Ringvorlesungen

Die Politische Theorie des Neoliberalismus und die Zukunft Europas

Ringvorlesung des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen": "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz"

PD Dr. Thomas Biebricher (Goethe-Universität Frankfurt / Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen")

Mittwoch, 29. Mai 2019, 18.15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 6

 
PD Dr. Thomas Biebricher studierte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg und der Queen's University in Kingston/Kanada Wissenschaftliche Politik, Wirtschaftspolitik und Öffentliches Recht. Nach seinem Magisterabschluss 2000 promovierte er sich 2003 ebenfalls in Freiburg mit einer Dissertation, die unter dem dem Titel 'Selbstkritik der Moderne. Habermas und Foucault im Vergleich' im Campus Verlag 2005 veröffentlicht wurde. Von 2003 bis 2009 war er als DAAD Visiting Assistant Professor am Department of Political Science der University of Florida in Gainesville tätig. Von 2009 bis 2012 leitete er am Exzellenzcluster eine Nachwuchsforschungsgruppe zum Thema 'Krise und normative Ordnung - Variationen des Neoliberalismus und ihre Transformation'. 2012 und 2013 vertrat er die Professuren für Politische Theorie und Philosophie sowie Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster. Im Winter Term 2014 war er als DAAD Visiting Assistant Professor am Institute for European Studies der University of British Columbia in Vancouver tätig. Von 2014 bis 2017 vertrat er die Professur für politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Im Moment ist er Postdoktorand am Exzellenzcluster.

Video:

 

Weitere Informationen zur Ringvorlesung "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz": Hier...

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Demokratisierung der Demokratie, Entdemokratisierung der Demokratie

Ringvorlesung des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen": "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz"

Prof. Philip Manow (Universität Bremen)

Mittwoch, 17. Juli 2019, 18.15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 6

Abstract
Der Vortrag entwickelt die These, dass wir momentan mit der widersprüchlichen Gleichzeitigkeit, aber auch mit dem latenten Zusammenhang zweier Prozesse konfrontiert sind, die Demokratisierung der Demokratie und Ent-Demokratisierung der Demokratie genannt werden sollen. Was den ersten der beiden Prozesse angeht, so zeigt sich vor dem Hintergrund der historischen Rekonstruktion, wie um 1900 ,Pöbel‘ und ,Volk‘ auseinandertraten und das letztere in die Repräsentation eingeschlossen, und der erstere von der Repräsentation ausgeschlossen wurde, dass wir momentan mit einer Öffnung der Demokratie hin zu diesen zuvor ausgeschlossenen ,pöbelhaften‘ Elementen konfrontiert sind. Soweit dieser Prozess, zweitens, als Gefährdung der repräsentativen Demokratie gewertet wird, transformiert das den Streit ,in’ der Demokratie zu einem Streit ,über‘ die Demokratie. Aber dieser Diskurs über die Gefährdung der Demokratie gefährdet zugleich die Demokratie, weil eben die normalen  Funktionslogiken demokratischen Wettbewerbs dadurch ausgeschlossen werden.

CV
Prof. Dr. Philip Manow ist seit 2010 Professor für Vergleichende Politische Ökonomie am Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen. Nachdem er im Jahr 2002 an der Universität Konstanz habilitiert wurde, leitete er die Forschungsgruppe Politik und politische Ökonomie am Max-Planck-Institut für  Gesellschaftsforschung in Köln, bevor er 2006 eine Professur für Politik- und Verwaltungswissenschaft in Konstanz und dann 2009 eine Professur für Moderne Politische Theorie an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg übernahm. Zuletzt gab er gemeinsam mit Bruno Palier und Hanna Schwander Welfare democracies and party politics: Explaining electoral dynamics in times of changing welfare capitalism heraus, das 2018 bei Oxford University Press erschien. Ebenfalls 2018 erschien sein vielbeachtetes Buch Die Politische Ökonomie des Populismus bei Suhrkamp.

Weitere Informationen zur Ringvorlesung "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz": Hier...

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Rethinking Democratic Athens and Republican Rome in an Age of Plutocracy and Populism

Ringvorlesung des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen": "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz"

Prof. John P. McCormick (University of Chicago)

Mittwoch, 26. Juni 2019, 18.15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 6

Abstract
Two ancient polities, Athenian democracy and the Roman republic, figure prominently in debates over the contemporary crisis of “liberal,” “electoral” or “representative” democracy. Democratic Athens and republican Rome are often invoked as models to be imitated or avoided in efforts to address rising political inequality and rampant political corruption in our plutocratic age. I criticize recent books by Philip Pettit, Nadia Urbinati and Josiah Ober that evaluate majoritarian and populist solutions, inspired by Athenian or Roman politics, to address the contemporary crisis of democracy. In response, I advocate classspecific or randomly distributed political offices, citizen referenda, and popularly judged political trials as ancient-inspired reforms intended to address the problems of unaccountable and unresponsive elites, socio-economic inequality and political corruption that plague contemporary democracies.

CV
John P. McCormick is Professor of Political Science at the University of Chicago. He is the author of Carl Schmitt’s Critique of Liberalism: Against Politics as Technology (Cambridge University Press, 1997); Weber, Habermas and Transformations of the European State: On Constitutional, Social and Supranational Democracy (Cambridge University Press, 2007); Machiavellian Democracy (Cambridge University Press, 2011); and Reading Machiavelli (Princeton 2018). Professor McCormick has received the following fellowships: Fulbright Scholarship, the Center for European Law & Politics, the University of Bremen in Germany (1994 – 95); Jean Monnet Fellowship, the European University Institute in Florence, Italy (1995 – 96); Radcliffe Institute for Advanced Study Fellowship, Harvard University (2008 – 09); Rockefeller Foundation Resident Fellowship, Bellagio, Italy (2013); and National Endowment for the Humanities Grant (2017 – 18).

Weitere Informationen zur Ringvorlesung "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz": Hier...

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Ungleichheit und der Verlust demokratischer Visionen

Ringvorlesung des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen": "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz"

Prof. Regina Kreide (Justus-Liebig-Universität Gießen)

Mittwoch, 10. Juli 2019, 18.15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 6

Abstract
Wir leben in einer ,Abstiegsgesellschaft‘ (Oliver Nachtwey). Die ,soziale Moderne‘ mit ihren Standard-Erwerbsverhältnissen, einer wachsenden Wirtschaft und einer starken demokratischen Basis, die die Ära von der Nachkriegszeit bis Ende der 1970er Jahre kennzeichnete, ist durch eine ,regressive Moderne‘ ersetzt worden, die hinter die schon erreichten Standards sozialer Integration zurückfällt. Europäische Gesellschaften sind derzeit geprägt von Polarisierungen, Post-Demokratie und zunehmender ökonomischer Ungleichheit. Paradoxerweise geht die ökonomische Ungleichheit mit einer zunehmenden Akzeptanz und institutionellen Anerkennung von Identitätspolitik einher. Ökonomische Gleichheit hat abgenommen, aber Gleichheit im Hinblick auf Geschlecht, sexuelle und ethnische Unterschiede erhält wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf den politischen Agenden. Diese enge Verknüpfung zwischen ökonomischer Integration und Identitätspolitik, so das Argument der Vorlesung, ist unzureichend; stattdessen bedarf es einer differenziellen Analyse, die auch die Bedeutung politischer Integration mit einbezieht. Der Grund, warum Menschen nicht wählen gehen, öffentlich protestieren oder ihre
Stimme extremistischen Parteien geben, kann weder allein auf ökonomische, noch auf kulturelle Aspekte reduziert werden. Die Gründe finden sich vielmehr im ökonomischen und politischen System selbst.

CV
Regina Kreide ist Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Sie ist Mitbegründerin und Herausgeberin
der Zeitschrift für Menschenrechte und seit 2014 eine der Sprecher des SFBs 138 „Dynamiken der Sicherheit“ sowie Teilprojektleiterin des Projektes „Die Herausbildung der Roma-Minderheiten in Europa“. Zu ihren Arbeitsgebieten gehören globale (Un-)Gerechtigkeit, Demokratie, Widerstand, Menschenrechte, Gender- und Rassismus-Studies, Sicherheit und Versicherheitlichung. Wichtige Veröffentlichungen sind Globale Politik und Menschenrechte. Macht und
Ohnmacht eines politischen Instruments, 2008; das Habermas-Handbuch, 2009 (mit H. Brunkhorst, C. Lafont), Transformations of Democracy: Crisis, Protest, and Legitimation, mit R. Celikates, T. Wesche (2015); Die verdrängte Demokratie. Essays zur politischen Theorie, 2016 (Nomos); The Securitization of the Roma in Europe, herausgegeben mit Huub van Baar, Huub und Ana Ivasiuc, bei Palgrave 2019; Was ist globale (Un)gerechtigkeit? erscheint im Sommer 2019 bei Alber Verlag.

Weitere Informationen zur Ringvorlesung "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz": Hier...

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Entzivilisierung – über Regressionen in westlichen Demokratien

Ringvorlesung des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen": "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz"

Prof. Oliver Nachtwey (Universität Basel)

Mittwoch, 5. Juni 2019, 18.15 Uhr

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 6

Abstract
Westliche Gesellschaften beschreiben sich als Gesellschaften der Selbstkontrolle, in denen die Kräfte des sozialen Fortschritts zu Hause sind, die Aufklärung, die Gleichberechtigung und soziale Integration voranbringen. Aber etwas ist in diesen Gesellschaften ins Rutschen gekommen. Sie werden in ihrem Selbstbild erschüttert, erfahren sie doch lange nicht gekannte Prozesse der Entzivilisierung. In die politische Öffentlichkeit ist etwas Rohes eingezogen, gefährliche Gefühle wie Gewaltphantasien, ja sogar Tötungswünsche werden schamlos artikuliert, die Affektkontrolle verwildert an vielen Stellen: im
Internet, auf der Straße, im Alltagshandeln, im Wahlverhalten. Paradoxerweise ist die laufende Regression eine Nebenfolge gesellschaftlicher Fortschritte. Denn die spezifische Kombination aus Fortschritt
und Rückschritt – eine regressive Modernisierung – hat normative Krisen und vermeintliche Verlierer produziert, die sich in entzivilisierende Affekte flüchten.

CV
Oliver Nachtwey ist Professor für Sozialstrukturanalyse. Er hat an der Universität Hamburg Volkswirtschaftslehre studiert und wurde 2008 an der Universität Göttingen mit einer Arbeit in politischer Soziologie promoviert. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Jena, Trier und Darmstadt tätig. Er war Fellow am Hamburger Institut für Sozialforschung, dem Kolleg Postwachstum in Jena sowie am Institut für Sozialforschung Frankfurt.
Professor Nachtwey forscht zum Wandel der Arbeit und der gesellschaftlichen Modernisierung und ihrem Einfluss auf die Sozialstruktur. Ferner beschäftigt er sich mit dem Wandel politischer Repräsentation, Protesten und sozialen Bewegungen. In seiner jüngeren Forschung fokussiert er insbesondere auf die  gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung. Für sein Buch Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne erhielt Professor Nachtwey mehrere Preise. Seine Bücher und Aufsätze werden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Weitere Informationen zur Ringvorlesung "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz": Hier...

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"


Headlines

„Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit" - Vortrag von Jürgen Habermas. Skript und Video zum Abruf verfügbar

Die Meldung zum Vortrag finden Sie hier...

Weitere Informationen (Vortragsskript und Video) zum Vortrag „Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit" von Jürgen Habermas am 19. Juni 2019 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main finden Sie hier...

Ringvorlesung „Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz“

Unter der fachlichen Leitung von Prof. Martin Saar und PD Dr. Thomas Biebricher findet im Sommersemester 2019 die Ringvorlesung „Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz“ statt. Mehr...

Upcoming Events

26. Juni 2019, 18.15 Uhr

Ringvorlesung "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz": Prof. John P. McCormick: Rethinking Democratic Athens and Republican Rome in an Age of Plutocracy and Populism. Mehr...

27. und 28. Juni 2019

Workshop: Interpreting the Anthropocene: Hope and Anxiety at the End of Nature. Mehr...

27 June 2019, 8.15pm

Lecture & Film "Die Erfinderin der Formen. Das Kino von Chantal Akerman": Martin Seel (Frankfurt): Die andere Seite des Kinos: Chantal Akermans De l‘autre côté. More...

-----------------------------------------

Latest Media

Noch einmal: Moralität und Sittlichkeit

Jürgen Habermas
Öffentlicher Vortrag an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das Humboldt Forum und die Ethnologie

Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl, Johann Michael Möller, Prof. Gereon Sievernich, Dr. Gisela Völger. Moderation: Dr. Eva Charlotte Raabe
Podiumsgespräch

New full-text Publications

Kettemann, Matthias; Kleinwächter, Wolfgang; Senges, Max (2018):

The Time is Right for Europe to Take the Lead in Global Internet Governance. Normative Orders Working Paper 02/2018. More...

Kettemann, Matthias (2019):

Die normative Ordnung der Cyber-Sicherheit: zum Potenzial von Cyber-Sicherheitsnormen. Normative Orders Working Paper 01/2019. More...