Viertes ConTrust Praxisforum stellt internationale Vergleichsstudie zu Kontrolle der Polizei aus fünf Ländern vor

  • Beitrag veröffentlicht:5. Juni 2024

Welche Befugnisse und welche Ziele haben unabhängige Polizeibeschwerdestellen – auch im Vergleich zu anderen Einrichtungen der polizeilichen Kontrolle? Wie gut sind die Beschwerdestellen in der Öffentlichkeit bekannt? Und wie funktionieren sie eigentlich im internationalen Vergleich? Diesen Fragen geht die internationale Tagung „Police Accountability – Practices and Dilemmas of Independent Police Complaints Bodies and Police Control“ nach. Sie findet vom 19. Juni – 20. Juni 2024 als viertes ConTrust Praxisforum im Gebäude der „Normativen Ordnungen“ auf dem Campus Westend statt.
Referent:innen der Tagung sind unter anderen Prof. Dr. Tobias Singelnstein, Kriminologe und Strafrechtler an der Goethe-Universität, Prof. Dr. Hartmut Aden, Rechts- und Politikwissenschaftler an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, der Kriminologe Prof. Dr. Marc Alain von der Université du Québec à Trois-Rivières, Dr. Genevieve Lennon, Juristin der University of Strathclyde und Dr. Anja Johansen, Historikerin der University of Dundee, sowie der Polizeibeauftragte des Bundes Uli Grötsch und Marie Anderson, Police Ombudsman for Northern Ireland.

Weitere Informtationen und Programm: Hier…

Gil Eyal spricht in der ConTrust Speaker Series über Irrtümer der Vertrauensforschung

  • Beitrag veröffentlicht:4. Juni 2024

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts haben sich die Diagnosen eines allgemeinen Vertrauensverlusts in Wissenschaft, Experten und öffentliche Einrichtungen genauso explosionsartig vermehrt wie das wissenschaftliche Feld der Vertrauensforschung. Dahinter steht die Annahme, dass wir wissen, was Vertrauen ist und wie man es untersuchen und messen kann.

In seinem Vortrag „Trusting as a skillful act: a critical reconstruction of the sociological theory of trust“ wird Gil Eyal (Professor für Soziologie an der Columbia University) argumentieren, dass diese Annahme falsch ist. Durch eine kritische Rekonstruktion der soziologischen Theorien zu Vertrauen wird er aufzeigen, dass Vertrauen nur als praktische Handlung existiert, die in hohem Maße kontextabhängig ist und von zeitlichen Variablen bestimmt wird. Dies wird er anhand von Beispielen aus Interviews mit Long-Covid-Patienten illustrieren.

Der öffentliche Vortrag findet im Rahmen der „ConTrust Speaker Series“ am 17. Juni 2024 um 18 Uhr c.t. im Gebäude „Normative Ordnungen“ auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt. Eine Teilnahme über Zoom ist ebenfalls möglich. Um vorherige Anmeldung unter „office@normativeorders.net“ wird gebeten.

Weitere Informationen zum Vortrag: Hier…

„Am Vorabend des Verfassungsjubiläums“. Verfassungsrechtlerin Gabriele Britz spricht zum 75. Geburtstag des Grundgesetzes

  • Beitrag veröffentlicht:16. Mai 2024

Am 23. Mai 2024 feiert das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland seinen 75. Geburtstag – und die Goethe-Universität feiert mit. Am Vorabend dieses wichtigen Jubiläums laden das Forschungszentrum „Normative Ordnungen“, der Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität und die Frankfurter Juristische Gesellschaft am Mittwoch, 22. Mai, um 18:30 Uhr in den Festsaal im Casino (Campus Westend) zu einem Vortrag von Prof. Gabriele Britz, Richterin des Bundesverfassungsgerichts a.D., die seit diesem Semester die Professur für öffentliches Recht an der Goethe-Universität innehat, ein. 

Frau Britz spricht über das Grundgesetz als „Verfassung der Freiheit und Ausgleichsordnung“. Der Vortrag geht der Frage nach, wie die freiheitliche Verfassung auch in einer uneinigen Gesellschaft bestehen kann und deren Voraussetzungen mit den Freiheitsrechten selbst verteidigt werden könnten. Grußworte halten Universitätspräsident Prof. Enrico Schleiff, Prof. Rainer Forst, Direktor des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ und Prof. Matthias Jahn, Vorsitzender des Vorstandes der Frankfurter Juristischen Gesellschaft.

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Vortrag und Fachtag zum Thema polizeiliche Gewaltanwendung

  • Beitrag veröffentlicht:8. Mai 2024

Ein Jahr nach Erscheinen des Buchs „Gewalt im Amt. Übermäßige polizeiliche Gewaltanwendung und ihre Aufarbeitung“ laden das Forschungsprojekt „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ (KviAPol) und die Forschungsinitiative „ConTrust – Vertrauen im Konflikt“ am Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ zu einem Fachtag über „Perspektiven auf übermäßige polizeiliche Gewalt und ihre Aufarbeitung“.
Den Auftakt am Vorabend macht am Dienstag, 28. Mai, um 18:30 Uhr im Casino, Festsaal R823 ein öffentlicher Vortrag von Studienleiter Prof. Tobias Singelnstein (ConTrust) und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Laila Abdul-Rahman, Hannah Espín Grau und Luise Klaus, die die Studienergebnisse vorstellen werden.
Der eigentliche Fachtag am Mittwoch, 29. Mai, von 10 bis 17:30 Uhr, richtet sich an ein interessiertes Fachpublikum. In drei Panelsitzungen wird über Probleme und Lösungsansätze diskutiert. Er findet zugleich als drittes Praxisforum der Forschunginitiative „ConTrust“ statt.

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„The Noumenal Republic“ von Rainer Forst im Open Access erschienen

  • Beitrag veröffentlicht:8. Mai 2024

In Kants Vorstellung einer „noumenalen Republik“ ist jeder Mensch dem allgemeinen Gesetz unterworfen, das er zugleich als Gesetzgeber mitverfasst. Diese philosophische Idee spiegelt sich heute in dem Grundsatz wider, dass alle Menschen mit gleicher Würde und gleichen Rechten geboren werden. Dieser Grundsatz erscheint jedoch normativ ebenso unumstößlich, wie er täglich aufs Neue empirisch widerlegt wird. Eine kritische Analyse von Gesellschaft und Politik muss aufzeigen, inwieweit die Realität von Macht und Ideologie diese konstruktivistische Auffassung von Würde ad absurdum führt. Es bedarf einer kritischen Theorie nach Kant, um die Kluft zwischen weltfernem Idealismus und der Diagnose praktischer Ausweglosigkeit zu überbrücken.

Prof. Dr. Rainer Forst (Professor für Politische Theorie und Philosophie sowie Direktor des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt) entwirft in seinem Buch „The Noumenal Republic“ eine solche Theorie. Das Buch ist kürzlich im Polity Verlag in englischer Übersetzung erschienen und nun auch im Open Access verfügbar.

Zum Buch im Open Access: Hier…

Irene Weipert-Fenner und Jonas Wolff geben Special Issue zu „Trust and Social Movements“ heraus

  • Beitrag veröffentlicht:6. Mai 2024

Vertrauen ist für Prozesse der gesellschaftlichen Mobilisierung von großer Bedeutung: Wenn sich Aktivisten oder Gruppen an potenziell riskanten und umstrittenen kollektiven Aktionen für ein gemeinsames Ziel beteiligen, verlassen sie sich auf ihre Mitstreiter und Verbündeten. Bislang gibt es jedoch keine Forschungsergebnisse, die zeigen, welche Arten von Vertrauen das Entstehen und die Entwicklung sozialer Bewegungen beeinflussen. Dabei ist Vertrauen nicht einfach eine unabhängige Variable, die die Mobilisierung beeinflusst, sondern im Laufe kollektiver Auseinandersetzungen aufgebaut, stabilisiert, geschwächt oder sogar zerstört wird.

Der aktuelle Sonderband „Trust and Social Movements“ des International Journal of Comparative Sociology geht der komplexen Beziehung zwischen verschiedenen Arten des Vertrauens und den Dynamiken sozialer Bewegungen auf den Grund. Herausgegeben wird er von Dr. Irene Weipert-Fenner (Peace Research Institute Frankfurt, ConTrust) und Prof. Dr. Jonas Wolff (Peace Research Institute Frankfurt, ConTrust), zusammen mit Prof. Dr. Federico Rossi (Universidad Nacional de Educación a Distancia, Spanien) und Dr. Nadine Sika (The American University in Cairo, Ägypten).

Zum Special Issue und der Einleitung im Open Access: Hier…

Nicola Fuchs-Schündeln wird neue Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung

  • Beitrag veröffentlicht:3. Mai 2024
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die Gesellschafterversammlung des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) hat Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln zur künftigen Präsidentin des Instituts bestellt. Sie folgt zum 1. September 2024 auf Prof. Dr. Jutta Allmendinger, die das Institut seit 2007 leitet.

Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln ist eine national wie international renommierte Wissenschaftlerin und seit 2009 Professorin für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität Frankfurt und Mitglied des Forschungszentrums „Normative Ordnungen“. Sie wurde unter anderem mit dem Hermann-Heinrich-Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik (2016), dem renommierten Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2018) und Preisen des European Research Council ausgezeichnet. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Themen Ungleichheit, soziale Mobilität und Wachstum.

Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) untersucht seit 1969 grundlegende Fragen moderner Gesellschaften und fragt dabei vor allem nach den Problemlösungskapazitäten gesellschaftlicher und staatlicher Institutionen, von der lokalen bis zur globalen Ebene. Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln will als künftige Präsidentin des WZB die Grundlagenforschung zu Themen von großer gesellschaftlicher Relevanz weiterführen und ausbauen.

Zur Pressemeldung der Goethe-Universität: Hier…

„Trusting the Blockchain, Trusting the Novel” – Adam Kelly spricht in der ConTrust Speaker Series

  • Beitrag veröffentlicht:2. Mai 2024

Der Erfinder des Bitcoins, Satoshi Nakamoto, begründete die neue Währung mit der Notwendigkeit, dass der Internethandel das Problem des Vertrauens beseitigen müsse. Seit seiner Einführung werden die Auswirkungen der Blockchain-Technologie auf das Problem des Vertrauens – online und offline – intensiv diskutiert. In seinem Vortrag „Trusting the Blockchain, Trusting the Novel” wird sich Adam Kelly (Associate Professor am University College Dublin) mit den Auswirkungen der Blockchain aus literaturwissenschaftlicher Perspektive befassen. Am Beispiel von Jennifer Egans Roman „The Candy House“ (2022) wird Adam Kelly darlegen, wie sich die Blockchain auf das menschliche Leben auswirken könnte und wie die Vertrauensarchitekturen des Romans auf diese Auswirkungen reagieren könnten.

Der öffentliche Vortrag findet im Rahmen der „ConTrust Speaker Series“ am 13. Mai 2024 um 18 Uhr c.t. im Gebäude „Normative Ordnungen“ auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt. Eine Teilnahme über Zoom ist ebenfalls möglich.

Weitere Informationen zum Vortrag: Hier…

„Check-up Demokratie“ mit Wissenschaftsminister Timon Gremmels am Forschungszentrum „Normative Ordnungen“

  • Beitrag veröffentlicht:30. April 2024

Die Demokratie sieht sich von innen und von außen zunehmenden Angriffen ausgesetzt, das Vertrauen in demokratische Institutionen schwindet, gesellschaftliche Polarisierung und Radikalisierung nehmen immer weiter zu. Angesichts dieser Krisendiagnosen traf sich am vergangenen Mittwoch der Hessische Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Timon Gremmels, mit Forscher*innen und Studierenden zu einem Austausch am Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität, um über die Lage der Demokratie und insbesondere den Ausbau der Demokratieforschung in Hessen zu sprechen.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung von drei kurzen Impulsen zu den vielfältigen Projekten, die sich mit diesen Forschungsfragen am Forschungszentrum „Normative Ordnungen“,  dem Peace Research Institute Frankfurt (PRIF), dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ)  und am Fachbereich Gesellschaftwissenschaften der Goethe-Universität befassen. Für die Institutionen sprachen stellvertretend Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Christopher Daase.

Anschließend trat Gremmels in regen Austausch mit den Studierenden der Goethe-Universität. Die Fragen und Diskussionen drehten sich dabei sowohl um aktuelle Herausforderungen und Gefährdungen der Demokratie als auch um die Wünsche und Erwartungen der Studierenden an die Politik in Hessen. Ein großes Thema war die Frage, wie die zunehmende Verrohung des öffentlichen Diskurses – auch in den Sozialen Medien – und die sinkende Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit abweichenden gesellschaftspolitischen Ansichten zu erklären sind. Auch wurde darüber diskutiert, welche Rolle Enttäuschungen und Frustrationen bei der Entfremdung von Demokratie spielen und wie man demokratiefeindlichen Positionen in öffentlichen Debatten auch auf emotionaler Ebene entgegentreten kann. Einig war man sich am Schluss der Veranstaltung, dass die Demokratie von gegenseitigem Zuhören, Streit und Zusammenarbeit lebt.

Zum Nachbericht der Goethe-Universität: Hier…

„Narratives of the socio-ecological crisis and Dilemmas of the Energy Transition“ Vortrag von Maristella Svampa am 29. Mai

  • Beitrag veröffentlicht:29. April 2024

Die Klimakrise sowie ihre ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen werden gegenwärtig unterschiedlich eingeschätzt und diskutiert. Die Soziologin und Schriftstellerin Maristella Svampa (Universidad Nacional de San Martín, Buenos Aires) wird in ihrem Vortrag „Narratives of the socio-ecological crisis and Dilemmas of the Energy Transition – A critical view from the Global South“ verschiedene Narrative über die sozio-ökologische Krise vorstellen. Dabei wird sie insbesondere auf Konzepte aus Lateinamerika und die dortige Verbindung der sozio-ökologischen Krise mit öko-territorialen Kämpfen und der politischen Ökologie eingehen. Darüber hinaus wird sie sich in ihrem Vortrag mit einigen Diskussionspunkten der Energiewende wie der Dekarbonisierung und ihren geopolitischen Auswirkungen auf den Globalen Süden befassen.

Der öffentliche Vortrag findet am 29. Mai 2024 um 18 Uhr c.t. in Raum 1.G168 im PEG-Gebäude auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt. Er wird von der Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Transformationsforschung, Fokus Lateinamerika in Kooperation mit dem Forschungsnetzwerk Lateinamerika / Abya Yala der Goethe-Universität, dem Institut für Sozialforschung (IfS) und der Forschungsinitiative „ConTrust“ am Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ veranstaltet.

Weitere Informationen zum Vortrag: Hier…