprozessen in modernen Gesellschaften, und den Beziehungen zwischen Naturwissenschaft und Krieg. Neuere Publikationen: Jüdische Mathematiker in der deutschsprachigen akademischen Kultur (Hrsg. zusammen mit Birgit Bergmann), 2008; Science as Cultural Practice. Vol. 1: Cultures and Politics of Research from the Early Modern Period to the Age of Extremes (Hrsg. zusammen mit Claus Zittel), im Erscheinen; Science as Cultural Practice. Vol. 2: Modernism in the Sciences (Hrsg. zusammen mit Falk Müller), im Erscheinen.

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Mittwoch, 20. Juni 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Dr. Matthias Lutz-Bachmann

Kosmopolitische Dynamik im Völkerrecht?

Campus Westend, Casino 1.811

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Das klassische Völkerrecht, das sich aus der Rechtsgeschichte der Antike und seiner Neuinterpretation durch das Mittelalter über weite Strecken im theoretischen Rahmen der Naturrechtstradition bewegt hatte, durchläuft am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit eine theoretische Neuausrichtung, die bis heute von  Bedeutung ist. Am Beispiel der Beiträge der Schule von Salamanca soll deutlich gemacht werden, wie das neue Völkerrecht nicht nur neue normative Einsichten aufnimmt und entfaltet, sondern auch auf die zeitgenössische kosmopolitische Herausforderung reagiert, die sich mit der ambivalenten, realen Erfahrung der „Neuen Welt“ für die Debatten in Europa und weit darüber hinaus systematisch stellt.

Zur Person

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Matthias Lutz-Bachmann ist Professor für Philosophie, Mitglied des Direktoriums des Exzellenzclusters und Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt. Er leitet innerhalb des Clusters die Forschungsgruppe zur Rechtsphilosophie der „Schule von Salamanca“ und arbeitet maßgeblich in der Projektgruppe zur Entwicklung der Theorie des „Post-Säkularismus“ mit. Schwerpunkte seiner Forschung liegen in der Philosophie des Mittelalters, der Politischen Philosophie, der Kritischen Theorie und der Religionsphilosophie. Neuere Veröffentlichungen: Metaphysik heute – Probleme und Perspektiven der Ontologie (Hrsg. zusammen mit Thomas M. Schmidt), 2007; Handlung und Wissenschaft. Die Epistemologie der praktischen Wissenschaften im 13. und 14. Jahrhundert (Hrsg. zusammen mit Alexander Fiodora), 2008; Krieg und Frieden im Prozess der Globalisierung (Hrsg. zusammen mit Andreas Niederberger), 2009.

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Mittwoch, 27. Juni 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Dr. Benjamin Steiner

Teilen und Herrschen - Afrika und die französische Kolonialadministration des Ancien Régime

Campus Westend, Casino 1.811

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Mit dem Beginn der Alleinherrschaft Ludwigs XIV. wandelte sich nicht nur die Herrschaftsstruktur in Frankreich selbst, sondern auch das Verhältnis der königlichen Administration zur Welt. Afrika spielte in diesem Zusammenhang von Herrschaft und Kolonisation eine bislang wenig beachtete Rolle. Es wird gezeigt wie Frankreich seit den 1660er Jahren versuchte, eine Kolonialverwaltung aufzubauen, die sich insbesondere auf ausgedehnte Informationssysteme stützte. Der französische Staat legitimierte sich über eine geradezu zeremonielle Praxis der Information – Rechtfertigungsrituale –, die nicht nur in den engen Zirkeln der Macht, sondern auch in einer  sich herausbildenden Öffentlichkeit vollzogen wurden. Dass eine so geartete Herrschaftspraxis sich nicht unmittelbar in Afrika realisierte, macht ein Blick auf die Begegnungssituationen der Franzosen mit Afrikanern deutlich. Afrikaner traten hier nicht nur als selbstbewusste Akteure mit eigenen Interessen im transatlantischen Handelsraum auf, sondern stellten der kolonialen Praxis der Franzosen ein anderes, aber durchaus mit ähnlichen Methoden operierendes Herrschaftsbewusstsein entgegen. Die machiavellistische Devise des diviser pour régner, der in mancherlei Hinsicht die Herrschaftspraxis des Ancien Régime charakterisierte, wurde so in
Afrika auf eine ernste Probe gestellt.

Zur Person

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Benjamin Steiner leitet die Nachwuchsgruppe „Wissen und Information über Afrika“ im Exzellenzcluster. Studium der Mittelalterlichen, Neueren und Neuesten Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Hiram College (Ohio), Université Paris IV (Sorbonne); Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt B1 „Schauplätze des Wissens“ (A. Brendecke) am
Sonderforschungsbereich 573 „Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit“ (LMU); DAAD-Research Fellow am Warburg Institute in London; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Teilprojekt C8 (U. Beck / M. Mulsow) des Sonderforschungsbereichs 536 „Reflexive Modernisierung“ (LMU).

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Mittwoch, 4. Juli 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl

Indigenität als normative politische Kategorie

Campus Westend, Casino 1.811

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Zum Vortrag

Mit der Verabschiedung der Declaration on the Rights of Indigenous Peoples vom 13. September 2007 haben die Vereinten Nationen den Begriff der Indigenität in den Rang einer normativen politischen Kategorie erhoben. Damit unterstellen sie den „indigenen Völkern“ Gemeinsamkeiten, deren Vorhandensein von Kultur- und Sozialanthropologen im Gefolge der Repräsentationsdebatte und der postkolonialen Kritik noch wenige Jahre zuvor heftig bestritten worden war. Im Vortrag wird anhand der neueren Geschichte der Indigenenbewegung der Frage nachgegangen, wie es zu dieser Essentialisierung gekommen ist. In diesem Zusammenhang soll auch erörtert werden, wie sich die in der Declaration ebenfalls behauptete „spirituelle Beziehung indigener Völker“ zu ihrem Land auf deren heutiges Selbstverständnis auswirkt.

Zur Person

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Karl-Heinz Kohl ist Professor für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt und Direktor des dortigen Frobenius-Instituts. Seit 1975 verbrachte er verschiedene Feldforschungsaufenthalte in Ostindonesien, Neuguinea und Nigeria. Zuletzt sind erschienen: The End
of Anthropology? (Co-ed.), Wantage: Sean Kingston Publishing, 2011, und Der Kaiser und sein Forscher. Der Briefwechsel zwischen Wilhelm II. und Leo Frobenius (Mit-Hrsg.), Stuttgart: W. Kohlhammer, 2012.

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Mittwoch, 11. Juli 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Dr. Stefanie Michels

Schutzherrschaft revisited - Kolonialismus aus afrikanischer Perspektive

Campus Westend, Casino 1.811

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Die koloniale Ordnung konnte letztlich nur durch das „Argument“ der Gewalt gerechtfertigt werden. Der Vortrag zeigt dies am konkreten Fall: Duala/Kamerun 1884-1914. In einem Perspektivwechsel werden dazu die Normen der seit Jahrhunderten an der westafrikanischen Küste bestehenden Handelskontaktzonen vorgestellt ebenso wie die Motivationen und Visionen der „Kings and Chiefs of Cameroon“, als sie 1884 den so genannten „Schutzvertrag“ mit deutschen Kaufleuten und  Regierungsvertretern unterschrieben. In diesen Vertrag wurden viele Rechte der Duala schriftlich fixiert, die diese in der Folge verteidigten. Die unvereinbaren Widersprüche in den Ordnungsvorstellungen der Duala und der Deutschen wurden durch die seit 1911 umgesetzten Segregationspläne für Duala manifest. Ausweisungen aus Deutschland und die Exekution der wichtigsten Duala-Politiker werden im Vortrag als Ende des sukzessiven Ausschlusses der Duala als Menschen, denen Rechtfertigung geschuldet wird, gelesen.

Zur Person

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Stefanie Michels leitet die Nachwuchsgruppe „Transnationale Genealogien“ im Exzellenzcluster. Promoviert wurde sie 2003 an der Universität Köln mit einer Arbeit zur Konstruktion deutsch-kolonialer Macht im Crossrivergebiet Kameruns. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf afrikanischer Geschichte, einschließlich der Geschichte der afrikanischen Diaspora und deutscher Kolonialgeschichte. Wichtigste Veröffentlichungen sind: Duala und Deutschland – verflochtene Geschichte: Die Familie Manga Bell und koloniale Beutekunst, hg. mit Jean-Pierre Félix Eyoum und Joachim Zeller (2011); Schwarze deutsche Kolonialsoldaten. Mehrdeutige Repräsentationsräume und früher Kosmopolitismus in Afrika (2009); Imagined Power Contested: Germans and Africans in the Upper Cross River Area of Cameroon
1887-1915 (2004).

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Ringvorlesung des Exzellenzclusters Sommersemester 2012

Normativität und Geschichtlichkeit: Frankfurter Perspektiven II

„Normativität und Geschichtlichkeit“ markiert ein Spannungsverhältnis. (Fast) jede normative Ordnung reklamiert für sich, sowohl gut begründet als auch überall und immer gültig zu sein. Jede ethnologisch oder historisch inspirierte Betrachtung der Welt geht dagegen von der Prämisse aus, dass „Kulturen“ und „Epochen“ jeweils eigene normative Ordnungen entwickeln, die sich schneller oder langsamer wandeln. Obgleich alle normativen Ordnungen Strategien der Immunisierung gegen Wandel, für Umgänge mit anderen Normensystemen sowie für Dissens entwickeln und sich über lange Zeit auf die gleichen Texte beziehen können, sind sie also aus dieser Perspektive ständig im Fluss – zumal sie von jedem Individuum an jedem Ort im Detail unterschiedlich ausgelegt und in etwas andere Praktiken überführt werden. Das stellt die empirische Erforschung normativer Ordnungen vor erhebliche Probleme, denn jede Beschreibung des Wandels normativer Ordnungen basiert auf einer Mischung aus Beobachtungen (die auf unterschiedlich dichten Überlieferungen gegründet sind) einerseits, Konstruktionen und Annahmen darüber, was die jeweilige Ordnung im Kern ausmacht, andererseits. Die Ringvorlesung behandelt diese Problematik an zwei Arten von Beispielen: Momenten des Wandels normativer Ordnungen und Konstellationen, in denen normative Ordnungen direkt miteinander in Kontakt treten und gegebenenfalls in Konflikt geraten. Neben der empirischen Beschreibung reflektiert sie das Problem einer ethnologischen oder historischen Beschreibung normativer Ordnungen selbst. Sie setzt somit mit anderem Akzent die Vorstellung der Ergebnisse der ersten Förderphase des Clusters fort, die im letzten Semester mit einem eher philosophisch-politikwissenschaftlichen Blick auf Normativität begonnen wurde. Thematisch reichen die Frankfurter historischen und ethnologischen Perspektiven vom alten Ägypten bis zur Gegenwart; geographisch umfassen sie den Blick auf Europa ebenso wie den auf Beziehungen zwischen Europa und einer als „außereuropäisch“ gedachten Welt oder auf postkoloniale Konstellationen. Wir hoffen sehr, dass dieses (weitere) Spannungsfeld zwischen vielseitiger Empirie und systematischer Fragestellung möglichst
viele Interessentinnen und Interessenten dazu reizen wird, die Ergebnisse zu rezipieren, zu diskutieren und weiter zu denken.

Campus Westend, Casino 1.811 (am 30. Mai 2012, 18 Uhr c. t. in HZ15)

Broschüre (pdf): Hier...

Plakat (pdf): Hier...

Programm:

11. April 2012, 16 Uhr c. t.
Normwandel und Medien im subsaharischen Afrika
Prof. Mamadou Diawara, Dr. Ute Röschenthaler
Weitere Informationen: Hier...

18. April 2012, 16 Uhr c. t.
Mathematik vs. König - Herausbildung einer normativen Ordnung der
Lebenswelt der altägyptischen Experten
Prof. Annette Warner
Weitere Informationen: Hier...

2. Mai 2012, 16 Uhr c. t.
Das christliche Kaisertum
Ein europäisches Paradox
Prof. Hartmut Leppin
Weitere Informationen: Hier...

16. Mai 2012, 16 Uhr c. t.
Wirtschaftstheorie, Normsetzung und Herrschaft
Freihandel, »Rule of Law« und das Recht des Kanonenboots
Prof. Andreas Fahrmeir, Dr. Verena Steller
Weitere Informationen: Hier...

23. Mai 2012, 16 Uhr c. t.
Plädoyer für eine Ikonologie der Geschichtswissenschaft
Prof. Bernhard Jussen
Weitere Informationen: Hier...

30. Mai 2012, 18 Uhr c. t.
Was ist Wandel »normativer Ordnungen« im Europa des 16./17. Jahrhunderts?
HZ15
Prof. Luise Schorn-Schütte
Weitere Informationen: Hier...

6. Juni 2012, 16 Uhr c. t.
Die Herausbildung moderner Geschlechterordnungen in der islamischen Welt
Prof. Susanne Schröter
Weitere Informationen: Hier...

13. Juni 2012, 16 Uhr c. t.
Die Moral der Gleichheit Jean d‘Alembert zwischen moderater und radikaler Aufklärung
Prof. Moritz Epple
Weitere Informationen: Hier...

20. Juni 2012, 16 Uhr c. t.
Kosmopolitische Dynamik im Völkerrecht?
Prof. Matthias Lutz-Bachmann
Weitere Informationen: Hier...

27. Juni 2012, 16 Uhr c. t.
Teilen und Herrschen
Afrika und die französische Kolonialadministration des Ancien Régime
Dr. Benjamin Steiner
Weitere Informationen: Hier...

4. Juli 2012, 16 Uhr c. t.
Die Indigenenbewegung in den ehemaligen britischen Siedlerkolonien
Prof. Karl-Heinz Kohl
Weitere Informationen: Hier...

11. Juli 2012, 16 Uhr c. t.
Schutzherrschaft revisited
Kolonialismus aus afrikanischer Perspektive
Dr. Stefanie Michels
Weitere Informationen: Hier...

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

New Modes of Pluralist Global Governance

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Robert O. Keohane,
Princeton University

16. Oktober 2013, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

Video:



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Abstract
This talk will describe a new mode of pluralist global governance, which my co-authors (Graine de Burca and Charles Sabel) and I describe as “Global Experimentalist Governance.” Experimentalist Governance describes a set of practices involving open participation by a variety of entities (public or private), lack of formal hierarchy within governance arrangements, and extensive deliberation throughout the process of decision making and implementation. It is characterized also by continuous feedback, reporting, and monitoring and by established practices, involving peer review, for revising rules and practices. Experimentalist Governance arises in situations of complex interdependence and pervasive uncertainty about causal relationship, and its practice is illustrated by the arrangements devised to protect dolphins from being killed by tuna fishing practices; the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities; and the Montreal Protocol on the Ozone Layer. Without presenting a full theory of the conditions under which Global Experimentalist Governance arises, I put forward four tentative hypotheses about these conditions, for discussion. I propose that governments must be unable to formulate a comprehensive set of rules and efficiently and effectively monitor compliance with them; they must not be stymied by a lack of agreement on basic principles; civil society actors must be deeply involved in the politics of the issue; and the issue must not be a matter of high politics.

CV
Robert O. Keohane is Professor of International Affairs at Princeton University. He is the author of After Hegemony: Cooperation and Discord in the World Political Economy (1984) and Power and Governance in a Partially Globalized World (2002). He is co-author (with Joseph S. Nye, Jr.) of Power and Interdependence (third edition 2001), and (with Gary King and Sidney Verba) of Designing Social Inquiry (1994). He has served as the editor of the journal International Organization and as president of the International Studies Association and the American Political Science Association. He won the Grawemeyer Award for Ideas Improving World Order, 1989, and the Johan Skytte Prize in Political Science, 2005. He is a member of the American Academy of Arts and Sciences, the American Philosophical Society, and the National Academy of Sciences. He has received honorary degrees from the University of Aarhus, Denmark, and Science Po in Paris, and is the Harold Lasswell Fellow (2007-08) of the American Academy of Political and Social Science.

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The Politics of the Governed: Alter-Globalization and Subalternity

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Nikita Dhawan,
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

23. Oktober 2013, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 1

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Abstract
Unequal access to power and uneven distribution of resources in the current phase of postcolonial late capitalism has spurred a range of critical discourses and movements that seek to reconfigure global hierarchies. Free-market globalization has led to the systematic dismantling of accountability of the state, which is increasingly taking on a managerial role. Ironically, the loss of legitimacy of the state has opened up new opportunities of action for the international civil society, which is increasingly at the helm of global governance. Enjoying a high level of legitimacy in the public sphere, international organizations are increasingly entrusted with the task of globally monitoring issues of justice, peace and democracy. My talk interrogates the vanguardism of extra-state collective action and the state-phobic politics of the feudally benevolent alter-globalization lobby, who have become organic intellectuals of global capitalism. The focus will be on subaltern groups, who can neither access organs of the state nor transnational counterpublics. I will examine the limits and lures of cosmopolitan politics in a postcolonial world by exploring the discontinuity between those who “right wrongs” from above and those below who are wronged.

CV
Nikita Dhawan is Junior Professor of Political Science for Gender/Postcolonial Studies, Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders”, Goethe University Frankfurt. She has held visiting fellowships at the Institute for International Law and the Humanities, The University of Melbourne, Australia; Program of Critical Theory, University of California, Berkeley, USA; University of La Laguna, Tenerife, Spain; Pusan National University, South Korea; Columbia University, New York, USA. Her publications include Impossible Speech: On the Politics of Silence and Violence (2007) and Decolonizing Enlightenment: Transnational Justice, Human Rights and Democracy in a Postcolonial World (ed., 2013).

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Liquid Authority: Law, Institutions and Legitimacy in Global Governance

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Nico Krisch,
Catalan Institute of Advanced Studies (ICREA) and Barcelona Institute

30. Oktober 2013, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 10

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Abstract
We are used to thinking about politics and law as based on firm institutions with authoritative decision-making power. Most of our key categories and democratic mechanisms revolve around such solid institutions. But solidity has been called into question through the rise of ‘governance’ – and even more so, the rise of global governance. Authority in the global context has increasingly been liquefied: it no longer has a clear locus, it is spread across multiple sites, its forms are malleable, and the actors behind it are often unclear. How can such authority be held to account? Does law continue to play a role in checking it? How can we assess the legitimacy of such governance structures? This talk will look at the rising challenge of liquid authority and different kinds of responses to it.

CV
Nico Krisch is a Research Professor at the Catalan Institute of Advanced Studies (ICREA) and the Barcelona Institute of International Studies (IBEI). His expertise lies in the fields of international law, international institutions and global governance. Previously he has been a Professor of International Law at the Hertie School of Governance in Berlin, a Visiting Professor of Law at Harvard Law School, a Senior Lecturer at the Law Department of the London School of Economics, and has held postdoctoral fellowships at Merton College (Oxford) and New York University School of Law. He holds a Ph.D. in law from the University of Heidelberg and a Diploma of European Law of the Academy of European Law in Florence, Italy. He is the author of Selbstverteidigung und kollektive Sicherheit (Self-defense and Collective Security, 2001) and of articles on the United Nations, hegemony in international law, and the legal order of global governance. His most recent book, Beyond Constitutionalism: The Pluralist Structure of Postnational Law (2010), was awarded the 2012 Certificate of Merit of the American Society of International Law.

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Authority in a Postnational Order

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Michael Zürn
, WZB Berlin Social Science Center

20. November 2013, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

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Abstract
The Western notion of legitimate rule is strongly associated with democratic constitutionalism. What is needed is in this view a central place of final decisions and democratic procedures to control it. The political developments in the last three decades have undermined that significantly.
Democratic rule is increasingly replaced by numerous sites of authorities like central banks or international institutions that neither are able to make final decision nor can be described as democratic. Yet these authorities are often needed and trusted. This leads to a democratic paradox and to reflexive legitimacy the revival of contestation about the appropriate criteria for political legitimacy.

CV
Michael Zürn is Director of the Research Unit “Global Governance’ at the WZB Berlin Social Science Center and Professor for Political Science and International Relations at the Free University Berlin. He was founding Dean of the Hertie School of Governance in Berlin (2004 – 2009) and is a member of the Berlin-Brandenburg Academy of Science. He has published in journals like International Organization, World Politics, European Journal of International Relations and International Studies Quarterly. Among his most recent publications are Handbook on Multi-Level Governance, Edward Elgars Publishers, 2010 (edited together with Henrik Enderlein and Sonja Wälti); The Dynamics of the Rule of Law in an Era of International and Transnational Governance, Cambridge University Press, 2012 (edited together with Andre Nollkaemper and Randy Peerenboom); Can the Politicization of European Integration be Reversed? in: Journal of Common Market Studies, , 2012, 1:50, 137-153 (together with Pieter de Wilde); International authority and its politicization, in: International Theory, 2012, 4:1, 69–106 (together with Martin Binder, Matthias Ecker-Ehrhardt).

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Politics of the International Rule of Law

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Ian Hurd,
Northwestern University

4. Dezember 2013, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 9

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Abstract
The international rule of law is often seen a centerpiece of the modern international order. It is routinely reaffirmed by governments, international organizations, scholars, and activists. On drones and targeted killing, on the use of force, military intervention and non-intervention, and on territorial questions and border disputes, governments frequently suggest that a rule-of-law system among states is the progressive, humane, and modern alternative to power politics, brute force, and coercion. The rule of law often appears as a charmed concept, essentially without critics or doubters, and outside of the realm of politics. In contrast to this view, I consider the political context and content of the international rule of law. Rather than a universal concept that embodies shared interests and goals of states, the international rule of law is a political resource that states use to legitimize and delegitimize contending policies. International law is within international politics. Appeal by govern ments to the international rule of law as a solution to a political dispute must be seen as power politics in a legal form. This involves more than just asking questions about who writes the rules and for what interests. It also means examining how international law is used in international politics. I examine what the rule of law means for world politics, what it does, and what it replaces.

CV
Ian Hurd is Associate Professor of political science at Northwestern University in Evanston, Illinois. His research is on the politics of international law. It examines how governments use international law to construct and defend their policy positions, and the power of law in shaping those decisions. He is currently writing a book about the international rule of law which focuses on legal and politics questions around the war, drones, torture, and more. He has written widely in the past on international organizations, international law, and international relations, including in the books International Organizations: Politics, Law, Practice (2nd ed. 2013) and After Anarchy: Legitimacy and Power in the UN Security Council (2007) which won the Myres McDougal prize (Policy Sciences Society) and the Chadwick Alger prize (International Studies Association). His articles and essays have appeared in International Organization, International Politics, the Chinese Journal of International Politics, Foreign Affairs, Global Governance, Ethics and International Affairs, the Journal of International Organization Studies, and elsewhere.

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Public and Private Authority in Global Governance

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. David A. Lake,
University of California, San Diego

11. Dezember 2013, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 8

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Abstract
The division of politics into domestic systems of hierarchy and effective political order and an international system of anarchy and weak political order is wrong, descriptively and analytically. Authority is not given or fixed, but is itself the product of politics. Public authorities embodied in states, nonstate authorities of many forms, and individuals alone and in groups struggle over their legitimate powers and areas of autonomy. Conceived as a political phenomenon, a proper understanding of authority dissolves the domestic-international divide from the inside out. Conversely, authority exists in myriad forms at all levels of politics, including by states over other states, by supranational entities, and by “private” actors. Equating all authority with the public or lawful authority of states, theorists have incorrectly assumed that the international system is anarchic or devoid of authority higher than states themselves. As globalization expands, the power and role of the various global authorities may also increase, if only to maintain existing levels of governance in a world of shared problems or, perhaps, to provide even greater order. The ultimate trajectory and outcome of this dynamic process is now unknown. But we can predict with certainty that, as political projects, global authorities will be increasingly objects of struggle and contestation. Revealing these global authorities, often of long-standing, further dissolves the domestic-international divide, this time from the outside in.

CV
David A. Lake is the Jerri-Ann and Gary E. Jacobs Professor of Social Sciences, Distinguished Professor of Political Science, Associate Dean of Social Sciences, and Director of Yankelovich Center for Social Science Research at the University of California, San Diego. He has written widely in the field of international relations. Lake is the former chair of the International Political Economy Society and past President of the International Studies Association. The recipient of UCSD Chancellor’s Associates Awards for Excellence in Graduate Education and Excellence in Research, he was elected to the American Academy of Arts and Sciences in 2006.

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The Advent of International Public Authority

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Armin von Bogdandy,
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"/Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht

15. Januar 2014, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 6

Abstract
The talk proposes a distinctly public law approach to the deep transformation in the conduct of public affairs epitomized by the term global governance. We find in many policy fields an increasing number of international institutions playing an active and often crucial role in decision-making and policy implementation, sometimes even affecting individuals. Thus, a private real estate sale in Berlin is blocked by a decision of the UN Security Council Al-Qaida and Taliban Sanctions Committee; the construction of a bridge in Dresden is legally challenged because the affected part of the Elbe river valley had been included on UNESCO’s list of World Heritage; or educational policies most relevant to our children are profoundly reformed due to the OECD Pisa rankings. These examples illustrate that governance activities of international institutions may have a strong legal or factual impact on domestic issues. This calls upon scholars of public law to lay open the legal setting of such governance activities, to find out how, and by whom, they are controlled, and to develop legal standards for ensuring that they satisfy contemporary expectations for legitimacy.

CV
Armin von Bogdandy is Director at the Max Planck Institute for Comparative Public Law and International Law, Heidelberg and Professor of Public Law at the Goethe-Universität, Frankfurt/Main. He is President of the OECD Nuclear Energy Tribunal. He was member of the German Science Council (Wissenschaftsrat). In June 2008 Prof. Bogdandy received the Berlin-Brandenburgian Academy of Sciences Prize for outstanding scientific achievements in the field of foundations of law and economics, sponsored by the Commerzbank Foundation. He is Member of the Scientific Committee of the European Union Agency for Fundamental Rights (2008-2013) and was invited to be the Inaugural Fellow at the Straus Institute for Advanced Study of Law and Justice, New York University, Academic Year 2009/2010. He has been Global Law Professor at New York University School of Law in 2005 and 2009 and was appointed as a Senior Emile Noel Fellow from Global Law School Personnel Committee of the New York University (2010-2015).

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Contention, Resistance, and International Institutions

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Clifford Bob, Duquesne University

22. Januar 2014, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 10

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Abstract
Recent decades have seen a proliferation of international institutions. Realists dismiss these as existing merely at sufferance of states and as having little independent effect—a normative order of power. By contrast, liberals highlight the growth of centralized authority and cooperation a
normative order of law. Using empirical examples, my paper argues that international institutions today offer new forums and objects of contention, not only for states but also and just as importantly for national interest groups. Even domestic actors that have traditionally eschewed international
organizations/laws because of their alleged threat to sovereignty or tradition increasingly use them to advance their goals or to stymie their foes. On one hand, this shows the growing influence of international institutions. But it does not necessarily indicate that we are entering a period in which law rules. Instead, international law and organizations are one more arena of conflict, one more means to an end. Even when law is contentiously “made,” it is seldom stable, with opponents seeking the law’s reversal, evisceration, or perversion. Even those who use international institutions scorn their authority and legitimacy, if the institutions do not serve crucial interests. The ideal of law as a settled and revered moral ideal—seldom in fact the case within states—is even less so internationally.

CV
Clifford Bob is Professor of Political Science and holds the Raymond J. Kelley Endowed Chair in International Relations at Duquesne University in Pittsburgh. He studies human rights, globalization, and transnational networks. His book, The Global Right Wing and the Clash of World Politics, was
published by Cambridge University Press in 2012. His 2005 book, The Marketing of Rebellion: Insurgents, Media, and International Activism (Cambridge), won the International Studies Association Best Book Award. He has written for political science, law, and policy journals. Among his current projects is “Rights as Weapons in Political Conflict,” on the use of rights claims to camouflage ulterior motives, break opposing coalitions, and attack despised institutions. These include deployment of women’s rights against Muslim communities in France, of animal rights in Catalonia’s bullfighting ban, and of parental rights by Italian secularists seeking to eject crucifixes from classrooms. In a prior incarnation, Dr. Bob worked as a litigator, including pro bono refugee and human rights work for the Lawyers Committee for Human Rights, and as a law teacher at the National University of Singapore. Dr. Bob holds a Ph.D. from MIT, a J.D. from NYU, and a B.A. magna cum laude in social studies from Harvard.

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Anarchy, Hierarchy, Polyarchy, Monarchy or else? What sort of global rule for a time of power change?

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Harald Müller, Exzellenzlcuster "Die Herausbildung normativer Ordnungen", Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

29. Januar 2014, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 9

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Abstract
The world, it is said, is undergoing seminal structural change. Unipolarity is giving way to multipolarity, Asia is rising, China is overtaking the USA as number one, the BRIC group is overtaking the West as the hegemonic group, and all this means a fundamental shift in the distribution of global power and, consequently, in the system of rule in the world. All this has to be taken with a grain of salt, of cause. A quick look at the two periods of apparently unchallenged US dominance, from 1945 to about 1966 (when the Soviet Union reached nuclearparity), and from 1990 to about 2005 (when the Bush adventures weakened the US at home and abroad), shows an astonishing discrepancy between the highly asymmetrical distribution of power resources and the degree to which the hegemon was able to impose its will on the world. This poses the fundamental question about the relationship of material power and its translation into substantial influence. The sobering answer to this question should calm down the nerves of those who panic about future Chinese dominance. There is, however, a residual reason for disquiet: When the difference between the ambition of the most powerful state and its real world achievement feeds frustration as for Napoleon, Wilhelm II, Adolf Hitler or Tojo, the consequences for the world can be rather horrible. It is advisable to remember this lesson in the 100 year anniversary of the beginning of World War I.

CV
Harald Müller is Executive Director of Peace Research Institute Frankfurt (PRIF) and Professor of International Relations at Goethe University Frankfurt. He also teaches regularly at Johns Hopkins University Center for International Relations, Bologna, Italy as a visiting professor. His research focuses on arms control, disarmament, non-proliferation, and security policy. His most recent book is Norm Dynamics in Multilateral Arms Control. Interests, Conflicts, and Justice (ed. with Carmen Wunderlich). Prof. Müller has served on German delegations to NPT Conferences since 1995. From 1999 to 2005 he was member of the Advisory Board on Disarmament Matters of the UN Secretary General, chairing the Board in 2005. 2004/5 he was also appointed member of the Expert Group on Multilateral Fuel Arrangements of the International Atomic Energy Agency. From 1999 on, he has been co-chairing the Working Group on Peace and Conflict at the German Foreign Office’s Planning Staff; since 2010, he is Vice-President of the EU Consortium for Non-proliferation and Disarmament.

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Rule and Rules in International Relations

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Nicholas Onuf, Florida International University

5. Februar 2014, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3

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Abstract
Twenty-five years ago, when I published a book with the subtitle, Rules and Rule in International Relations, scholars in the field had little enough interest in rules (and norms—rules by another name). They had even less to say about rule - the condition of rule in any political society, including international society - because of the inside/outside binary (as R B J Walker would soon call it) and the assumption that anarchy prevails ´outside.´ In my book, I claimed that three kinds of rules eventuate in three forms (ideal types) of rule. I called them hierarchy, hegemony and heteronomy, and I found them everywhere in international relations. While hierarchy and hegemony were then well known and subsequently much discussed as recurrent phenomena in an unruly world, heteronomy was not - at least not as I conceptualized it. Since then, it has been ignored or confused with anarchy as a general condition. More generally, few scholars in the field are comfortable with the language of rule, however much they now talk about rules. On review, these developments in the world of scholarship do nothing to challenge my claim that international relations constitute a condition of rule. Conversely, globalization has significantly altered ruling practices from top to bottom, inside and out. Rules proliferate. Where there are rules, there is rule. Insofar as International Relations theory is social theory, we could hardly think otherwise.

CV
Nicholas Onuf is Professor Emeritus, Florida International University, Miami, and Professor Associado, Instituto de Relações Internationals, Pontificia Universidade Católica do Rio de Janeiro. He holds an honorary Ph.D. from Panteion University, Athens. His latest book, Making Sense, Making Worlds: Constructivism in Social Theory and International Relations (2013) was published in conjunction with the republication of World of Our Making: Rules and Rule in Social Theory and International Relations (1989).


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A Gordian Knot? Rule and Resistance in International Relations

Ringvorlesung "Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System"

Prof. Christopher Daase, Prof. Nicole Deitelhoff, Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"/Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

12. Februar 2014, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 9

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Abstract
Global politics is best conceived, we propose, not strictly as anarchy or hierarchy, but as a heterarchy where institutionalized power, or rule, assumes an array of guises, serves diverse functions and can be more or less concentrated or diffuse. We define rule as a structure of institutionalized superand subordination that reduces contingency and stabilizes expectations. The initial intuition is that ontologically rule predicates resistance, such that power and hegemony are only thinkable and visible when they are contested. Thus, we propose a research programme that observes and theorizes rule by way of observing and theorizing resistance. To do so coherently in a broad range of contexts, we introduce a distinction between opposition and dissidence. Given the definition of rule as a structure of institutionalized super- and subordination, dissidence is the stronger form of dissent characterized by a rejection of the structure in toto. Opposition, by contrast, is resistance to particular manifestations of rule, such as policies or specific norms, while accepting the overall structure. This distinction is analytically valuable because it allows substantively normative features of rule, like authority and domination, to be brought back into the analysis but with an empirically informed, rather than a priori, foundation.

CV
Christopher Daase is Chair for International Organization at Goethe University Frankfurt and Research Director at the Peace Research Institute Frankfurt (PRIF). Previously he held the Chair in International Relations at the University of Munich (2004-2009) and was Senior Lecturer at the University of Kent at Canterbury as well as Director of the Programme on International Conflict Analysis at the Brussels School of International Studies (1999-2004). Educated at Universities in Hamburg, Freiburg and Berlin, he became SSRC-MacArthur Fellow in International Peace and Security for 1990 –1992 and was Research Fellow at Harvard University and the RAND Corporation in Santa Monica, CA. He received his PhD in 1996 from the Free University of Berlin for an award winning dissertation on unconventional warfare. His research centres on theories of international relations, security issues and international institutions. As member of the Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders” at the University of Frankfurt he currently works on changing patterns of legitimacy with regard to the use of force on the one hand, and on trends of informalization in international politics on the other hand.





Nicole Deitelhoff is Professor for International Relations in the Cluster of Excellence „Formation of Normative Orders“ at Goethe University and heads a research group on “Contested Normativity: Norm Conflicts in Global Governance“ at Peace Research Institute Frankfurt (PRIF). She obtained an MA in Political Science from State University of New York (UB Buffalo) and a PhD from University of Technology Darmstadt. She was visiting professor to Hebrew University in Jerusalem in 2010 and visiting fellow to the Center for European Studies at Harvard University in 2011. Her current research focuses on international institutions and norms, the foundations of political rule and its legitimation beyond the national state, and forms of resistance. Among her most well-known publications are Überzeugung in der Politik (Persuasion in Politics), Suhrkamp 2006, The Discursive Process of  Legalization. Charting Islands of Persuasion in the ICC case in International Organization 2009, and Leere Versprechungen? Deliberation und Opposition im Kontext transnationaler Legitimitätspolitik (Empty Promises? Deliberation and Opposition in Transnational Legitimation Politics) in Leviathan (2012).


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Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System

Ringvorlesung des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"



Die normative Ordnung des internationalen Systems wird häufig als anarchisch beschrieben, um ein System auszuzeichnen, dem eine übergeordnete Autorität fehlt, die Konflikte zwischen den wesentlichen Akteuren im System, traditionell Nationalstaaten, lösen könnte. Mit dem Aufstieg nichtstaatlicher Akteure und der Ausbreitung inter- und supranationaler Organisationen hat sich das Bild internationaler Politik in den letzten Jahrzehnten zwar bereits gewandelt, aber die Zuschreibung als anarchisch hält sich hartnäckig. Obgleich Entscheidungen in zunehmendem Maße auf supranationaler Ebene oder aber in informellen Clubs oder privaten Organisationen fallen, werden diese Entwicklungen zumeist als Form einer jederzeit kündbaren Delegation von Entscheidungsautorität durch die Staaten betrachtet aber nicht als Ausdruck von Herrschaft im internationalen System.
Ganz anders dagegen das Bild, das sich die Rechtswissenschaften von der internationalen Politik machen. Sie betrachten das internationale System oftmals als eine Ordnung, die im und durch das Recht konstituiert wird und sich seit dem 19. Jahrhundert zusehends in den Vereinten Nationen zentriert. Entsprechend erscheint ihnen „Recht“ und nicht „Macht“ als zentrales movens der internationalen Politik.
Die Ringvorlesung nimmt die Spannung zwischen diesen beiden Perspektiven auf und  stellt eine für beide gleichermaßen relevante Frage: Was bedeuten Autorität und Herrschaft im internationalen System und wie stellen sie sich dar? Während einige Autorität an Legitimität gebunden sehen, betonen andere gerade das zwiespältige Verhältnis zwischen Autorität und Legitimität, wie es sich vor allem in Formen von Opposition und Dissidenz im internationalen System beobachten lässt.
Um den Wandel, den die normative Ordnung internationaler Politik unbestreitbar durchläuft, einordnen zu können, sind führende Vertreter aus Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Soziologie eingeladen, ihre Perspektiven auf Autorität und Herrschaft in der internationalen Politik zu diskutieren.


Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Hörsaalzentrum

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Programmheft (pdf): Hier...

Die Vorträge finden in englischer Sprache statt.

Programm:

Mittwoch, 16. Oktober 2013, 18.15 Uhr, HZ3
Prof. Robert O. Keohane (Princeton University)
New Modes of Pluralist Global Governance
Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 18.15 Uhr, HZ1
Prof. Nikita Dhawan (Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen")
The Politics of the Governed: Alter-Globalization and Subalternity
Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 30. Oktober 2013, 18.15 Uhr, HZ10
Prof. Nico Krisch, Catalan Institute of Advanced Studies (ICREA)/Barcelona Institute of International Studies (IBEI)
Liquid Authority: Law, Institutions and Legitimacy in Global Governance
Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 20. November 2013, 18.15 Uhr, HZ3
Prof. Michael Zürn, Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB)
Authority in a Postnational Order
Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 4. Dezember 2013, 18.15 Uhr, HZ9
Prof. Ian Hurd, Northwestern University
Politics of the International Rule of Law
Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 11. Dezember 2013, 18.15 Uhr, HZ8
Prof. David A. Lake, University of California, San Diego
Public and Private Authority in Global Governance
Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 15. Januar 2014, 18.15 Uhr, HZ6
Prof. Armin von Bogdandy, Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"/Max-Planck-Institut für  ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht
The Advent of International Public Authority
Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 22. Januar 2014, 18.15 Uhr, HZ10
Prof. Clifford Bob, Duquesne University
Contention, Resistance, and International Institutions
Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 29. Januar 2014, 18.15 Uhr, HZ9
Prof. Harald Müller, Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"/Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
Anarchy, Hierarchy, Polyarchy, Monarchy or else? What sort of global rule for a time of power change?

Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 5. Februar 2014, 18.15 Uhr, HZ3
Prof. Nicholas Onuf, Florida International University
Rule and Rules in International Relations
Weitere Informationen: Hier...

Mittwoch, 12. Februar 2014, 18.15 Uhr, HZ9
Prof. Christopher Daase/Prof. Nicole Deitelhoff, Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"/Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
A Gordian Knot? Rule and Resistance in International Relations
Weitere Informationen: Hier...

Zu den vorangegangenen Ringvorlesungen: Hier

Ringvorlesung Rechtswissenschaft in Frankfurt vor den Herausforderungen der nächsten 100 Jahre - Erfahrungen und Erwartungen

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Casino Raum 1.801

 

















Programm:



12. Februar 2014, 14-17 Uhr

Prof. Dr. Thomas Duve  (Direktor MPI für europäische Rechtsgeschichte Frankfurt, Partner Investigator Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen")

Rechtsgeschichte - Traditionen und Perspektiven

Weitere Informationen zum Vortrag: Hier...

Prof. Dr.  Hasso Hofmann (Humboldt-Universität zu Berlin)

Über Volkssouveränität


30. April 2014, 14-17 Uhr

Prof. Dr. Katharina Pistor  (Columbia Law School)

Law and Finance - Neue Ansätze

Weitere Informationen: hier...

Prof. Dr.  Gunther Teubner (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Wirtschaftsverfassung oder Wirtschaftsdemokratie? Franz Böhm und Hugo Sinzheimer jenseits des Nationalstaates

Weitere Informationen: hier...


21. Mai 2014, 14-17 Uhr

Prof. Dr. Tatjana Hörnle  (Humboldt-Universität zu Berlin)

Das verschleierte Gesicht - Grund für strafrechtliche Verbote?

Weitere Informationen: hier...

Prof. Dr. Maria Kaiafa-Gbandi (Aristoteles Universität Thessaloniki)

Die Bedetutung fundamentaler Strafrechtsprinzipien im modernen EU-Strafrecht

Weitere Informationen: hier...



11. Juni 2014, 14-20 Uhr


14.00 bis 14.45 Uhr
Begrüßungen

14.45 Uhr
Prof. Dr. Michael Bothe  (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Public International Law in Frankfurt

Weitere Informationen: hier...

14.15 Uhr
Prof. Dr. Martti Koskenniemi (University of Helsinki)

The Future of Public International Law

Weitere Informationen: hier...

16.30 Uhr
Kaffeepause

17.00 Uhr
Prof. Dr. Ingolf Pernice (Humboldt-Universität Berlin)

Das Internet im globalen Konstitutionalismus

Weitere Informationen: hier...

17.30 Uhr
Prof. Dr. Joseph H. H. Weiler (New York University)

The Future of European (Union) Law

18. 45 Uhr
Schlussworte

19.00 Uhr
Empfang

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"in Kooperation mit Fachbereich 01 der Goethe-Universität Frankfurt am Main



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Vorangegangene Ringvorlesungen:
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Das verschleierte Gesicht - Grund für strafrechtliche Verbote?


Prof. Dr. Tatjana Hörnle  (Humboldt-Universität zu Berlin)

Mittwoch, 21.5.2014, 14 Uhr

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Die Bedeutung fundamentaler Strafrechtsprinzipien im modernen EU-Strafrecht


Prof. Dr. Maria Kaiafa-Gbandi (Aristoteles Universität Thessaloniki)

Mittwoch, 21.5.2014

Video:

The Future of Public International Law


Prof. Dr. Martti Koskenniemi (University of Helsinki)

Mittwoch, 11.6.2014, 14:45

Video:

Law and Finance - Neue Ansätze

Prof. Dr. Katharina Pistor  (Columbia Law School)

Mittwoch, 30.4.2014, 14 Uhr

Video:



Public International Law in Frankfurt

Prof. Dr. Michael Bothe  (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Mittwoch, 11.06.2014, 14:45 Uhr

Video:

Das Internet im globalen Konstitutionalismus

Prof. Dr. Ingolf Pernice (Humboldt-Universität zu Berlin)

Mittwoch, 11.06.2014, 17 Uhr

Video:

Wirtschaftsverfassung oder Wirtschaftsdemokratie? Franz Böhm und Hugo Sinzheimer jenseits des Nationalstaates

Prof. Dr.  Gunther Teubner (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Mittwoch, 30.04.2014

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One European private law, more than one language: in vindication of Goethe

Ringvorlesung "Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers"

4. Dezember 2014, 18.15 Uhr
Dr. Simone Glanert (Kent Law School, UK)

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Casino, 1801

Video:


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Abstract

Over the last decades, diverse task forces have sought to promote legal integration within the European Union. The most familiar endeavours are no doubt those of Ole Lando’s “Commission” and Christian von Bar’s “Study Group”. And it is well-known that the European Parliament has spoken in favour of a European Civil Code on various occasions and that the European Commission has provided financial sponsorship for some at least of the major projects. Although the idea of a European private law has generated considerable debate, the specific implications following upon the brand of legal uniformization being defended remain poorly appreciated. In order to yield a more insightful perspective on the proposed legal framework, I consider Johann Wolfgang Goethe’s idea of “Weltliteratur” – or world-literature – that he elaborated in 1827 in a context where leading German intellectuals felt it imperative to move the cultural agenda beyond the
narrow confines of parochial interests. The striking contrast between the two models of intercultural communication sheds light on the legal initiatives mentioned above. In particular, my comparative and interdisciplinary analysis points to the many translational problems arising from the development of uniform law in a plurilingual setting which are either ignored or downplayed by proponents of a European private law.

CV
Simone Glanert, a graduate of the Sorbonne and a former Rudolf B. Schlesinger Fellow at Cornell Law School, is a Senior Lecturer at Kent Law School (UK) where she teaches comparative law, French public law, and legal interpretation. She has acted as visiting professor in Grenoble, Montreal, and at the Sorbonne. Her research focuses on theoretical issues arising from the practice of comparison in the context of the globalization and Europeanization of laws. In this regard, Dr. Glanert’s monograph De la traductibilité du droit (Paris: Dalloz, 2011) critically assesses the possibilities and limits of legal translation from an interdisciplinary perspective. In addition, she recently edited Comparative Law – Engaging Translation (London: Routledge, 2014). Further, she acted as Guest Editor for a special issue on law and
translation just released by The Translator, a leading translation-studies journal. Other representative publications include “Foreign Law in Translation: If Truth Be Told...”, in Michael Freeman and Fiona Smith (eds), Current Legal Issues: Law and Language (Oxford: Oxford University Press, 2013; co-authored with Pierre Legrand) and “Method?”, in Pier G. Monateri (ed.), Methods of Comparative Law (Cheltenham, UK: Elgar, 2012).

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  • Dr. Simone Glanert (Kent Law School, UK)
  • Prof. Dr. Thomas Duve, Professor für vergleichende Rechtsgeschichte der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und Partner Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
  • Dr. Lena Foljanty, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte

 

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" in besonderer Zusammenarbeit mit dem Partner des Exzellenzclusters, dem Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte


 


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Translating political vocabularies in the Iberian Atlantic. Historical semantics and conceptual transfers

Ringvorlesung "Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers"

20. Januar 2015, 18.15 Uhr
Prof. Javier Fernández Sebastián (Universidad del País Vasco, Bilbao, Spain)

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, HZ11

 
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Abstract
The Iberian Atlantic constitutes an interesting laboratory for studies of historical semantics, and in particular for the observation of the transfers of political and legal concepts in modern times. With one foot in Europe and the other in America, the Ibero-American world is part of so-called “western civilisation”. Understood as an ensemble that includes Iberia and Latin America, many question however the latter‘s belonging to the “West”. As well as the imprint of Christianity and classical culture, in addition to the presence of Spanish and Portuguese as main languages, one should bear in mind the considerable cultural diversity and the presistence of indigenous American languages in extensive rural areas. In any case, the fact that certain circumstances were experienced in the region far earlier than in other parts of the world – conquest, independence, republican and constitutional regimes – renders historical analysis of the circulation of political vocabulary exceptionally interesting. The aim of my lecture is to offer some general reflections (which I will attempt to illustrate with specific examples) upon this theme from the perspective of conceptual history.

CV

Javier Fernández Sebastián is Professor of History of Political Thought at the Universidad del País Vasco (Bilbao, Spain). He has published
extensively in the field of intellectual and conceptual history of modern politics. He has been fellow or visiting scholar at various universities
and research centres in Europe and the Americas, including the EHESS, the Université de la Sorbonne Nouvelle-Paris III, the Max-Planck-Institut für Geschichte, the University of Cambridge, Harvard University and the Universidade de São Paulo. He is member of the editorial board of several Spanish and international journals, such as Revista de Estudios Políticos and Modern Intellectual History. Among his recent books are the edited volumes Concepts and Time. New Approaches to Conceptual History (2011) and La Aurora de la Libertad. Los primeros liberalismos en el mundo iberoamericano (2012), as well as the Diccionario político y social del mundo iberoamericano. Conceptos políticos fundamentales, 1770-1870 (2009 and 2014, 11 vols.), which is the result of an on-going transnational project on conceptual comparative history in the Iberian Atlantic (Iberconceptos).

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  •  Prof. Javier Fernández Sebastián (Universidad del País Vasco, Bilbao, Spain)
  • Prof. Dr. Thomas Duve, Professor für vergleichende Rechtsgeschichte der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und Partner Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
  •  Dr. Lena Foljanty, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte

 

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" in besonderer Zusammenarbeit mit dem Partner des Exzellenzclusters, dem Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte



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Translating norms: strenghts and weaknesses of a concept

Ringvorlesung "Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers"

5. Februar 2014, 18.15 Uhr
Peter Burke (University of Cambridge, UK)

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Casino 1801

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Audio:

 

Abstract
‘Cultural translation’ is one of a cluster of concepts such as ‘transfer’, ‘exchange’ and ‘hybridization’, that has come into use to describe cultural change (in domains such as language, architecture, music, religion and so on). Like its competitors, it has advantages and disadvantages.
The model of translation between languages has at least two advantages. Compared with ‘transfer’, it emphasizes the point that what travels changes. In the second place, the model has the advantage of emphasizing agency, the conscious adaptation of a text to a new context. Of course the model itself needs adaptation when it is used to discuss other kinds of cultural change, for example the work of missionaries in a culture very different from their own. There are obvious differences between translating forms, as in the case of architecture, and translating knowledge or ideas, when the problem of contradiction may arise. The problems of translation from one region to another, from one medium to another and from one domain to another are rather different.
Translators like other people follow norms in their work, while norms like forms or ideas can be transated. In the case of law, one thinks of the problems of translating laws from one language to another, of the translation of oral custom into written law, and of imposing laws formulated in one context or culture in a different context or culture.
Despite its advantages, the model of cultural translation is not universally applicable. Like other paradigms, perhaps all paradigms, it casts shadows as well as light. What it does not illuminate (essentially changes that are not the result of conscious action) requires other concepts such as ‘hybridization’ or ‘habitus’.

CV
Peter Burke studied at Oxford and taught at the new University of Sussex (1962-78) before moving to Cambridge, where he became Professor of Cultural History. He retired from the Chair in 2004 but remains a Life Fellow of Emmanuel College. He is also a Fellow of the British Academy, an Honorary Fellow of St John’s College Oxford, and has been awarded honorary degrees by the Universities of Lund, Copenhagen, Bucharest and Zürich. He has published 26 books and his work has so far been translated into 31 languages. For most of his career he has worked on the cultural and social history of early modern Europe, with some incursions into the 19th and 20th centuries.

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  • Prof. Peter Burke (University of Cambridge, UK)
  • Prof. Dr. Thomas Duve, Professor für vergleichende Rechtsgeschichte der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte und Partner Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
  • Dr. Lena Foljanty, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte
  • Dr. Lena Foljanty, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte
  • Dr. des. Daniel Föller, Post Doc des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

 

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" in besonderer Zusammenarbeit mit dem Partner des Exzellenzclusters, dem Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte


 

 


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Ringvorlesung "Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers"

Throughout history, law and legal knowledge were circulating between cultures, countries, and continents. Sometimes willingly adopted, sometimes forcefully imposed by powers from outside, the process of dealing with foreign law often changed not only the sources of law, but a whole structure of normative thinking. One might think of the reception of Roman law in Europe during the Middle Ages, the formation of derecho indiano in early modern Hispano-America or the adoption of European law in East Asia during the 19th century. In recent years, such processes could be observed in states in transition, for example in Eastern Europe.

As most normative orders, law is not only produced by politics, but it is rooted in language and traditions. Is it actually possible to translate norms? What happens when they are taken up by a different culture, having to operate in another language? How does their meaning shift during these processes, how do their function and even their normativity change?

The lecture series, which will try to find answers to these questions, is inspired by the concept of “cultural translation”. This term aims to supersede the notion of a linear give-and-take; instead, it emphasizes interactions and intermediate areas, internal dynamics, resistance and the “agency” of the actors. In a critical reflection of the traditional Eurocentric perspective, the concept of “translation” reminds us how complex, intertwined, and contested the adoption and re-production of foreign norms might be.

We do not only focus on legal normativity. While one lecture will explicitly discuss the translatability of law and legal norms, the other lectures shall deal with different forms of normativity as to be found in political concepts, religion and technology. Broadening the view in this way should enable us to compare normative orders and to examine how cultural translation actually “worked” in different fields. This might, eventually, produce a profounder understanding not only of law but also of normativity in general.

Prof. Thomas Duve
Dr. Lena Foljanty

Programm (pdf): Hier...

Programm:

4. Dezember 2014, 18.15 Uhr
Dr. Simone Glanert (Kent Law School, UK)
One European private law, more than one language: in vindication of Goethe
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Casino, 1801
Weitere Informationen: Hier...

16. Dezember 2014, 18.15 Uhr
Prof. Dagmar Schäfer (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin)
Das ethische Produkt, oder wie man Moral in Material übersetzt. Regeln für Herrscher von Qiu Jun (1421-1495)
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ10
Weitere Informationen: Hier...

20. Januar 2015, 18.15 Uhr
Javier Ferndández Sebastián (Universidad del País Vasco, Bilbao, Spain)
Translating political vocabularies in the Iberian Atlantic. Historical semantics and conceptual transfer
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ11
Weitere Informationen: Hier...

5. Februar 2015, 18.15 Uhr
Peter Burke (University of Cambridge, UK)
Translating norms: strenghts and weaknesses of a concept
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Casino 1801
Weitere Informationen: Hier...

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" in besonderer Zusammenarbeit mit dem Partner des Exzellenzclusters, dem Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte


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Lecture Series "Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers"

Throughout history, law and legal knowledge were circulating between cultures, countries, and continents. Sometimes willingly adopted, sometimes forcefully imposed by powers from outside, the process of dealing with foreign law often changed not only the sources of law, but a whole structure of normative thinking. One might think of the reception of Roman law in Europe during the Middle Ages, the formation of derecho indiano in early modern Hispano-America or the adoption of European law in East Asia during the 19th century. In recent years, such processes could be observed in states in transition, for example in Eastern Europe.

As most normative orders, law is not only produced by politics, but it is rooted in language and traditions. Is it actually possible to translate norms? What happens when they are taken up by a different culture, having to operate in another language? How does their meaning shift during these processes, how do their function and even their normativity change?

The lecture series, which will try to find answers to these questions, is inspired by the concept of “cultural translation”. This term aims to supersede the notion of a linear give-and-take; instead, it emphasizes interactions and intermediate areas, internal dynamics, resistance and the “agency” of the actors. In a critical reflection of the traditional Eurocentric perspective, the concept of “translation” reminds us how complex, intertwined, and contested the adoption and re-production of foreign norms might be.

We do not only focus on legal normativity. While one lecture will explicitly discuss the translatability of law and legal norms, the other lectures shall deal with different forms of normativity as to be found in political concepts, religion and technology. Broadening the view in this way should enable us to compare normative orders and to examine how cultural translation actually “worked” in different fields. This might, eventually, produce a profounder understanding not only of law but also of normativity in general.

Prof. Thomas Duve
Dr. Lena Foljanty

Programme (pdf): click here...

Programme:

4 December 2014, 6.15pm
Dr. Simone Glanert
(Kent Law School, UK)
One European private law, more than one language: in vindication of Goethe

Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, Casino, 1801
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16 December 2014, 6.15pm
Prof. Dagmar Schäfer (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berin)
Das ethische Produkt, oder wie man Moral in Material übersetzt. Regeln für Herrscher von Qiu Jun (1421-1495)
Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, HZ10
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20 January 2015, 6.15pm
Javier Ferndández Sebastián (Universidad del País Vasco, Bilbao, Spain)
Translating political vocabularies in the Iberian Atlantic. Historical semantics and conceptual transfer
Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, HZ11
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5 February 20156.15pm
Peter Burke (University of Cambridge, UK)
Translating norms: strenghts and weaknesses of a concept
Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, Casino 1801
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Presented:
Cluster of Excellence "The Formation of normative Orders"

Presented by:
Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders" in special cooperation with the partner of the Cluster of Excellence, the "Max Planck Institute for European Legal History"

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Previous Lecture Series: click here...

The Modern International: A Scalar Politics of Divided Subjectivities

Lecture Series Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

Prof. R. B. J. (Rob) Walker, University of Victoria, Canada

Abstract

Debates about relations between problematic concepts of order, global and theorization are now shaped by shared but conflicting commitments to modern principles of subjectivity and self-determination. These commitments rest on specific claims about spatiotemporal origins and boundaries. The consequence is a structure of spatiotemporally organized contradictions expressed in aporetic claims to humanity and citizenship, and thus in the contested status of sovereignties expressed in state law and international law. Prevailing literatures usually erase the significance of the spatiotemporal, normative and contradictory character of this historical constitution of modern politics, partly by recasting internal and external moments of subjectivity as distinct spatial, temporal and hierarchical domains, partly by identifying specific practices through which contradictions are negotiated as the primary problem that must be engaged. To the contrary, I argue that the core source of order and disorder remains the status of claims about modern subjectivity expressed in political practices that must try, and fail, to reconcile claims about liberty, equality and security within a scalar hierarchy.

CV
R. B. J. (Rob) Walker is Professor of Political Science and of Cultural, Social and Political Thought at the University of Victoria in Canada and Professor Associado at the Instituto de Relações Internationais, Pontifica Universidade Católica do Rio de Janeiro, Brasil. He is the long-term Editor of the journal Alternatives: Global, Local, Political, and the founding Co-Editor of the journal International Political Sociology. His most recent publications include After the Globe, Before the World (2010) and Out of Line: Essays on the Politics of Boundaries and the Limits of Modern Politics (forthcoming in August 2015).

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  • Prof. R. B. J. (Rob) Walker, University of Victoria, Canada
  • Prof. Dr. Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Prof. Dr. Gunther Hellmann, Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Prof. R. B. J. (Rob) Walker, University of Victoria, Canada
  • Prof. Dr. Gunther Hellmann, Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

 

29 April 2015, 6.15pm

Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ6

Presented by:
Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

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The International in Security

Lecture Series Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

Prof. Pinar Bilgin, Bilkent University, Ankara

Abstract

How to think about security in a world of multiple differences? In this lecture, I build on the contributions of Critical Security Studies (defined broadly) and draw upon the insights of Postcolonial IR to suggest that thinking about security in a world of multiple differences entails inquiring into the international in security and security in the international. By ‘inquiring into the international in security’, I refer to the need for incorporating others’ conceptions of the international into the study of security. By ‘others’, I mean those who happen not to be located on or near the top of hierarchies in world politics, thereby having less influence in shaping various dynamics (including their own portrayal in world politics). By ‘inquiring into security in the international’, I point to the need to understand how others’ insecurities shape (as they are shaped by) their conceptions of the international (including IR scholarship).

CV

Pinar Bilgin is Associate Professor of International Relations at Bilkent University, Turkey. She is the author of Regional Security in the Middle East: a Critical Perspective (2005), The International in Security, Security in the International (forthcoming). Her articles have appeared in Review of International Studies, Political Geography, European Journal of Political Research, Third World Quarterly, Security Dialogue, International Political Sociology, Foreign Policy Analysis, International Relations and Geopolitics. She is an Associate Member of Turkish Academy of Sciences, Associate Editor of International Political Sociology. Her research agenda focuses on critical approaches to security studies. She has served as the founding governing board member of the European International Studies Association, past president of Central and East European International Studies Association, past chair of the International Political Sociology section of the International Studies Association. She is a member of the editorial board of Security Dialogue, Geopolitics, International Studies Quarterly, Mediterranean Politics, Global Discourse, and ID: International Dialogue.

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  • Prof. Pinar Bilgin (Bilkent University, Ankara)
  • Prof. Dr. Gunther Hellmann (Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main)
  • Prof. Pinar Bilgin (Bilkent University, Ankara)

 

13 May 2015, 6.15pm

Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ6

Presented by:
Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

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Diplomacy as Global Governance

Lecture Series Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

Prof. Iver Neumann, London School of Economics and Political Science

Abstract

If internationalization is the process of ever closer relations between states, then the institution of diplomacy was certainly essential to its evolution. This lecture begins with the observation that, with a handful of exceptions (eg. a volume edited by Andrew Cooper, William Maley and John English), diplomacy has not been much discussed in the context of internationalism‘s successor, globalization. The assumption seems to be that, as agents proliferate to include not only states, but also non-state actors, diplomacy is left behind. I argue the opposite, that diplomacy adapts and plays an important role in globalization, but in a way that transforms diplomacy in significant ways. Two case studies of diplomatic practice – peace and reconciliation, and also humanitarian diplomacy – demonstrate that, rather than leaving the scene to other agents, diplomats are actually working through these agents. As a result, diplomacy has begun to change away from being about negotiation and representation towards being about governance. Precisely because diplomats work through other agents, however, diplomats become dependent on other actors to perform tasks that are expected of them.

CV

Iver B. Neumann (b. 1959), Dr. Phil. (Oxon, Politics 1992), Dr. Philos. (Oslo, Social Anthropology, 2009) is Montague Burton Professor of International Relations at the London School of Economics. He was formerly Director of Research at the Norwegian Institute of International Affairs. He was the editor of Cooperation and Conflict. Nordic Journal of International Relations 1999-2001 and Professor in Russian Studies, Oslo University, 2005-2010. Among his fourteen books are Governing the Global Polity (2010, with Ole Jacob Sending) and At Home with the Diplomats: Inside A European Foreign Ministry (2012).

 

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  • Prof. Iver Neumann, London School of Economics and Political Science
  • Prof. Dr. Gunther Hellmann, Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Außenbeziehungen Deutschlands und der Europäischen Union der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Prof. Dr. Jens Steffek, Principal Investigator des Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen", Technische Universität Darmstadt

 

27 May 2015, 6.15pm

Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ6

Presented by:
Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

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Cultural Diversity and International Order

Lecture Series Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

Prof. Chris Reus-Smit, University of Queensland, Australia

Abstract

There is considerable anxiety in Western capitals about the rise of non-Western powers. While this stems in part from a fear of the instability that often accompanies great power transitions, at root it is a cultural anxiety, a fear that non-Western powers will promote values and practices that erode the modern international order. This resonates with the extant literature in IR, which sees international orders emerging in unitary cultural contexts and diversity as corrosive. Yet such views are deeply problematic. Virtually all international orders emerged in highly diverse cultural contexts, and managing diversity has been a key imperative of institution building. Moreover, the ‘cultural disciplines’ (anthropology, sociology, cultural studies, etc.) now see cultures as highly variegated, contested, and interpenetrated. This all suggests that cultural diversity shapes political orders in complex ways, constitutive and subversive. The challenge is to better understand these complexities, and to cultivate practices that sustain order while fostering global cultural diversity. This lecture explores these issues and maps a research agenda on cultural diversity and international order.

CV

Chris Reus-Smit holds the Chair in International Relations at the University of Queensland, Australia. He is the author of Individual Rights and the Making of the International System (2013), American Power and World Order (2004) and The Moral Purpose of the State (1999); co-author of Special Responsibilities in World Politics (2012); editor of The Politics of International Law (2004); and co-editor of The Oxford Handbook of International Relations (2008), Resolving International Crises of Legitimacy (Special issue of International Politics 2007), and Between Sovereignty and Global Governance (1998). Professor Reus-Smit co-edits the Cambridge Studies in International Relations books series, the journal International Theory, and a new twelve volume series of Oxford Handbooks of International Relations. Prior to joining the University of Queensland, Professor Reus-Smit held Chairs at the European University Institute and the Australian National University (where he was Head of the Department of IR from 2001 to 2010).

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  • Prof. Chris Reus-Smit, University of Queensland, Australia
  • Prof. Dr. Gunther Hellmann, Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Außenbeziehungen Deutschlands und der Europäischen Union der Goethe-Universität Frankfurt am Main

 

10 June 2015, 6.15pm

Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ6

Presented by:
Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

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Nomadic Political Theory

Lecture Series Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

Prof. Erik Ringmar, Lund University, Sweden

Abstract

This lecture examines the way nomadic peoples have been treated throughout history by sedentary peoples, but also the way nomadsArabs, Mongols, etc. – have built empires founded on an alternative, non-territorial, basis. This historical discussion will provide the basis for an argument about life in a post-territorial future. Nomads, the thesis will be, can teach us a lot about how international politics will be organized in the future.

CV

Erik Ringmar teaches political science and international relations at the University of Lund, Sweden. He has a PhD from Yale University, and taught for 12 years in the Government Department at the LSE in London. He has also worked in China for seven years, the last two years as professor of international relations at Shanghai Jiaotong University in Shanghai. He has written four academic books and some forty research articles. His most recent book is Liberal Barbarism: The European Destruction of the Palace of the Emperor of China (2013).

 

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  • Prof. Erik Ringmar, Lund University, Sweden

 

24 June 2015, 6.15pm

Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ6

Presented by:
Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

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The Sociology of International Relations in India: Contested Readings of Global Political Order

Lecture Series Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

Prof. Siddharth Mallavarapu, South Asian University, New Delhi

Abstract

The objective of this lecture is to examine the broader sociology of the discipline of International Relations (IR) in India. I do this by consciously turning towards the disciplinary history of the Indian variant of IR while situating it against the backdrop of comparative disciplinary histories of IR. I argue that the specificities of context left an indelible imprint on the make-up of the Indian variant of the discipline and this is most evident in the preferences exercised by scholars in the early years of Indian IR scholarship. One valuable point of entry to gauge particular slants of emphases in IR from India is the manner in which the question of international political order was theorized from this setting. Drawing on both implicit and explicit treatments of this question, I both juxtapose and reflect on distinct images of political order viewed in terms of India’s relations with the world theorized by an assorted bunch of scholars drawn from different generations of Indian IR scholarship. I argue that competing conceptions of political order often served as the backdrop for shared bonds as well as animated disagreements among particular constituencies of Indian IR scholarship.

CV

Siddharth Mallavarapu is currently Associate Professor and Chairperson, Department of International Relations at the South Asian University. His prior publications include a single author book titled Banning the Bomb: The Politics of Norm Creation (2002), two co-edited books (with Kanti Bajpai) on International Relations in India 2005) and another (with B. S. Chimni) titled International Relations: Perspectives for the Global South (2012) besides other journal contributions. His research interests include disciplinary histories of International Relations, the politics and episteme of the global south, the theory and practice of global governance and evaluations of both mainstream and critical approaches to the study of world politics. He has also been featured in February 2014 on Theory Talks.

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  • Prof. Siddharth Mallavarapu, South Asian University, New Delhi
  • Prof. Dr. Gunther Hellmann, Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Außenbeziehungen Deutschlands und der Europäischen Union der Goethe-Universität Frankfurt am Main

 

8 July 2015, 6.15pm

Goethe-University Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ6

Presented by:
Cluster of Excellence "The Formation of Normative Orders"

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Ringvorlesung "Theorizing Global Order"

Ringvorlesung des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

“Order” is a central concept in the discipline of International Relations. However, in contrast to other concepts (such as “security”) it is surprisingly undertheorized. In this Lecture Series scholars with different backgrounds and theoretical preferences will offer their take on what it may mean to “theorize global order".

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ6

29. April 2015, 18.15 Uhr
Prof. R. B. J. (Rob) Walker, University of Victoria, Canada
The Modern International: A Scalar Politics of Divided Subjectivities

13. Mai 2015, 18.15 Uhr
Prof. Pinar Bilgin, Bilkent University, Ankara
The International in Security

27. Mai 2015, 18.15 Uhr
Prof. Iver Neumann, London School of Economics and Political Science
Diplomacy as Global Governance

10. Juni 2015, 18.15 Uhr
Prof. Chris Reus-Smit, University of Queensland, Australia
Cultural Diversity and International Order

24. Juni 2015, 18.15 Uhr
Prof. Erik Ringmar, Lund University, Sweden
Nomadic Political Theory

8. Juli 2015, 18.15 Uhr
Prof. Siddhharth Mallavarapu, South Asian University, New Delhi
The Sociology of International Relations in India: Contested Readings of Global Political Order

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

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Recognizing the Human Right to a Name and the Implications for Giving and Changing Personal Names

Ringvorlesung "Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften" des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Prof. Dr. Alison Dundes Renteln (University of Southern California)

28. Oktober 2015,. 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10

Abstract
Personal names generate confl ict in pluralistic societies because names are intimately connected to conceptions of the self. They serve as important symbolic representations of individual identity and as a crucial tool for documentation of persons residing within state borders. Laws governing names also function as a form of social control. For immigrants the choice of fi rst names may be especially controversial because naming customs reflect
deeply held values. This analysis considers the extent to which the right to a name is protected under international law and general principles like privacy and freedom of expression and how such a right ought to be construed. After establishing the jurisprudential status of the right to a name, we investigate disputes from various countries involving the parental naming of children and individuals who challenge government policies that force them to take their husbands’ surnames. Regulations governing the choice and use of names in pluralistic societies illustrate the limits of law. This project demonstrates the importance of onomastics and anthroponymy for sociolegal studies.

CV

Alison Dundes Renteln is a Professor of Political Science, Anthropology, Law, and Public Policy at the University of Southern California where she teaches Law and Public Policy with an emphasis on comparative and international law. She has a BA in (Modern Europe) from Harvard, a Ph.D. in Jurisprudence and Social Policy from the University of California, Berkeley and a J.D. from USC. For three decades she has analyzed cultural confl icts in domestic and international legal systems and proposed policies designed to address these. Her publications include The Cultural Defense (Oxford, 2004), Folk Law (University of Wisconsin, 1995), Multicultural Jurisprudence (Hart, 2009), and Cultural Law (Cambridge, 2010), and Global Bioethics and Human Rights (Rowman & Littlefi eld, 2014) and numerous articles. She has enjoyed teaching judges, lawyers, court interpreters, jury consultants, and police offi cers. Renteln also collaborated with the UN on the implementation of the Convention on the Rights of Persons with Disabilities, lectured on comparative legal ethics in Bangkok and Manila at conferences sponsored by the American Bar Association, and served on California civil rights commissions and a Human Rights Watch committee. She was a Fellow at Stanford’s Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences and at the School of Advanced Study at the University of London. Her current research focuses on the intersection between sensory studies and socio-legal studies.

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  • Prof. Dr. Alison Dundes Renteln (University of Southern California)

Toleranz und religiöse Pluralität am Beispiel von Kopftuch und Burka

Ringvorlesung "Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften" des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Prof. em. Dr. Rudolf Steinberg (Goethe-Universität Frankfurt am Main)

11. November 2015, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10

Abstract
Über das Tragen eines muslimischen Kopftuchs und einer Burka/Niqab fi nden in Deutschland wie in anderen europäischen Ländern heftige Diskussionen
statt. Nachdem einige Landesgesetzgeber Lehrerinnen das Tragen eines Kopftuchs in der staatlichen Schule verboten hatten, befasste sich zweimal das Bundesverfassungsgericht mit zum Teil unterschiedlichen Aussagen mit dem Thema. Die Billigung des französischen Verbots eines Vollschleiers in der Öffentlichkeit durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte hat auch in Deutschland zu der Forderung nach einem derartigen Verbot geführt.
Nachdem zentrale Aspekte der genannten Entscheidungen kurz dargestellt werden, soll die Problematik vor allem unter dem Aspekt der Toleranz diskutiert werden. Was bedeutet Toleranz in dem fraglichen Zusammenhang und welche Rolle spielte der Terminus in dieser Rechtsprechung?
Der Referent interessiert sich aber vor allem für die Grenzen von Toleranz. Er untersucht, woraus und wie sich Schranken herleiten lassen. Grenzen ergeben sich aus der Verfassung, den Konzepten über die Rolle von Religion in Staat und Gesellschaft – dem Maß von Laizität –, aber auch dem ordre public mit den Vorstellungen relativer gesellschaftlicher Homogenität. Hierbei sind Topoi zu entwickeln, die nicht gleichsam apriorisch bestehen, sondern nur das Ergebnis eines offenen Diskurses sein können. Es kann deshalb nicht überraschen, dass sich die Antworten auf die Fragen in verschiedenen Ländern trotz
ähnlicher verfassungsrechtlicher Ausgangslage unterscheiden.

CV

Rudolf Steinberg, geb. 1943, legte nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und der Rechtswissenschaft an den Universitäten in Freiburg i.Br. und Köln sowie der Politikwissenschaft in Ann Arbor (Mich., USA) die beiden juristischen Staatsprüfungen ab und wurde an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg i.Br. promoviert und habilitiert. Nach einer Professur an der Universität Hannover nahm er 1980 einen Ruf auf die Professur für Öffentliches Recht, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaften an der Goethe-Universität Frankfurt am Main an, als deren Präsident er von 2000 bis Ende 2008 tätig war. Er war von 1995 bis 2000 Richter am Thüringer Verfassungsgerichtshof in Weimar. Heute nimmt er eine Reihe von Ehrenämtern war. So ist er Vorsitzender des Stiftungsrats des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS), Vorsitzender des Kuratoriums der Polytechnischen Gesellschaft; Mitglied im Verwaltungsrat der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Mitglied im Vorstand der Freunde und Förderer der Goethe-Universität. Wissenschaftlich hat er sich vor allem mit der Theorie der Interessenverbände, Verfassungsfragen und Themen des Umwelt- und Planungsrechts befasst. Aus seinen zahlreichen Veröffentlichungen seien genannt: Staat und Verbände, 1985; Der ökologische Verfassungsstaat, 1998; Fachplanung, 4. Aufl . 2012; Die Repräsentation des Volkes – Menschenbild und demokratisches Regierungssystem, 2013.

 

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Chancen und Herausforderungen einer diversen Gesellschaft

Ringvorlesung "Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften" des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Dr. Nargess Eskandari-Grünberg (Dezernat XI - Intergration, Frankfurt am Main)

25. November 2015, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10

Abstract
Frankfurt ist die Stadt der Vielfalt. In ihr leben Menschen unterschiedlichster Herkunft, Sprachen, Geschichte, Lebenserfahrung, Weltanschauung und sexueller Identität auf engstem Raum. Die Gestaltung dieser Vielfalt erscheint zunächst als eine ungeheure Herausforderung, treffen hier doch  unterschiedlichste Normen und Wertesysteme aufeinander. Zugleich ist Frankfurt geprägt vom Verständnis, gemeinsam in Vielfalt zu leben.
Sicherlich gehört Frankfurt, auch aufgrund seiner Geschichte und seiner Infrastruktur, zu einer der weltoffensten Städte überhaupt. Aber auch hier bedarf die Gestaltung der vorhandenen Vielfalt eines permanenten Aushandlungsprozesses auf verschiedenen Ebenen. Es geht um die Bildung von Identität(en) und es geht um die Frage von Umverteilung und Teilhabe: Innerhalb der Bevölkerung, aber auch innerhalb der Politik und Verwaltung. Vielfalt ist aber nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Die Gründung eines eigenen Integrationsdezernats und des ihm  zugordneten Amtes für multikulturelle Angelegenheiten sowie die Verabschiedung des Frankfurter Integrations- und Diversitätskonzepts sind Beispiele für Aushandlungsprozesse auf politisch-administrativer Ebene. Sie haben einen Strukturwandel eingeleitet und ein neues Bewusstsein dafür geschaffen, dass Vielfalt gestaltet werden muss und dass diese Gestaltung eine Chance sein kann.

CV
Stadträtin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg wurde 1965 in Teheran geboren, ist deutsche Kommunalpolitikerin (Bündnis 90/Die Grünen) und seit 2008 Dezernentin für Integration sowie Mitglied des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main. Als Leiterin des Dezernats XI fallen das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AMKA) und die kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung der Stadt Frankfurt am Main (KAV) in ihren Zuständigkeitsbereich.
Dabei tritt sie für eine tolerante und weltoffene Stadt ein, in der Menschen sich mit all ihrer Vielfalt zugehörig und gleichberechtigt fühlen können und an einem friedlichen Miteinander teilhaben. Mit Hochschuldiplomabschluss in Psychologie hat sie sich als Psychotherapeutin mit eigener Praxis niedergelassen. Sie ist Leiterin der Beratungsstelle für ältere Migrantinnen und Migranten (HIWA) beim Deutschen Roten Kreuz, saß von 2001 bis 2008 für die Grünen im Stadtparlament und hatte den Vorsitz des Integrationsausschusses inne.

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  • Dr. Nargess Eskandari-Grünberg (Dezernat XI - Integration, Frankfurt am Main)
  • Prof. Dr. Susanne Schröter (Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Direktorin des Instituts für Ethnologie, Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums globaler Islam (FFGI))

When and Why does a Religious Norm Become Unacceptable in the Public Space?

Ringvorlesung "Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften" des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Prof. Dr. Olivier Roy (European University, Florence)

2. Dezember 2015, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10

Abstract
The debate on the place of Islam as a religion in Europe has been concentrated essentially on the issue of “religious signs” in the public sphere: mosque, veil, minarets. It extended to religious signs made “visible “ on bodies or food: hallal food, circumcision.
In the meantime, many court decisions and especially the European Court of Human rights considered that it was acceptable not to grant equality for religious signs in the public sphere: allowing the display of crucifi x in Italian schools, banning veil but not Christian attire (Germany, Swiss).
The issue is to understand what make here the religious norm acceptable or not. The argument of the courts are that the Christian signs are more cultural than religious. What does it say about the relationship of Religion, faith and culture in Europe?

CV
Olivier Roy, born in 1949, is joint chair at the inter-disciplinary Robert Schuman Centre for Advanced Studies and the Department of Political and Social Sciences (European University Institute). He has been senior researcher in political science at the French National Centre for Scientific Research since 1985 and Professor at the École des hautes études en sciences sociale (EHESS), (School for Advanced Studies in Social Sciences) in Paris since 2003.
In 1972 Roy received an “Agrégation” in philosophy and a MA in Persian language and civilization from the French Institut National des Langues et Civilisations Orientales. Twenty-two years later he received a PhD in Political Science. In 1988 Roy was a consultant for the United Nations Office of the Coordinator for Afghanistan (UNOCA) and headed the OSCE’s Mission in Tajikistan between 1993 and 1994.
His extensive research interests and fi elds of expertise include the Middle East and Central Asia, especially Iran and Afghanistan. Roy is the author of the books Islam and Resistance in Afghanistan (1990), The Failure of Political Islam (1994), The Illusions of September 11. (2002), Globalized Islam (2004), and of numerous books about political Islam and religious fundamentalism. One of his best noted works, Secularism Confronts Islam (2007), offers a perspective on the experiences of Muslims in western secular society. He also serves on the editorial board of the academic journal Central Asian Survey, and in 2005 during the Paris riots he wrote about their non-religious causes. In 2010 he published the book Holy Ignorance, an analysis of the interdependence  between culture, religion, and ethnicity.

 

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  • Prof. Dr. Olivier Roy (European University, Florence)
  • Prof. Dr. Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Accommodating Islam within the framework of Western Legal Thinking. An Impossible Mission?

Ringvorlesung "Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften" des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Prof. Dr. Marie-Claire Foblets (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale))

16. Dezember 2015, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10

Abstract
For some years now in Europe, Islam and above all those legal systems that transpose it into the positive law of a given State have been increasingly problematized. The grounds adduced are generally that the values underlying Islam are on several points incompatible with those dictated by human rights as interpreted in the domestic law of European democratic States.
In this exposé, I will seek to nuance this view of the situation, not because I consider that there are no problems of compatibility between, on the one hand, certain values presented as specific to legal systems inspired by Islam, and on the other, the foundations of the domestic law of most European countries; rather, I would argue that such a reading risks being too narrowly focused on confl ctsituations alone.
My presentation will therefore not limit itself to a discussion of conflicts, i.e. incompatibilities, but will take a more constructive view, showing how Islam and
the legal systems it informs can for certain specifi c problems offer solutions that have no equivalent in the domestic positive law of European countries. By the same token, I will suggest that it would be a shame to allow the problematic aspects to dominate, and thus obscure, the encounter between Islam and European domestic legal orders. Case law indicates that it is possible to accommodate the different normativities without this being to the detriment of respect for the constitutional principles of the European countries concerned. I will provide several illustrations.

CV
Marie-Claire Foblets, Lic. Iur., Lic. Phil., Ph. D. Anthrop. (Belgium) was for many years professor of Anthropology and of Law at the Universities of Leuven (Louvain) and Antwerp. She has held various visiting professorships both within and outside Europe. From 2005 to 2008 she served as Head of the ‘Department of Social and Cultural Anthropology’ at the Catholic University of Leuven, and from 2009 to 2012 she chaired the ‘Institute for Migration Law and Legal Anthropology’ at the Law Faculty in Leuven. In 2012 she joined the German Max Planck Society, to become Director of the newly established Department of Law and Anthropology, within the Institute of Social Anthropology in Halle a/d Saale. She has done extensive research and published widely on issues of migration law, including the elaboration of European migration law after the Treaty of Amsterdam (multi-layered governance), citizenship/nationality laws, compulsory integration policies, anti-racism and nondiscrimination. In the field of anthropology of law, her research focuses on cultural diversity and legal practice, with special interest in the application of Islamic family law in Europe, and more recently in the accommodation of cultural and religious diversity under State law.
In 2001 she was elected member of the Royal Academy of Sciences and Arts (Flanders/Belgium). She is also an honorary member of the Brussels bar. In 2004 she received the Francqui Prize, the most distinguished scientifi c award in the humanities in Belgium.

 

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  • Prof. Dr. Marie-Claire Foblets (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale))
  • Prof. Dr. Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Brotherhood in Dispossession: State Violence and the Minority Question in Turkey

Ringvorlesung "Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften" des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Prof. Dr. Kabir Tambar (Stanford University, California)

20. Januar 2016, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10

Abstract
The category of “minority” has been constitutive of “the people” in Turkey, distilling those who do not belong to the history and destiny of the nation from those who do. “Minority,” in this sense, is not simply a demographic classifi cation, nor merely a matter of legal recognition. It carries the weight of a historical judgment, which scaffolds ethical community by delineating which populations, languages, and religions remain outside of the framework of collective obligation and responsibility. This paper examines comments delivered by a pro-Kurdish political party and a largely Kurdish mothers-ofthe-disappeared group during the Gezi Park protests of 2013. These moments of public address participated in the broader spirit of state critique on display during those protests. They were noteworthy, however, for recasting the Gezi events as a late moment in a longer history of state violence, prefi gured by a century of dispossession experienced by those who have been classed as minorities or threatened with that designation. The commentaries interrogated what we might call the negative historicity of the minority. They were not primarily aimed at repudiating that historical judgment as discriminatory or contrary to law, but instead sought to delocalize the judgment vested in the category of minority, to see in that judgment an increasingly generalized economy of political abjection, and in effect to view it as prefiguring an ethical community to come.

CV
Kabir Tambar is an assistant professor in the Department of Anthropology at Stanford University. He has also taught in the Department of Religion at the University of Vermont and was a member in the School of Social Sciences at the Institute for Advanced Study in Princeton in 2011-2012. His work has largely centered on Turkey and has explored questions of citizenship, minority politics, and religion. This research led to the publication of a book, The Reckoning of Pluralism: Political Belonging and the Demands of History in Turkey (Stanford University Press, 2014). Tambar has also begun new research on emergency rule and the politics of state coercion.

 

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(Durch eine technische Störung während der Aufzeichnung ist die Tonqualität zwischen Minute 9 und 16 beeinträchtigt)

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Democratizing “Shari’a”: How Liberal Democracies Apply and Regulate Muslim Family Laws

Ringvorlesung "Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften" des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Dr. Yüksel Sezgin (Syracuse University, New York)

3. Februar 2016, 18.15 Uhr
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10

Abstract
Many view the shortage of democracy in the Muslim world as an evidence of incompatibility between “shari’a” and democracy. Despite this, however, surveys show that most Muslims want both democracy and “shari’a”. Is this an oxymoronic demand? Are democracy and shari‘abased (family) laws inherently incompatible? Should a democratic regime automatically refuse to accommodate Muslim laws? These important philosophical and theoretical questions are of existential signifi cance for emerging democracies in the Muslim world. Given the overwhelming public support for MFLs, popularly elected
Muslim governments will most likely need to preserve and in some cases even introduce shari‘a-based family laws. But if popularly elected Muslim governments are to become “true” democracies, then they will need to fi nd a way to balance the accommodation of MFLs with basic human rights and rule of law. But can this be achieved at all? This is the main question that my current research project addresses through critical reexamination of prevailing
assumptions about democracy, secularism and shari‘a in the context of MFL systems in four “shari‘a applying” non-Muslim democracies-namely Israel, India, Greece and Ghana.

CV
Yüksel Sezgin is the director of the Middle East Studies Program and an assistant professor of political science at Maxwell School of Public Affairs, Syracuse University. He received his undergraduate and graduate degrees from University of Ankara, the Hebrew University of Jerusalem, University of London (SOAS), and the University of Washington. He previously taught at the University of Washington, Harvard Divinity School, and the City University of New York, and held research positions at Princeton University, Columbia University, University of Bielefeld, American University in Cairo, and the University of Delhi. He is the author of Human Rights under State-Enforced Religious Family Laws in Israel, Egypt and India (Cambridge University Press, 2013) which
was awarded the 2014 Gordon Hirabayashi Human Rights Book Prize by American Sociological Association.

 

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  • Prof. Dr. Yüksel Sezgin (Syracuse University New York)
  • Prof. Dr. Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften

Ringvorlesung des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Kulturelle Diversität ist ebenso ein Merkmal moderner pluralistischer Gesellschaften wie Differenzen in Bezug auf Lebensstile, sexuelle Orientierungen und weltanschauliche Bekenntnisse. Die Frage lautet nicht mehr, ob Homogenisierung oder Heterogenisierungerwünscht sei (Appadurai), sondern wie Pluralität gestaltet und Normenkonflikte verhandelt werden können. In den Sozial- und Geisteswissenschaftenwerden die möglichen Effekte gesellschaftlicher Pluralisierung (Entsolidarisierung, Hybridisierung, neue Formen der Vergemeinschaftung) ebenso kontrovers diskutiert wie probate Lösungsansätze (z.B. Toleranz, Anerkennung, Verständigung auf gemeinsame Werte).
Auseinandersetzungen werden gegenwärtig vor allem um religiöse und Gendernormen geführt (u.a. Kopftuchdebatte, Karikaturenstreit), um Inklusionen und Exklusionen zu rechtfertigen und kollektive Identitäten zu konstruieren. Grundsätzlich stellt sich die Frage nach den  Rechtfertigungsnarrativen für bestimmte Normen bzw. nach konfligierenden Referenzrahmen (Menschenrechte vs. kulturelle Rechte, Abwägung unterschiedlicher Rechtsgüter), in denen Normen legitimiert oder delegitimiert werden.
Im Rahmen der Ringvorlesung sollen neue theoretische und empirische Befunde zu Normenkonflikten in pluralistischen Gesellschaften vorgestellt und debattiert werden, auch im Hinblick auf ihr Potential, Normenwandel und neue Formen der  Integration von Differenzen voranzutreiben.

28. Oktober 2015
Prof. Dr. Alison Dundes Renteln (University of Southern California)
Recognizing the Human Right to a Name and the Implications for Giving and Changing Personal Names

11. November 2015
Prof. em. Dr. Rudolf Steinberg (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Toleranz und religiöse Pluralität am Beispiel von Kopftuch und Burka

25. November 2015
Dr. Nargess Eskandari-Grünberg (Dezernat XI - Integration, Frankfurt am Main)
Chancen und Herausforderungen einer diversen Gesellschaft

2. Dezember 2015
Prof. Dr. Olivier Roy (European University, Florence)
When and Why does a Religious Norm Become Unacceptable in the Public Space?

16. Dezember 2015
Prof. Dr. Marie-Claire Foblets (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale))
Accommodating Islam within the framework of Western Legal Thinking. An Impossible Mission?

20. Januar 2016
Prof. Dr. Kabir Tambar (Stanford University, California)
Brotherhood in Dispossession: State Violence and the Minority Question in Turkey

3. Februar 2016
Prof. Dr. Yüksel Sezgin (Syracuse University New York)
Democratizing “Shari’a”: How Liberal Democracies Apply and Regulate Muslim Family Laws

Jeweils 18.15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 10

Programmbroschüre (pdf): Hier...

Organisation: Prof. Dr. Susanne Schröter

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

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Aktuelles

„Normative Ordnungen“, herausgegeben von Rainer Forst und Klaus Günther, erscheint am 17. April 2021 im Suhrkamp Verlag

Am 17. April 2021 erscheint der Sammelband „Normative Ordnungen“ im Suhrkamp Verlag. Herausgegeben von den Clustersprechern Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, bietet das Werk einen weit gefassten interdispziplinären Überblick über die Ergebnisse eines erfolgreichen wissenschaftlichen Projekts. Mehr...

Das Postdoc-Programm des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“: Nachwuchsförderung zwischen 2017 und 2020

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist seit je her ein integraler Bestandteil des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“. Das 2017 neu strukturierte, verbundseigene Postdoc-Programm bietet die besten Bedingungen zu forschen und hochqualifizierte junge Wissenschaftler*innen zu fördern. Zum Erfahrungsbericht: Hier...

„Symposium on Jürgen Habermas’ Auch eine Geschichte der Philosophie“ herausgegeben von Rainer Forst erschienen

Als jüngste Ausgabe der Zeitschrift "Constellations: An International Journal of Critical and Democratic Theory" ist kürzlich das „Symposium on Jürgen Habermas, Auch eine Geschichte der Philosophie“ herausgegeben von Prof. Rainer Forst erschienen. Mehr...

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Kontrovers: Aus dem FGZ: Moralismus in analogen und digitalen Debatten: Eine Gefahr für die Demokratie? Mehr...

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StreitClub des FGZ-Standort Frankfurt: „Grenzen der Meinungsfreiheit“. Mit Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (FGZ, Goethe-Universität), Prof. Dr. Dr. Michel Friedman (Frankfurt UAS), Prof. Dr. Christian Schertz (Technische Universität Dresden) und Florian Schroeder (Kabarettist). Mehr...

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Identitätsspiel_Was bestimmt uns wirklich?

Dr. Mithu Sanyal (Autorin)
Moderation: Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor der katholischen Akademie Rabanus Maurus, Haus am Dom Frankfurt
DenkArt "Identität_Aber welche?

Armed non-state actors and the politics of recognition

Prof. Dr. Anna Geis (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg), Prof. Dr. Hanna Pfeifer (Goethe-Universität Frankfurt am Main, Principal Investigator im Clusterprojekt "ConTrust: Vertrauen im Konflikt"), Prof. Dr. Martin Saar (Goethe-Universität Frankfurt am Main, Principal Investigator im Clusterprojekt "ConTrust: Vertrauen im Konflikt" und "Normative Orders") und Prof. Dr. Reinhard Wolf (Goethe-Universität Frankfurt am Main).
Moderation: Regina Schidel (Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität)
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Solidarity: concept, conceptions, and contexts. Normative Orders Working Paper 02/2021. Mehr...

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Sciences and normative orders: perspectives from the earliest sciences. Normative Orders Working Paper 01/2021. Mehr...